Oral-History-Interview mit Ildiko Koller - Teil 2
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Katalogzettel
| Titel | Oral-History-Interview mit Ildiko Koller - Teil 2 |
| Spieldauer | |
| Mitwirkende |
Koller, Ildiko [Interviewte/r]
Traska, Georg [Tontechniker/in] [GND ] Traska, Georg [Kamera] [GND ] Österreichische Akademie der Wissenschaften [Veranstalter] Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung [Fördergeber] |
| Datum |
2024.06.17 [Aufnahmedatum] |
| Ort |
Schwechat [Aufnahmeort]
|
| Schlagworte | Gesellschaft ; Kultur ; Politik ; Migration ; Interview ; Geschichtswissenschaft ; Bildung und Schulwesen ; Familie ; Sprache ; Revolution ; Malerei ; Unveröffentlichte Aufnahme |
| Typ | audio |
| Format |
DOV [Digitales Original Video] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | Österreichische Mediathek, E50-01015_Archiv, E50-01015_Web |
| Medienart | Digitale Archivkopie Video |
Information
Inhalt
Ildiko Koller wurde 1943 in Budapest geboren und verließ Ungarn 1956. Durch einen Zufall befand sie sich beim Ausbruch der Revolution mit ihrer Mutter zu Besuch in Wien. Dem Vater und zwei Brüdern gelang es kurz danach, aus Budapest zu fliehen. Da die Eltern ursprünglich aus Pressburg kamen, waren sie – wie die meisten Pressburger bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts – dreisprachig: deutsch-slowakisch-ungarisch, was ihnen in Österreich sehr half. Außerdem hatte der Vater eine besondere Expertise als Agrarfachmann – mit Kontakten nach Dänemark aus vorkommunistischer Zeit – und konnte daher beruflich leicht Fuß fassen.
Ildiko Koller und einer ihrer Brüder besuchten eine ungarische Schule in Innsbruck und waren bei unterschiedlichen Tiroler Gastfamilien untergebracht, was für das 13-jährige Mädchen nicht einfach war. Mit vorerst minimalen Deutschkenntnisse und von der eigenen Familie getrennt hatte sie Heimweh nach Ungarn, und erst mit der Zeit, als sie in einem Mädcheninternat wohnte, lebte sie sich ein. Sie interessierte sich früh für Zeichnung und Malerei, war fasziniert von Enkaustik (einer Maltechnik, die mit heißem Wachs als Bindemittel arbeitet) – und nach der Matura studierte sie Malerei an der Akademie der Bildenden Künste. Mit einem österreichischen Restaurator gründete sie eine Familie und lebt in einem Haus in Schwechat, wo in der Pension auch ihr Bruder einzog, der in Argentinien gelebt hatte.
Ildiko erzählt chronologisch genau, empfindsam ehemalige Gefühlslagen erinnernd und die Geschichte mit signifikanten Anekdoten ausmalend. In der Erzählung spielt das migrationsbiografische Element eine wichtige Rolle in ihrer Jugend, danach aber eine untergeordnete. Dann sind es ihre künstlerische Arbeit, die Familie und ihre beiden Kinder, ihre Gesundheit, auch Wahrnehmungen ihrer nächsten Umgebung, die die Erzählung ausmachen und das „Migrantische“ kann getrost in den Hintergrund rücken.
Das Interview führte Rebekka, eine Schülerin des Komenský-Gymnasiums (Wien) 2024 im Haus von Ildiko Koller im Rahmen des Projekts „Vielsprachiges Gedächtnis der Migration“ (Institut für Kulturwissenschaften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, unter der Leitung von Georg Traska, gefördert im Programm „Sparkling Science 2.0“ und finanziert vom BMBWF).
Ildiko Koller und einer ihrer Brüder besuchten eine ungarische Schule in Innsbruck und waren bei unterschiedlichen Tiroler Gastfamilien untergebracht, was für das 13-jährige Mädchen nicht einfach war. Mit vorerst minimalen Deutschkenntnisse und von der eigenen Familie getrennt hatte sie Heimweh nach Ungarn, und erst mit der Zeit, als sie in einem Mädcheninternat wohnte, lebte sie sich ein. Sie interessierte sich früh für Zeichnung und Malerei, war fasziniert von Enkaustik (einer Maltechnik, die mit heißem Wachs als Bindemittel arbeitet) – und nach der Matura studierte sie Malerei an der Akademie der Bildenden Künste. Mit einem österreichischen Restaurator gründete sie eine Familie und lebt in einem Haus in Schwechat, wo in der Pension auch ihr Bruder einzog, der in Argentinien gelebt hatte.
Ildiko erzählt chronologisch genau, empfindsam ehemalige Gefühlslagen erinnernd und die Geschichte mit signifikanten Anekdoten ausmalend. In der Erzählung spielt das migrationsbiografische Element eine wichtige Rolle in ihrer Jugend, danach aber eine untergeordnete. Dann sind es ihre künstlerische Arbeit, die Familie und ihre beiden Kinder, ihre Gesundheit, auch Wahrnehmungen ihrer nächsten Umgebung, die die Erzählung ausmachen und das „Migrantische“ kann getrost in den Hintergrund rücken.
Das Interview führte Rebekka, eine Schülerin des Komenský-Gymnasiums (Wien) 2024 im Haus von Ildiko Koller im Rahmen des Projekts „Vielsprachiges Gedächtnis der Migration“ (Institut für Kulturwissenschaften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, unter der Leitung von Georg Traska, gefördert im Programm „Sparkling Science 2.0“ und finanziert vom BMBWF).
Interviewerin: Rebecca