Denn wer ertrüg' des Mächtigen Druck?
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Hörbilder
Katalogzettel
| Titel | Denn wer ertrüg' des Mächtigen Druck? |
| Titelzusatz |
Zum 100. Geburtstag des Schauspielers, Regisseurs und Theaterleiters Gustaf Gründgens |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Blubacher, Thomas [Gestaltung]
ORF Radio Österreich 1 [Sendeanstalt] |
| Datum |
1999.12.18 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Theater ; Feature ; Portrait ; Radiosendung-Sendematerial |
| Typ | audio |
| Format |
DFMP3 [Dateiformat: MP3] DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] TKAo [Tonband auf Kern (AEG); Ohne nähere Beschreibung] |
| Signatur | 9-33757 |
| Gesamtwerk/Reihe | Hörbilder |
Information
Inhalt
Klaus Mann nannte ihn einen "Affen der Macht" und einen "Clown zur Zerstreuung der Mörder". Und noch mehr als fünf Jahrzehnte später protestierte der deutsche Intendant und Theaterregisseur Jürgen Flimm erfolgreich dagegen, daß ein Preis des Deutschen Bühnenvereins den Namen Gustaf Gründgens hätte tragen sollen. Denn Gründgens, so Flimm, hätte "sein ganzes Talent auf dubioseste Weise in den Dienst der fürchterlichsten Diktatur gestellt." Die Wahrheit, sagt der Theaterwissenschafter und Autor dieser Dokumentation Thomas Blubacher, liegt wohl in der Mitte. Ohne Frage hat sich Gustaf Gründgens mit den Nazis arrangiert. Ohne Frage aber hat der Generalintendant des Preußischen Staatstheaters, der Staatsschauspieler, Präsidialrat der Reichstheaterkammer und Reichskultursenator Gründgens seine Position und seinen Einfluß auch genutzt, um verfolgten Theaterfreunden zu helfen. Nach Kriegsende wurde Gründgens insgesamt sieben Mal verhaftet und für neun Monate interniert. Am 3. Mai 1946 stand er wieder auf der Bühne. Als er in der Titelrolle von Carl Sternheims "Snob" gelassen die drei Worte "Das ist grotesk!" spricht, applaudiert das Publikum minutenlang - und einer zweiten Karriere, die bis Anfang der sechziger Jahre dauern sollte, stand nichts mehr im Weg. Gustaf Gründgens, eine der umstrittensten und schillernsten Theaterfiguren dieses Jahrhunderts, starb am 7. Oktober 1963 in Manila. Geboren wurde er am 22. Dezember 1899, also vor genau hundert Jahren, in Düsseldorf.