zurück

Oral-History-Interview mit Mohamed Jouma Almoussly - Ausschnitt

Rechtliches

Zitieren

Katalogzettel

Titel Oral-History-Interview mit Mohamed Jouma Almoussly - Ausschnitt
Titelzusatz Ausschnitt
Spieldauer 00:03:08
Mitwirkende Almoussly, Mohamed Jouma [Interviewte/r]
Gattas, Ghaid [Interviewer/in]
Gattas, Ghaid [Übersetzer/in/Dolmetscher/in]
Abado, Ranad [Übersetzer/in/Dolmetscher/in]
Traska, Georg [Kamera] [GND ]
Traska, Georg [Tontechniker/in] [GND ]
Österreichische Akademie der Wissenschaften [Veranstalter]
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung [Fördergeber]
Datum 2023.06.23 [Aufnahmedatum]
Ort Wien [Aufnahmeort]
Schlagworte Gesellschaft ; Kultur ; Politik ; Politik Österreich ; Migration ; Interview ; Geschichtswissenschaft ; Bildung und Schulwesen ; Straftaten ; Familie ; Krieg ; Islam ; Politikwissenschaften ; Unveröffentlichte Aufnahme
Örtliche Einordnung Österreich
Syrien
21. Jahrhundert - 20er Jahre
Typ video
Format DFFFV1 [FFV1-Codec im AVI-Container]
DFMPG [Dateiformat: MPG]
DFFLV [Dateiformat: FLV]
Sprache Arabisch
Deutsch
Signatur Österreichische Mediathek, e50-00997_b01_k01, e50-00997_b01_k02, e50-00997_b01
Medienart avi-Videodatei

Information

Inhalt

Das Interview mit Mohamed Jouma Almouslly wurde 2023 in arabischer Sprache im Rahmen des Projekts „Vielsprachiges Gedächtnis der Migration“ (Institut für Kulturwissenschaften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, unter der Leitung von Georg Traska, gefördert im Programm „Sparkling Science 2.0“ und finanziert vom BMBWF) geführt.
Das Interview mit Herrn Almouslly folgte unmittelbar jenem mit seiner Frau Samiha Oyoun Al Nabulsi. Beide wurden von Ghaid interviewt, die damals am Ende ihrer Schullaufbahn stand. Sie ist die Tochter einer syrischen Familie, mit der der Projektleiter Georg Traska gut bekannt ist und die 2013 aus dem Land floh – zuerst der Vater und die übrige Familie ein Jahr später folgend. Das heißt, Ghaid erfuhr selbst die Flucht aus dem von Gewalt zerrissenen Land, die vorübergehende Trennung von ihrem Vater und den Neuanfang in Österreich. Altersbedingt entspricht ihre Erlebnisperspektive ungefähr jener von Herrn Almousllys Tochter, die als Schülerin des Abendgymnasiums das Interview mit ihren Eltern vermittelte.
Die Erzählung von Herrn Almouslly setzt ein, als die Situation in Syrien immer schlechter wurde. Das betrifft die Zeit ab 2011, als das Regime von Baschar Al-Assad mit Gewalt auf den Arabischen Frühling reagierte und einen Bürgerkrieg auslöste, in dem das Land und seine Bevölkerung in vielfältigen Fraktionskämpfen zermürbt wurden und während dessen der Islamische Staat (IS) vorübergehend weite Teile Syriens und des angrenzenden Iraks beherrschte.
Damals ging die Familie in den Irak, wo sie jedoch bald vom IS eingeholte wurde. Als sich die zivile und wirtschaftliche Situation auch hier zunehmend verschlechterte, floh Herr Almouslly vorerst allein Richtung Europa: auf einem lebensbedrohlichen und strapaziösen Weg voller Ungewissheiten, über das Meer nach Griechenland und auf dem Landweg weiter bis nach Österreich, wo er im September 2015 ankam. Es war schwierig für Herrn Almouslly sich zurechtzufinden und zu verstehen, wie mit ihm hier (bürokratisch) verfahren wurde.
Er betont das hohe Ideal, das er von Wien als Ort der „globalen Zivilisation und Kunst“ hatte, und dass er noch aus der Unterbringung im Flüchtlingslager Museen und Schlösser der Stadt sowie Kunstgalerien besucht habe. Doch gelang es ihm nicht, sich mit eigenen künstlerischen Aktivitäten ins Kulturleben der Stadt zu integrieren, wie er erhofft hatte. Er blieb isoliert im Privatleben durch ein Ineinandergreifen von Sprachschwierigkeiten, Absonderungsregeln der Covid-Pandemie, der Nicht-Anerkennung seiner Ausbildung und – im Interview mehr implizit als explizit greifbar – durch sein Alter. Inzwischen erhält er eine Pension, was ihm zwar Sicherheit gewährt, aber die ersehnte werktätige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben weiter erschwert.
Gleichwohl ergreift Herr Almouslly bereitwillig die Gelegenheit, um über sein Leben, seine Fluchtgeschichte und seine Anstrengung um gesellschaftliche, insbesondere künstlerische Teilhabe zu erzählen. Optimistischer Fokus ist die Zukunft seiner Töchter, deren gute Ausbildung in Österreich und entsprechende berufliche Möglichkeiten.
Interessant ist auch, wie eindringlich Ghaid – vor dem Hintergrund ihrer eigenen und den Erfahrungen ihrer Familie – nach gesundheitlichen und psychischen Nachwirkungen der Flucht fragt; danach, wie Herr Almouslly in der Zeit der Trennung mit seiner Familie kommunizieren konnte; oder nach Parallelen zwischen der Absonderungspflicht durch die Covid-Regeln und den haftähnlichen Bedingungen in Lagern.
Ausschnitt

Sammlungsgeschichte

Lebensgeschichtliches Interview

Download


Metadaten

Das Medium in Onlineausstellungen

Dieses Medium wird hier verwendet:

Mediathek Logo