Zeit-Ton [07.08.1996]
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Zeit-Ton
Katalogzettel
| Titel | Zeit-Ton [07.08.1996] |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Scheib, Christian [Gestaltung]
[GND
]
Dreyblatt, Arnold [GND ] Teitelbaum, Richard [GND ] ORF Radio Österreich 1 [Sendeanstalt] |
| Datum |
1996.08.07 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Musik ; E-Musik ; Radiosendung-Mitschnitt |
| Typ | audio |
| Format |
DFMP3 [Dateiformat: MP3] DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] TKAo [Tonband auf Kern (AEG); Ohne nähere Beschreibung] |
| Signatur | 9-34425 |
| Gesamtwerk/Reihe | Zeit-Ton |
Information
Inhalt
Jüdische Identität mit Sprachmodellen der zeitgenössischen Musik zu definieren wurde während der letzten Jahre verstärkt zum Ziel einiger bekannter, vor allem amerikanischer Musiker und Komponisten. Noch bevor der Irrwisch und virtuose Konzepteur John Zorn sich zum Anwalt der Radical Jewish Culture machte, entstanden zwei groß angelegte Werke der Komponisten Richard Teitelbaum und Arnold Dreyblatt. Sowohl Teitelbaums "Golem" wie auch Dreyblatts "Who's Who in Central & East Europe 1933" wurden in frühen theatralischen Versionen auch in Österreich präsentiert, nun erschienen von beiden Komponisten neue CDs mit instrumentalen Weiterentwicklungen dieser Werke. Die Geschichte von der Erschaffung Golems in Prag durch Rabbi Lowe ist für Richard Teitelbaum ein mehrfacher Metaphernträger. Als er sich auf die Suche nach Material zu diesem Thema machte, stieß er auf so unterschiedliche Bücher wie Gershom Sholems Aufsatz "The Idea of the Golem" und ein Buch des Kybernetikers Norbert Wiener mit dem Titel "God and Golem incorporated". Aus dieser Sichtweise wird die Golem Geschichte zur Metapher auf verschiedenen Ebenen: von den Mysterien der Schöpfungsgeschichte zu Gefahren von Magie und Gentechnologie, zu den Herausforderungen durch Kybernetik und künstlicher Intelligenz. Besonders letzteres zog Richard Teitelbaum in seinen Bann, experimentierte er doch schon seit Jahren mit künstlicher Intelligenz als Quelle von Kreativität. Interaktive automatische Klavierspielprogramme prägen daher Teile des Werks "Golem" von Richard Teitelbaum. Christian Scheib.