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Oral History Interview mit Josef O.

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Inhalt

Gesprächsthemen: Alter – Amateurfußball – Amateursport – Arbeit – Bauern – Bauernhaus – Bauernhof – bäuerliches Milieu – Beruf – Besatzung – Dialekt – Diktaturen und totalitäre Regime – Dorf – Ehe – Ehemann – Eltern – Erwachsenwerden – Familie – Filialleiter – Filialleitung – Freizeit – Gemeinderat – Gemeindepolitiker – Geschlechterrollen – Geselligkeit – Glaube – Heirat – Jugend – katholisch – katholische Kirche – Katholizismus – Kind – Kinder – Kindheit – Kindheit im Nationalsozialismus – Kirnberg an der Mank – Konservative – Krieg – Kriegskindheit – Lagerhaus – Land – Landwirtschaft – landwirtschaftliche Arbeit – landwirtschaftliche Fachschule – Melken – Mundart – Nachkriegszeit – Nationalsozialismus - Niederösterreich – NS – NS-Zeit – ÖVP – Patriarchat – Pensionist – Politik – Politiker – politische Differenzen – politische Diskussion – politische Gesinnung – politische Lage – politisches Engagement – Religion – Religiosität – russische Besatzung – Senioren – Seniorenbund – sexuelle Aufklärung – soziale Schicht – sowjetische Besatzung – technischer Fortschritt – traditionelle Geschlechterrollen – verheiratet – Vorfahren – Weihnachten – Zwangsarbeiter – Zweiter Weltkrieg – Steinakirchen am Forst
Josef O. wird 1934 als zweites von insgesamt drei Kindern in eine Hilfsarbeiter*innenfamilie geboren. Die Familie lebt in Schönegg bei Steinakirchen am Forst in einer Wohnung und zieht etwa 1940 in den von der Mutter geerbten Bauernhof wenige Kilometer weiter nach Buch. Die Mutter erbt den Hof, da ihr Bruder, der eigentlich der Hoferbe war, im Zweiten Weltkrieg gefallen ist. Josef O. besucht die Volksschule in Neumarkt an der Ybbs und die Hauptschule in Steinakirchen am Forst. Danach arbeitet er als landwirtschaftlicher Hilfsarbeiter im elterlichen Betrieb. Bei einem landwirtschaftlichen Fortbildungskurs, in dem den Teilnehmenden eine neue Methode zum Melken von Kühen gelehrt wird, interessiert Herr O. sich für die Tätigkeit der „Melklehrer“. In einer Schule bei Tulln absolviert er die Ausbildung zum „Melklehrer“, sein Praktikum macht er ein Jahr lang in einem Gutsbetrieb in Wilhelmsburg. Dort interessiert ihn die Tätigkeit des Gutsverwalters, weshalb er die landwirtschaftliche Fachschule in Gießhübl bei Amstetten besucht. Die Ausbildung beinhaltet auch kaufmännische Inhalte, wodurch Herr O. anschließend im Lagerhaus Kilb arbeitet. In den 1960ern übernimmt er als Filialleiter den Standort in Texing. 1964 verliebt Herr O. sich in die aus Kirnberg stammende Kundin Juliana Mayer, weil sie „so fesch war“. Im selben Jahr heiraten die beiden und Josef O. zieht zu Juliana, die das Haus ihrer Eltern, in dem der Vater einen Tischlereibetrieb führt, übernimmt. In den 1960ern und 70ern bekommen Josef und Juliana gemeinsam vier Kinder. In den 1970ern ist Josef. O. für zwei Perioden im Gemeinderat für die ÖVP in Kirnberg. Obwohl er bis heute Parteimitglied ist, weiß er die Partei durchaus auch kritisch zu betrachten. 1980 wird der Lagerhausstandort in Texing geschlossen und Herr O. übernimmt die Filialleitung in seinem Wohnort Kirnberg an der Mank. 1994 wird Herr O. pensioniert. Später leitet er jahrelang den örtlichen Seniorenbund. Herr O. treibt gerne Sport, auch mit über 90 Jahren, fährt er gerne weitere Touren mit seinem Elektrorad. Josef O. beschäftigt sich sehr kritisch mit dem Weltgeschehen und politischen Vorgängen. Er beschreibt sich selbst als toleranten Menschen, christlich-sozial eingestellt und „erzählen kann man mir nicht alles“.

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