Gespräch mit dem Buchwissenschafter und Leiter mehrerer Publikumsverlage Dr. Günther Fetzer, geb. 1946
Katalogzettel
| Titel | Gespräch mit dem Buchwissenschafter und Leiter mehrerer Publikumsverlage Dr. Günther Fetzer, geb. 1946 |
| Titelzusatz |
Buchmenschen erzählen |
| Spieldauer | 01:52:49 |
| Mitwirkende |
Schnepf, Michael [Interviewer/in]
Fetzer, Günther [Interviewte/r] |
| Datum |
2025.08.13 [Aufnahmedatum] |
| Ort |
Grasbrunn [Aufnahmeort]
|
| Schlagworte | Literatur ; Medien und Kommunikation ; Wirtschaft ; Gesellschaft ; Kultur ; Interview ; Printmedien ; Arbeitsbedingungen ; Handwerk und Gewerbe ; Unveröffentlichte Aufnahme |
| Örtliche Einordnung |
Deutschland
München Bern Erlangen |
|
20. Jahrhundert - 60er Jahre
20. Jahrhundert - 70er Jahre 20. Jahrhundert - 80er Jahre 20. Jahrhundert - 90er Jahre |
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| Typ | audio |
| Format |
DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | Österreichische Mediathek, e12-06024_k02 |
| Medienart | Mp3-Audiodatei |
Information
Inhalt
Günther Fetzer, geboren 1946, ist ein deutscher Buchwissenschaftler und Verlagsmanager, der als Lektor und in leitenden Funktionen in mehreren Publikumsverlagen tätig war. Im Zeitzeugeninterview schildert er seinen beruflichen Weg und zentrale Entwicklungen im Verlagswesen seit den 1970er-Jahren.
Nach einem Studium der Germanistik begann Fetzer seine Laufbahn am Deutschen Literaturarchiv Marbach, wo er an Editionsprojekten arbeitete. 1979 wechselte er in den Carl Hanser Verlag und war dort als Lektor und in der Geschäftsführung tätig. Er beschreibt Veränderungen in der Programmarbeit sowie die zunehmende Ausrichtung auf marktorientierte Strategien, die sich in Auswahlprozessen, Lizenzgeschäften und verstärktem Marketingeinsatz niederschlugen.
Ein Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf seiner Tätigkeit im Heyne Verlag ab 1984, wo er das Taschenbuchprogramm verantwortete. Fetzer beschreibt die Arbeitsorganisation in einem stark vertriebsorientierten Umfeld mit hoher Titelproduktion, standardisierten Abläufen und vergleichsweise schlanker Personalstruktur. Zugleich thematisiert er den Übergang von einem Anbieter- zu einem Käufermarkt. Das Taschenbuch erscheint dabei als industriell geprägtes Format mit hoher Auflagenorientierung und serieller Programmstruktur.
Ein weiterer Schwerpunkt betrifft seine Tätigkeit in leitenden Funktionen bei weiteren Verlagen, darunter der Scherz Verlag und Droemer Knaur. Fetzer beschreibt organisatorische Veränderungen im Zuge von Unternehmensübernahmen sowie die zunehmende Bedeutung von Marketing und konzerninternen Steuerungsprozessen. Darüber hinaus geht er auf wirtschaftliche Herausforderungen ein, die sich aus veränderten Marktbedingungen und der Abhängigkeit von erfolgreichen Titeln ergaben. Seine spätere Lehrtätigkeit an der Universität Erlangen-Nürnberg, in der er Erfahrungen aus der Verlagspraxis in die Ausbildung im Bereich Buchwissenschaft einbrachte, bildet einen weiteren Aspekt des Gesprächs.
Das Gespräch zeigt die Entwicklung des Verlagswesens im Zusammenspiel von Programmarbeit, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und organisatorischen Veränderungen und verdeutlicht den Wandel von angebotsorientierten zu stark marktorientierten Strukturen im Buchmarkt seit den 1970er-Jahren. (Buchmenschen erzählen)
Nach einem Studium der Germanistik begann Fetzer seine Laufbahn am Deutschen Literaturarchiv Marbach, wo er an Editionsprojekten arbeitete. 1979 wechselte er in den Carl Hanser Verlag und war dort als Lektor und in der Geschäftsführung tätig. Er beschreibt Veränderungen in der Programmarbeit sowie die zunehmende Ausrichtung auf marktorientierte Strategien, die sich in Auswahlprozessen, Lizenzgeschäften und verstärktem Marketingeinsatz niederschlugen.
Ein Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf seiner Tätigkeit im Heyne Verlag ab 1984, wo er das Taschenbuchprogramm verantwortete. Fetzer beschreibt die Arbeitsorganisation in einem stark vertriebsorientierten Umfeld mit hoher Titelproduktion, standardisierten Abläufen und vergleichsweise schlanker Personalstruktur. Zugleich thematisiert er den Übergang von einem Anbieter- zu einem Käufermarkt. Das Taschenbuch erscheint dabei als industriell geprägtes Format mit hoher Auflagenorientierung und serieller Programmstruktur.
Ein weiterer Schwerpunkt betrifft seine Tätigkeit in leitenden Funktionen bei weiteren Verlagen, darunter der Scherz Verlag und Droemer Knaur. Fetzer beschreibt organisatorische Veränderungen im Zuge von Unternehmensübernahmen sowie die zunehmende Bedeutung von Marketing und konzerninternen Steuerungsprozessen. Darüber hinaus geht er auf wirtschaftliche Herausforderungen ein, die sich aus veränderten Marktbedingungen und der Abhängigkeit von erfolgreichen Titeln ergaben. Seine spätere Lehrtätigkeit an der Universität Erlangen-Nürnberg, in der er Erfahrungen aus der Verlagspraxis in die Ausbildung im Bereich Buchwissenschaft einbrachte, bildet einen weiteren Aspekt des Gesprächs.
Das Gespräch zeigt die Entwicklung des Verlagswesens im Zusammenspiel von Programmarbeit, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und organisatorischen Veränderungen und verdeutlicht den Wandel von angebotsorientierten zu stark marktorientierten Strukturen im Buchmarkt seit den 1970er-Jahren. (Buchmenschen erzählen)
Das Interview ist Teil des Oral History-Projekts „Buchmenschen erzählen", das Erinnerungen zentraler Akteurinnen und Akteure des deutschsprachigen Literatur- und Buchbetriebs der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dokumentiert. Ziel des Projekts ist es, Arbeitsweisen, Netzwerke und Entscheidungsprozesse aus erster Hand festzuhalten. Die Interviews werden aufgezeichnet, transkribiert und in der Österreichischen Mediathek sowie im Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek archiviert und öffentlich zugänglich gemacht. Initiiert wurde das Projekt von Michael Schnepf, Mitgründer und langjähriger Mitherausgeber des Magazins Buchkultur, der alle Gespräche selbst führt.
Schlagworte:
Oral History, Kulturpolitik, Literaturförderung, Literaturvermittlung, Literarische Öffentlichkeit, Österreichische Gesellschaft für Literatur, Kulturabteilung der Stadt Wien, Wolfgang Kraus, Reinhard Urbach, Ernst Wolfram Marboe, Helmut Zilk, Alfred Kolleritsch, Alte Schmiede,ORF, Börsenblatt des deutschen Buchhandels, Zsolnay Verlag, Residenz Verlag, Lesungen, Verlagsförderung, Literaturpreise, Kulturverwaltung, Förderinstrumente, Nachkriegszeit, Kalter Krieg, Ostblock, Europäische Integration.
Oral History, Kulturpolitik, Literaturförderung, Literaturvermittlung, Literarische Öffentlichkeit, Österreichische Gesellschaft für Literatur, Kulturabteilung der Stadt Wien, Wolfgang Kraus, Reinhard Urbach, Ernst Wolfram Marboe, Helmut Zilk, Alfred Kolleritsch, Alte Schmiede,ORF, Börsenblatt des deutschen Buchhandels, Zsolnay Verlag, Residenz Verlag, Lesungen, Verlagsförderung, Literaturpreise, Kulturverwaltung, Förderinstrumente, Nachkriegszeit, Kalter Krieg, Ostblock, Europäische Integration.