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Oral History Interview mit Norieh

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Katalogzettel

Titel Oral History Interview mit Norieh
Titelzusatz Geboren 2001 in Herat (Afghanistan): Flucht aus Afghanistan 2014/2015, zielstrebige Bildungsnachholerin, Kindergartenassistentin, Familienbegleiterin, Dolmetscherin, Mutter
Kooperation mit DAM - Dokumentationsarchiv Migration Tirol (am ZeMIT) zum Schwerpunkt "Remembering Flüchtlingskrise 2015"
Urheber/innen und Mitwirkende Norieh [Interviewte/r]
Hollomey-Gasser, Christina [Interviewer/in]
Österreichische Mediathek [Produzent]
Datum 2025.11.06 [Aufnahmedatum]
Ort Innsbruck [Aufnahmeort]
Schlagworte Gesellschaft ; Interview ; Alltag ; Familie ; Arbeitsbedingungen ; Kinder und Jugend ; Asyl ; Zivilgesellschaft ; Bildung und Schulwesen ; Islam ; Frauen ; Soziales
Örtliche Einordnung Afghanistan
Deutschland
Tirol
21. Jahrhundert - Nullerjahre
21. Jahrhundert - 10er Jahre
21. Jahrhundert - 20er Jahre
Typ audio
Format DFMP3 [Dateiformat: MP3]
DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV]

Information

Inhalt

Gesprächsthemen: Afghanistan – tadschikische Volksgruppe - Türkei – Flüchtlingslager Traiskirchen – St. Pölten - Innsbruck – Düsseldorf – Kindheit - Schule – Schüler/ Schülerin – Hauptschule – Quereinsteiger / Quereinsteigerin – Integrationsklasse - Mobbing – Nachhilfe - Sprachförderung – Deutsch als Fremdsprache – Zwangsheirat - Flucht – Schlepper – Überfahrt – Mittelmeer - Fluchtroute – Balkanroute – Flüchtlingsarbeit - Flüchtlingsheim / Flüchtlingsunterkunft - Asylverfahren – Asylantrag – Asylbescheid – Asylrecht – Aufenthaltsbewilligung – Zivilgesellschaft - Hilfe/ Unterstützung - Integration – Ausgrenzung - Grenze – Grenzpolizei - Push Back - Verlust - Flüchtlingskrise 2015 – Freundschaft – Rassismus – Geschlechterrollen – Emanzipation - Generationenkonflikt – Existenzangst – Geldprobleme / Geldnot / finanzielle Probleme – Jugendlicher / Jugendliche / Teenager / Teenagerin – Online Dating - Religion – Islam – Kopftuch - Zugehörigkeit –Interkulturalität - Wohnverhältnisse – Arbeitssuche – Abschiebung – „Nestwärme“ – Refugee Midwifery Service Austria/ RMSA - Dubliner Übereinkommen – Taliban – Familienleben - familiäre Gewalt – Gewalt gegen Frauen – Geschwisterbeziehung – Familienkonflikt – Teenagerschwangerschaft – Minderjähriger / Minderjährige – Trauma – migrantische Community – Kindergartenassistentin – Familienbegleiterin – Ausbildung Mutterschaft – Sohn
ZUSAMMENFASSUNG DES INTERVIEWS / KURZBIOGRAFIE
Norieh wurde 2001 in Herat, Afghanistan in eine tadschikische Familie geboren. Als mit 14 Jahren der Druck auf die Familie zur Verheiratung von Norieh wächst und auch Gewalt ausgeübt wird, entscheidet sich die Familie mit den drei unverheirateten Kindern zur Flucht. An der Grenze zur Türkei verlieren die Schwestern und die Mutter den Vater und den Bruder und setzen die Reise alleine fort. Die Risiken und Beschwerlichkeiten der Flucht über Wasser und Land als Frauen wird eindrücklich beschrieben. Norieh erzählt von Solidarität, Konkurrenz und Überlebenskampf. 2015 schließlich erreichen die Frauen Österreich. Nach negativem Asylbescheid wandern sie weiter nach Deutschland, wo sie erneut Asyl beantragen. Norieh und ihre Schwester werden in Düsseldorf als Quereinsteigerinnen eingeschult und holen ihre Schulbildung zielstrebig nach. Sie berichtet von wichtigen unterstützenden Strukturen und Menschen, aber auch von Mobbing und Diskriminierung. Als Norieh sich in einen afghanischen Asylbewerber in Innsbruck verliebt, entscheidet sie sich mit ihrer Familie zu brechen und flüchtet nach Österreich. Sie wird schwanger, beantragt erneut Asyl und wird vorerst in Traiskirchen untergebracht, bis sie nach Innsbruck in einem betreuten Wohnen für minderjährige Schwangere untergebracht wird. Nach der Geburt ihres Sohnes findet die Asylanhörung statt, wieder mit negativem Ergebnis. Nach Berufung erhält Norieh schließlich einen positiven Bescheid. Sie zieht mit ihrem Lebensgefährten zusammen und baut sich nach und nach neue Netzwerke auf, absolviert Deutschprüfungen und erkämpft sich eine Ausbildung zur Kindergartenassistentin. Aktuell arbeitet sie in einer Kinderkrippe, sowie mit Refugee Midwifery Service Austria als Familienbegleiterin.
Weitere Themen sind Geschlechterrollen, Generationenverhältnisse, Rassismus, Emanzipation, Kopftuch und die Auswirkungen der Asylgesetzgebung.
Das Interview ist ein wertvolles Dokument, das Flucht und Ankommen in einem neuen Land aus einer sehr menschlichen, weiblichen Perspektive erzählt.

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