Oral History Interview mit Maria Haydn
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Inhalt
Gesprächsthemen: „Anschluss“ – Allentsteig – Alter – Arbeit – Aussiedelung – Aussiedlung – Bauern – Bauernhaus – Bauernhof – bäuerliches Milieu – Beruf – Besatzung – Dialekt – Diktaturen und totalitäre Regime – Dorf – Ehe – Ehefrau – Eltern – Ernährung – Erwachsenwerden – Familie – Frauen – Frauenarbeit – Frauenbilder – Frauenrollen – Freizeit – Gefallenenmeldung – Geschlechterrollen – Geselligkeit – Glaube – Handarbeit – Hausarbeit – Hausfrau – Haushalt – Haushaltungsschule – Heirat – Hochstraß – Jugend – katholisch – katholische Kirche – Katholizismus – Kind – Kinder – Kinderbetreuung – Kindheit – Kindheit im Nationalsozialismus – Konservative – Krieg – Kriegskindheit – Kriegsvermisster – Land – Landwirtschaft – landwirtschaftliche Arbeit – Lebensmittel – Menstruation – Mundart – Mutter – Nachkriegszeit – Nahrung – Nationalsozialismus - Niederösterreich – NS – NS-Zeit – ÖVP – Patriarchat – Pensionistin – Politik – Religion – Religiosität – russische Besatzung – Schutzstaffel – Senioren – sexuelle Aufklärung – soziale Schicht – sowjetische Besatzung – SS – technischer Fortschritt – traditionelle Geschlechterrollen – Truppenübungsplatz Allentsteig – Turnen – Turnverein – verheiratet – vermisst – Vorfahren – Ziehharmonika – Zwangsarbeiter – Zweiter Weltkrieg – Hürm
ZUSAMMENFASSUNG DES INTERVIEWS/KURZBIOGRAFIE
Maria Haydn wurde als Maria Hofbauer am 20. Februar 1931 als zweites von insgesamt drei Kindern in eine Bauernfamilie geboren. Der Hof der Eltern befand sich in Edelbach im Waldviertel in Niederösterreich. 1938, Maria war sieben Jahre alt und besuchte die erste Klasse der örtlichen Volksschule, musste die Familie den Hof aufgeben, da Edelbach und die umliegenden Orte Teil eines Truppenübungsplatzes für das NS-Militär werden sollten. Nur wenige Wochen hatte die Familie Zeit ein neues Zuhause zu finden. So schnell wurde nichts gefunden, weshalb die Familie erst einmal bei einer Tante unterkam. Der Hof wurde geschätzt, der Betrag kam auf ein Sperrkonto. Den neuen Hof, den Maria Haydns Vater in Kilb, im Mostviertel kaufte, war allerdings weitaus kleiner als der alte. Der Differenzbetrag verblieb allerdings beim Staat und wurde nicht ausbezahlt. In Kilb fühlte Maria sich sehr wohl, das Haus gefiel ihr und sie genoss das lebendige Leben im Dorf. 1942 fiel ihr Bruder in der Schlacht von Stalingrad, die Nachricht erreichte die Familie erst einige Jahre später. 1949 besuchte Maria eine Haushaltungsschule im Kloster Hochstraß. Diese Zeit hat sie sehr positiv in Erinnerung. Gerne hätte sie eine Handelsschule besuchen und als Bürokauffrau gearbeitet, doch ein weiterer Schulbesuch und/oder eine Lehre ist für die Eltern nicht denkbar.
1951 heiratete Maria Erich. Der Umzug in den neuen Ort, ins neue Haus und die neue Familie fiel ihr anfangs sehr schwer. In wenigen Jahren bekommen die beiden vier Söhne. Marias Leben war fortan dominiert von der landwirtschaftlichen Arbeit und Kindererziehung.
Heute wird die Landwirtschaft bereits von Frau Haydns Enkel betrieben, der nun mit ihr im Haus lebt. Mit ihren Nachkommen pflegt Maria Haydn ein gutes Auskommen.
Politisch engagiert oder sonderlich interessiert hat sich Maria nie, dennoch hat sie Zeit ihres Lebens die ÖVP gewählt, auch wenn sie heute kritischer auf die Partei blickt. Sehr wichtig ist ihr ihr katholischer Glaube, der sie bereits ihr ganzes Leben lang begleitet und ihr stets Halt gab. Als Kind war sie sehr begeisterte Turnerin, zwischenzeitlich hat sie für dieses Hobby keine Zeit, doch im Alter ist sie wieder Mitglied des örtlichen Turnvereins. Seit ihrer Pension in den 1980ern reist Maria sehr gerne. Mitte der 1990er Jahre wird Marias Mutter pflegebedürftig, aus diesem Grund zieht Maria einige Zeit zu ihr. Diese Zeit hat sie als sehr schön und erfüllend in Erinnerung, da sie ihrer Mutter durch die Pflege viel zurückgeben konnte, wie sie erzählt. 2016 wird Marias Ehemann kurze Zeit pflegebedürftig, ihn pflegt sie gemeinsam mit ihrem Sohn Adalbert, ehe er verstirbt. Seither lebt Maria allein in ihre Wohnung im großen Bauernhaus ihres Enkels, der nur wenige Türen weiter mit seiner Familie lebt.
Maria Haydns Sohn Wolfgang verarbeitete von Maria niedergeschriebene Kindheitserinnerungen in seinem Buch „Edelbach. Maries aufregendes Waldviertel. Geschichten aus der gestohlenen Heimat“.
Maria Haydn wurde als Maria Hofbauer am 20. Februar 1931 als zweites von insgesamt drei Kindern in eine Bauernfamilie geboren. Der Hof der Eltern befand sich in Edelbach im Waldviertel in Niederösterreich. 1938, Maria war sieben Jahre alt und besuchte die erste Klasse der örtlichen Volksschule, musste die Familie den Hof aufgeben, da Edelbach und die umliegenden Orte Teil eines Truppenübungsplatzes für das NS-Militär werden sollten. Nur wenige Wochen hatte die Familie Zeit ein neues Zuhause zu finden. So schnell wurde nichts gefunden, weshalb die Familie erst einmal bei einer Tante unterkam. Der Hof wurde geschätzt, der Betrag kam auf ein Sperrkonto. Den neuen Hof, den Maria Haydns Vater in Kilb, im Mostviertel kaufte, war allerdings weitaus kleiner als der alte. Der Differenzbetrag verblieb allerdings beim Staat und wurde nicht ausbezahlt. In Kilb fühlte Maria sich sehr wohl, das Haus gefiel ihr und sie genoss das lebendige Leben im Dorf. 1942 fiel ihr Bruder in der Schlacht von Stalingrad, die Nachricht erreichte die Familie erst einige Jahre später. 1949 besuchte Maria eine Haushaltungsschule im Kloster Hochstraß. Diese Zeit hat sie sehr positiv in Erinnerung. Gerne hätte sie eine Handelsschule besuchen und als Bürokauffrau gearbeitet, doch ein weiterer Schulbesuch und/oder eine Lehre ist für die Eltern nicht denkbar.
1951 heiratete Maria Erich. Der Umzug in den neuen Ort, ins neue Haus und die neue Familie fiel ihr anfangs sehr schwer. In wenigen Jahren bekommen die beiden vier Söhne. Marias Leben war fortan dominiert von der landwirtschaftlichen Arbeit und Kindererziehung.
Heute wird die Landwirtschaft bereits von Frau Haydns Enkel betrieben, der nun mit ihr im Haus lebt. Mit ihren Nachkommen pflegt Maria Haydn ein gutes Auskommen.
Politisch engagiert oder sonderlich interessiert hat sich Maria nie, dennoch hat sie Zeit ihres Lebens die ÖVP gewählt, auch wenn sie heute kritischer auf die Partei blickt. Sehr wichtig ist ihr ihr katholischer Glaube, der sie bereits ihr ganzes Leben lang begleitet und ihr stets Halt gab. Als Kind war sie sehr begeisterte Turnerin, zwischenzeitlich hat sie für dieses Hobby keine Zeit, doch im Alter ist sie wieder Mitglied des örtlichen Turnvereins. Seit ihrer Pension in den 1980ern reist Maria sehr gerne. Mitte der 1990er Jahre wird Marias Mutter pflegebedürftig, aus diesem Grund zieht Maria einige Zeit zu ihr. Diese Zeit hat sie als sehr schön und erfüllend in Erinnerung, da sie ihrer Mutter durch die Pflege viel zurückgeben konnte, wie sie erzählt. 2016 wird Marias Ehemann kurze Zeit pflegebedürftig, ihn pflegt sie gemeinsam mit ihrem Sohn Adalbert, ehe er verstirbt. Seither lebt Maria allein in ihre Wohnung im großen Bauernhaus ihres Enkels, der nur wenige Türen weiter mit seiner Familie lebt.
Maria Haydns Sohn Wolfgang verarbeitete von Maria niedergeschriebene Kindheitserinnerungen in seinem Buch „Edelbach. Maries aufregendes Waldviertel. Geschichten aus der gestohlenen Heimat“.