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Gespräch mit dem Weltliteratur-Verleger und Digitalpionier Lucien Leitess

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Zeitzeugen aus der Buchbranche

Katalogzettel

Titel Gespräch mit dem Weltliteratur-Verleger und Digitalpionier Lucien Leitess
Titelzusatz Buchmenschen erzählen
Urheber/innen und Mitwirkende Schnepf, Michael [Interviewer/in]
Leitess, Lucien [Interviewte/r] [GND ]
Datum 2025.07.14 [Aufnahmedatum]
Ort Leiben [Aufnahmeort]
Schlagworte Literatur ; Medien und Kommunikation ; Interview ; Printmedien ; Arbeitsbedingungen ; Kalter Krieg ; Globalisierung und multinationale Konzerne ; Unveröffentlichte Aufnahme
Örtliche Einordnung Zürich
Ägypten
Türkei
20. Jahrhundert - 70er Jahre
20. Jahrhundert - 80er Jahre
20. Jahrhundert - 90er Jahre
21. Jahrhundert - Nullerjahre
21. Jahrhundert - 10er Jahre
Typ audio
Format DFMP3 [Dateiformat: MP3]
DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV]
Sprache Deutsch
Gesamtwerk/Reihe Zeitzeugen aus der Buchbranche

Information

Inhalt

Lucien Leitess, geboren 1950, ist ein Schweizer Verleger und Gründer des Unionsverlags, der seit den 1970er-Jahren internationale Literatur im deutschsprachigen Raum vermittelt. Im Zeitzeugeninterview schildert er seinen beruflichen Weg und zentrale Entwicklungen im Verlagswesen seit den 1970er-Jahren.

Leitess gründete den Unionsverlag 1975 und entwickelte ihn aus einem zunächst klein strukturierten Unternehmen zu einem Verlag mit international ausgerichtetem Programm. Ausgangspunkt seiner verlegerischen Tätigkeit war das Interesse an literarischen Stimmen, die im deutschsprachigen Buchmarkt bislang wenig präsent waren. Diese Programmatik stand im Kontext der politischen Umbrüche um 1968 und der Entstehung einer neuen, politisch geprägten Verlagsszene, in der Literatur als Teil gesellschaftlicher und internationaler Befreiungsbewegungen verstanden wurde. Die frühen Arbeitsbedingungen waren durch begrenzte Ressourcen und eine geringe institutionelle Absicherung geprägt.

Ein Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf der Programmarbeit mit internationaler Literatur. Die Hinwendung entwickelte sich dabei direkt aus politischen Solidaritätsbewegungen, insbesondere im Kontext antikolonialer und antiimperialistischer Diskurse. Leitess beschreibt den Aufbau von Kontakten zu Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Weltregionen sowie die langfristige Entwicklung eines entsprechenden Verlagsprogramms. Dabei spielten persönliche Netzwerke, Übersetzungsarbeit und kontinuierliche Zusammenarbeit eine zentrale Rolle. Zugleich thematisiert er die wirtschaftlichen Herausforderungen, die sich aus Übersetzungskosten und unsicheren Absatzmöglichkeiten ergaben.

Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die strukturellen Rahmenbedingungen kleiner Verlage. Leitess beschreibt Veränderungen im Buchhandel, zunehmende Konzentrationsprozesse sowie die Bedeutung von Vertrieb und Sichtbarkeit im Markt. Darüber hinaus geht es auf die Einführung digitaler Technologien ein, die seit den 1980er-Jahren Arbeitsabläufe im Verlag veränderten, etwa in der Organisation von Produktions- und Verwaltungsprozessen sowie später im Zuge der Umstellung auf die ISBN-13.

Das Gespräch zeigt die Entwicklung eines unabhängigen Verlags im Zusammenspiel von programmatischer Ausrichtung, internationalen Netzwerken und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und verdeutlicht die Arbeitsweisen kleiner und mittlerer Verlage im Kontext struktureller Veränderungen des Buchmarkts seit den 1970er-Jahren. (Buchmenschen erzählen)
Das Interview ist Teil des Oral History-Projekts „Buchmenschen erzählen", das Erinnerungen zentraler Akteurinnen und Akteure des deutschsprachigen Literatur- und Buchbetriebs der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dokumentiert. Ziel des Projekts ist es, Arbeitsweisen, Netzwerke und Entscheidungsprozesse aus erster Hand festzuhalten. Die Interviews werden aufgezeichnet, transkribiert und in der Österreichischen Mediathek sowie im Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek archiviert und öffentlich zugänglich gemacht. Initiiert wurde das Projekt von Michael Schnepf, Mitgründer und langjähriger Mitherausgeber des Magazins Buchkultur, der alle Gespräche selbst führt.
Verlagswesen, Weltliteratur, Literaturübersetzung, Digitalisierung, Kulturpolitik, Unionsverlag, Buchbranche, Nagib Machfus, Yasar Kemal, Tschingis Aitmatow, Assia Djebar, Mahmud Doulatabadi, Liesl Kruckmann, C.H.Beck, Suhrkamp Verlag, S. Fischer Verlag, Rowohlt Verlag, Limmat Verlag, Rotpunktverlag, Peter Hammer Verlag, Internationale Literatur
Unabhängige Verlage, Übersetzungsarbeit, Verlagsökonomie, Buchdistribution, Digitale Verlagssoftware, Literarische Öffentlichkeit, Verlagsförderung, 1968er-Bewegung, Nachkriegszeit, Digitale Revolution, Globalisierung

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