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Oral-History-Interview mit Alma Hrustemović - Ausschnitt

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Titel Oral-History-Interview mit Alma Hrustemović - Ausschnitt
Titelzusatz Ausschnitt
Spieldauer 00:05:26
Mitwirkende Hrustemović, Alma [Interviewte/r]
Zeinzinger, Rebekka [Übersetzer/in/Dolmetscher/in]
Traska, Georg [Tontechniker/in] [GND ]
Traska, Georg [Kamera] [GND ]
Österreichische Akademie der Wissenschaften [Veranstalter]
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung [Fördergeber]
Datum 2024.02.29 [Aufnahmedatum]
Ort Wien [Aufnahmeort]
Schlagworte Gesellschaft ; Kultur ; Migration ; Interview ; Geschichtswissenschaft ; Bildung und Schulwesen ; Familie ; Sprache ; Unveröffentlichte Aufnahme
Örtliche Einordnung Österreich
Jugoslawien
21. Jahrhundert - 20er Jahre
Typ video
Format DFFFV1 [FFV1-Codec im AVI-Container]
DFFLV [Dateiformat: FLV]
Sprache Serbokroatisch
Signatur Österreichische Mediathek, e50-01013_b01_k02, e50-01013_b01
Medienart avi-Videodatei

Information

Inhalt

Alma Hrustemović lebte bis zu ihrem fünften Lebensjahr mit ihrer Familie in Serbien, an der Grenze zu Bosnien. Als die Familie nach Ausbruch des Jugoslawienkrieges – als Muslime – nach Österreich floh, blieb der Vater zurück, um seinen Schwiegervater aus Bosnien herauszuholen. Danach gelang es ihm mit einiger Anstrengung nachzukommen. Die Familie war ein Jahr lang in einem Lager in der Franz-Josefs-Kaserne und dann noch kurz in Traiskirchen einquartiert. Sobald die Eltern Papiere hatten, arbeiteten sie – weit unter ihrem bosnischen Ausbildungs- und Karriereniveau – und fanden eine Wohnung in Senning, im Weinviertel. Im Dorf und in der Schule waren sie die einzigen Ausländer und die Kinder lernten sehr schnell Deutsch, während der Vater unter seinen eingeschränkten Ausdrucksmöglichkeiten litt. Sie und ihre Zwillingsschwester waren bis zur Matura Einserschülerinnen, waren Dolmetscherinnen und Übersetzerinnen für die Eltern und studierten beide. Rassistische Übergriffe gab es, doch waren sie selten und wurden von den Lehrer*innen sanktioniert. In ihrem sehr erfolgreichen Berufsleben hatte Alma Hrustemović nie den Eindruck, wegen ihres Namens diskriminiert zu werden. Sie ist froh, dass ihre Eltern nie an eine Rückkehr nach Bosnien dachten.
Im Gegensatz zu Alma Hrustemović war Anes, ihr Interviewer, zur Zeit des Gesprächs, im Jahr 2024, erst seit einem Jahr in Österreich, und es entwickelte sich ein Dialog über Chancen und Möglichkeiten in Bosnien und Österreich, über Vorzüge und Nachteile im Leben hier und über den mehrsprachigen Alltag, wobei Anes naturgemäß noch stärker in Bosnien sowie in der bosnischen Sprache verwurzelt war. Und sie reflektieren im Dialog – aus deutlich unterschiedlichen Selbstverortungen, aber vorsichtig aufeinander reagierend – über doppelte (sektionale) Zugehörigkeiten.
Alma erzählt Anes – ihn fragend, was er darüber denkt – dass ihre Eltern sehr streng waren hinsichtlich schulischer Leistungen, aber auch hinsichtlich der religiösen Zugehörigkeit, vor allem in Hinblick auf einen Partner. Es sei schwer gewesen, sich von diesen Vorstellungen zu befreien und ihren eigenen Weg zu finden. Im Studium und in ihrem Beruf habe sie überwiegend mit Österreicher*innen zu tun gehabt, habe aber dennoch lange Zeit versucht, einen bosnischen Partner zu finden. Nun lebt sie mit einem österreichischen Partner zusammen.
Das Interview wurde im Rahmen des Projekts „Vielsprachiges Gedächtnis der Migration“ (Institut für Kulturwissenschaften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, unter der Leitung von Georg Traska, gefördert im Programm „Sparkling Science 2.0“ und finanziert vom BMBWF) in bosnischer Sprache geführt.
Ausschnitt

Sammlungsgeschichte

Lebensgeschichtliches Interview

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