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Oral-History-Interview mit Yuval Yaari

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Vielsprachiges Gedächtnis der Migration

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Das Interview mit Yuval Yaari führte Georg Traska 2025 im Rahmen des Projekts „Vielsprachiges Gedächtnis der Migration“ (Institut für Kulturwissenschaften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, gefördert im Programm „Sparkling Science 2.0“ und finanziert vom BMBWF). Es war das einzige Interview, das Georg Traska als Projektleiter des partizipativen Oral-History-Projekts selbst führte, und zwar aus einem spezifischen Grund: Yuval Yaari ist der Enkel des 2016 verstorbenen Moshe Jahoda, den Georg Traska 18 Jahre früher als ex-österreichischen Holocaust-Überlebenden, dessen Schwerster und Eltern im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet worden waren, im Rahmen des Projekts „Herklotzgasse 21 und die jüdischen Räume in einem Wiener Grätzel“ interviewt hatte. Moshe Jahoda war 1939, noch nicht 13 Jahre alt, allein über eine zionistische Jugendorganisation nach Palästina geflohen. Nach einer Karriere als Ministerialbeamter und Diplomat des Staates Israel war er seit dem Jahr 2000 Repräsentant der Claims Conference in Österreich und damit zentraler Verhandlungspartner der österreichischen Regierung für Wiedergutmachungs- und Entschädigungsmaßnahmen.
Als Nachkomme eines aus Österreich kommenden Holocaust-Überlebenden erhielt Yuval Yaari die österreichische Staatsbürgerschaft und entschied sich – unzufrieden mit den gesellschaftlichen und persönlichen Verhältnissen in Israel – 2018 seinen Lebensmittelpunkt aus Israel hierher zu verlegen. Er kannte Wien von einigen Besuchen bei seinem Großvater, mit dem er eine besonders enge Verbindung hatte, und er hatte aus dieser Zeit einige Kontakte hier. Er lernte Deutsch, arbeitete als Verkäufer in einem Geschäft und fand schließlich eine Stelle in einem internationalen IT-Unternehmen. In diesem Job, der inzwischen ausschließlich online verrichtet wird, ist er allerdings auch ortsunabhängig, was zugleich die Bedeutung des Lebensmittelpunktes relativiert – insbesondere für einen Menschen ohne eigene Familie. Umso wichtiger ist das Hiphop-Tanzen, das ihn fast täglich in Kontakt mit anderen Menschen bringt. Yuval Yaari fühlt sich in Österreich nicht wirklich akzeptiert und meint, dass Österreicher:innen nur Freundschaften mit Österreicher:innen suchen. Er plante, nach Krakau zu übersiedeln, wo er sich wohl fühlt, leichter Freunde fand als in Wien, einen guten Tanztrainer hat; und lernte zum Zeitpunkt des Interviews bereits intensiv Polnisch. Die Verbindung zu Israel und seiner Familie hält er aufrecht, aber nicht mit sehr hoher Intensität. Vor allem ist er sehr kritisch gegenüber der Regierung Netanjahu, deren Politik in Richtung Diktatur führe.

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