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Gespräch mit dem Wiener Bibliothekar Stefan Horvath

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Katalogzettel

Titel Gespräch mit dem Wiener Bibliothekar Stefan Horvath
Titelzusatz Buchmenschen erzählen
Spieldauer 02:11:03
Mitwirkende Schnepf, Michael [Interviewer/in]
Horvath, Stefan [Interviewte/r] [GND ]
Datum 2025.10.31 [Aufnahmedatum]
Ort Wien [Aufnahmeort]
Schlagworte Literatur ; Medien und Kommunikation ; Bildung ; Gesellschaft ; Kultur ; Interview ; Printmedien ; Bildung und Schulwesen ; Arbeitsbedingungen ; Bibliothek ; Kinder und Jugend ; Universität ; Unveröffentlichte Aufnahme
Örtliche Einordnung Österreich
Bundesland / Wien
20. Jahrhundert - 50er Jahre
20. Jahrhundert - 60er Jahre
20. Jahrhundert - 70er Jahre
20. Jahrhundert - 80er Jahre
20. Jahrhundert - 90er Jahre
Typ audio
Format DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV]
Sprache Deutsch
Signatur Österreichische Mediathek, e12-06027_k02
Medienart Mp3-Audiodatei

Information

Inhalt

Stefan Horvath, geboren 1936, ist ein österreichischer Bibliothekar, der die Entwicklung der Wiener Städtischen Büchereien seit den 1960er-Jahren maßgeblich mitgestaltete. Im Zeitzeugeninterview schildert er seinen beruflichen Weg und zentrale Entwicklungen im öffentlichen Bibliothekswesen.

Horvath begann seine Tätigkeit 1965 in einer Zweigstelle der Wiener Büchereien und war zunächst mit praktischen Aufgaben wie Katalogisierung, Bestandskontrolle und Buchpflege befasst. Er beschreibt die Arbeitsbedingungen als überwiegend manuell organisiert sowie die Bedeutung persönlicher Beratung im direkten Kontakt mit den Nutzerinnen und Nutzern. In diesem Zusammenhang thematisiert er die Unterschiede zwischen Theken- und Freihandbüchereien sowie den schrittweisen Übergang zu offenen Bestandsstrukturen.

Ein Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf den Modernisierungsprozessen seit den 1970er-Jahren. Mit seinem Wechsel 1970 in die Hauptbücherei im Haus des Buches in der Skodagasse war Horvath an der Einführung der elektronischen Datenverarbeitung beteiligt, die zu veränderten Arbeitsabläufen und erweiterten Nutzungsmöglichkeiten führte. Zugleich beschreibt er die Entwicklung zentral organisierter Erwerbungsprozesse sowie die Zusammenarbeit mit Buchhandel und Verlagen. Auch internationale Kontakte, insbesondere nach Deutschland, spielten eine wichtige Rolle, etwa beim Austausch über bibliothekarische Systeme und bei der Orientierung an Modellen wie der EKZ.

Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die Funktion öffentlicher Bibliotheken im urbanen Raum. Horvath beschreibt steigende Nutzerzahlen, die Erweiterung des Medienangebots um audiovisuelle Formate sowie die Rolle der Bibliothek als sozialer Treffpunkt. Dabei geht er auch auf die Bedeutung der Bücherbusse ein, die seit den 1950er-Jahren eingesetzt wurden, um periphere Stadtteile zu erreichen, jedoch mit praktischen und technischen Problemen verbunden waren. Darüber hinaus thematisiert er strukturelle Rahmenbedingungen wie begrenzte Ressourcen, Personalfragen und die Einbindung in kommunale Bildungspolitik. Der Neubau der Wiener Hauptbücherei, der in den 1990er-Jahren beschlossen und 2003 am Urban-Loritz-Platz eröffnet wurde, markiert eine Phase institutioneller Neuorganisation und gestiegener Sichtbarkeit.

Das Gespräch zeigt die Entwicklung des öffentlichen Bibliothekswesens im Zusammenspiel von organisatorischen Veränderungen, technischen Innovationen und gesellschaftlichen Funktionen und verdeutlicht den Wandel von manuell geprägten Arbeitsweisen hin zu digital unterstützten und stärker öffentlich orientierten Bibliotheksstrukturen. (Buchmenschen erzählen)
Das Interview ist Teil des Oral History-Projekts „Buchmenschen erzählen", das Erinnerungen zentraler Akteurinnen und Akteure des deutschsprachigen Literatur- und Buchbetriebs der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dokumentiert. Ziel des Projekts ist es, Arbeitsweisen, Netzwerke und Entscheidungsprozesse aus erster Hand festzuhalten. Die Interviews werden aufgezeichnet, transkribiert und in der Österreichischen Mediathek sowie im Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek archiviert und öffentlich zugänglich gemacht. Initiiert wurde das Projekt von Michael Schnepf, Mitgründer und langjähriger Mitherausgeber des Magazins Buchkultur, der alle Gespräche selbst führt.

Sammlungsgeschichte

Archivbestand Österreichische Mediathek ohne weitere Sammlungszuordnung

Art der Aufnahme

Interview

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