Kunstradio [07.02.1992]
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Kunstradio - Radiokunst
Katalogzettel
| Titel | Kunstradio [07.02.1992] |
| Titelzusatz |
"7. Mai" ein Hörstück von Andreas Okopenko bearbeitet von Reinhard Handl, Einführung von Petra Rosa von Süss |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Okopenko, Andreas
[GND
]
Handl, Reinhard [Regie] Grundmann, Heidi [Moderation] [GND ] ORF Radio Österreich 1 [Sendeanstalt] |
| Datum |
1992.05.07 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Kultur ; Radiosendung-Sendematerial |
| Typ | audio |
| Format |
TKAo [Tonband auf Kern (AEG); Ohne nähere Beschreibung] |
| Signatur | 9-35600 |
| Gesamtwerk/Reihe | Kunstradio - Radiokunst |
Information
Inhalt
"7. Mai" ist der Titel eines Textes von Andreas Okopenko, der die literarische Grundlage für die Radioarbeit "Stück von Okopenko" bildet. Andreas Okopenko pechschwarzer Humor kommt auch in seinem jüngsten Beitrag für das "Kunstradio" voll zu Geltung - sein Hörstück "Noch einen Sketch" war im Jahr 1989 in der Sendung zu hören-, denn jener besagte 7. Mai, dessen Alltagsszenerie zu Lande und in der Stadt Okopenko gleichsam aus der Vogelperspektive treffsicher beobachtet, scheint nicht nur der letzt 7. Mai für alle Zeiten, sondern auch der vorletzte Tag der Menschheit und ihres Planeten zu sein. Denn am 8. Mai des Jahres 2213 habe - so berichtet der Erzähler - die Sonne ihren Platz verlassen, "sich zum Riesen aufblähend, sodaß die Leute auf Proxiam Centauri ihr Nachtschauspiel hatten in Lauben, Betten und Observatorien..." Der mit fast allen österreichischen Literaturpreisen ausgezeichnete Schriftsteller schildert hier den "ganz normalen Alltag" als eine Aneinanderreihung von Minidramen, die von ihren jeweiligen Protagonisten aer offenbar nicht als solche empfunden werden. Der Abgrund der Verzweiflung, der sich rund um diesen "normalen Alltag" auftut, wird nur vom außenstehenden Beobachter erfaßt und artikuliert - und das nicht nur, weil die Beobachteten vom bevorstehenden Weltunter gang noch keine Ahnung haben. Da ist z. B. der Schuster, der ständig seinen Namen vor sich her murmeln muß, weil er Angst hat, in einem Berg von Schuhen selbst zum Schuh zu werden...
Petra Rosa von Süss