Kunstradio [25.01.1996]
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Kunstradio - Radiokunst
Katalogzettel
| Titel | Kunstradio [25.01.1996] |
| Titelzusatz |
"Obduktion" eine Radioarbeit von Elisabeth Schimana(20.30), AUER POWER Die Familie Auer im Radio und im Internet (5.06), "Through Water" von Tommi Zwedberg (10.25) |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Grundmann, Heidi [Moderation]
[GND
]
Auinger, Sam [Komponist/in] [GND ] Zwedberg, Tommi [Komponist/in] Schimana, Elisabeth [GND ] Riese, Katharina [GND ] ORF Radio Österreich 1 [Sendeanstalt] |
| Datum |
1996.01.25 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Kultur ; Radiosendung-Sendematerial |
| Typ | audio |
| Format |
TKAo [Tonband auf Kern (AEG); Ohne nähere Beschreibung] |
| Signatur | 9-35661 |
| Gesamtwerk/Reihe | Kunstradio - Radiokunst |
Information
Inhalt
Das Hörstück "Obduktion" ist Teil eines intermedialen Projekts, das ab 25. Jänner im Offenen Kulturhaus Graz auch als Klanginstallation zu hören und zu sehen sein wird. Des weiteren werden einzelne Klang- und Bildobjekte von "Obduktion" (Bilder von Organen, Texte, u.a. Material) im Internet zu finden sein. "Obduktion" setzt sich mit der Frage nach der materiellen (auch verwertbaren) und akustischen Wesensart des toten menschlichen Körpers auseinander: "Da ist nichts mehr, nur ein Stück leblose Materie" formuliert Elisabeth Schimana ihre Erfahrung, die sie im Obduktionssaal eines Spitals beim Beobachten der Vorgänge am Seziertisch machte. Sie nahm dabei die Geräusche auf, die beim Sezieren entstehen, sowie andere Neben- und Hintergrundtöne, die die Atmosphäre des Geschehens und des Ortes prägen. Die Bearbeitungsmethode des Originaltonmaterials gleicht dabei dem Seziervorgang: der leblose Körper wird in seine Einzelteile zerlegt, die Organe aus ihren Kreisläufen isoliert, sodaß jeder dieser Bestandteile als eigenständiges Objekt betrachtet werden kann. Diesem Prinzip gemäß löst die Künstlerin bestimmte akustische Phänomene aus der Gesamtheit der Tonaufzeichnungen. Im Stück sind sie als abgeschlossene vom übrigen Tonmaterial abgetrennte Geräusch- und Klangsequenzen zu hören: Wasserrauschen, Knochenbrechen, Knochensägen, Stimmen... Texte werden verlesen, die sich auf den Tod beziehen. Elisabeth Schimana: Der Tod hinterläßt keinen Klang, allein die Lebenden schaffen die akustische Situation am Seziertisch....