Oral History Interview mit Christian Schreibmüller, 2. Termin, Audio
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Oral History Interview mit Christian Schreibmüller an drei Terminen, Audio und Video
Katalogzettel
Information
Inhalt
Gesprächsthemen: Kindheit – Oberösterreich – Ebelsberg – Vater – Akademisches Gymnasium Linz – Schule – Unterricht – Linz – Gymnasium – Matura – Gegenkultur – Studium – Medizinstudium – Universität für angewandte Kunst Wien / Die Angewandte – Künstler / Künstlerin – Vereinigte Staaten von Amerika / USA – Tellerwäscher / Tellerwäscherin – Rudolfsheim-Fünfhaus – Wien – Heirat – Ehemann / Ehefrau – Tochter – Kulturzentrum Gassergasse – Kulturzentrum Spittelberg – Spittelberg – Neubau – Sexismus – Geburt – Journalismus – Journalist / Journalistin – Fotograf / Fotografin – Fotoapparat – Fotografie – Fotografieren – Dokumentarfilm – Filmdreh – Filmemacher / Filmemacherin – Filmen – Filmschaffende – Fernsehen – Autor / Autorin – Achtzigerjahre – Neunzigerjahre – Demonstration – Jugendzentrum – Kulturzentrum – Vereinsobmann / Vereinsobfrau – Linke – links – alternativ – Alternative – alternative Kunst – alternative Szene / underground Szene – alternativer Lebensstil – Alternativszene – "MOZ" - Alternative Monatszeitung für Politik, Wirtschaft und Kultur – Alternativschule – Bisexualität – bisexuell – Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender – LGBTIQ / Lesbisch Schwul Bi Trans* Inter* Queer – Schwulenbewegung – Schwulenszene – Türkis Rosa Lila Villa – Geschlechterrollen / Genderrollen – Geschlechtsverkehr – HOSI – Anarchismus – Punk / Punkerin – Punkbewegung – Stadtwerkstatt Linz – Palermo – Marihuana – Gertrude Fröhlich-Sandner – Stadt Wien – offene Beziehung – Polyamorie – Polygamie – WUK – Atelier – VAPO (Volkstreue Außerparlamentarische Opposition) Partei – Gottfried Küssel – Gerd Honsik – Jörg Haider – Rechtsextremismus – Ausstellung – Hermes Phettberg – Phettbergs Nette Leit Show – Kurt Palm – Sex – Sexualität – Sexualmoral – sexuell übertragbare Krankheit – sexuelle Befreiung – sexueller Übergriff – freie Sexualität – Sadomasochismus / SM – Kurzfilm – Liebe – Liebesbeziehung – Verliebtheit – Reise / Reisen – Sizilien – Kochbuch – Rumänien – Nicolae Ceaușescu – Schwester – Budapest – Wende 1989 – Musik – Punkmusik – Heinz Nittel – Hip Hop – Hippies – Rap – Rapper / Rapperin – Yasmo – Freddy Quinn – Sigi Maron – Wolf Biermann – Punkkonzert – Rote Armee Fraktion – RAF - Falco – „Tonau“ – Fahrradfahren – ARGUS – Arbeitsgemeinschaft umweltfreundlicher Stadtverkehr – „Drahtesel“ – Grüne – Grüne Bewegung – Klimawandel / Klimakrise / Klimakatastrophe – Soziale Bewegung – Nationalsozialismus – Familie – Familienleben – Frauenbewegung – Katastrophe von Tschernobyl – Umweltbewegung – Friedensbewegung – Verhütung – Homophobie – Aids – Amerlinghaus – Muammar al-Gaddafi – Wien Museum – Vietnam – Literatur – Literaturszene – Schriftstellergruppe „Wienzeile“ – Literaturgruppe „Klopfzeichen“ – Schriftsteller / Schriftstellerin – Lyrik – Poetry Slam – Poetry Slammer / Poetry Slammerin – Emotionslosigkeit – Kennenlernen – Heiratsantrag – Eifersucht – Beziehung / Beziehungen – Beziehungsende – Beziehungskonzepte – Beziehungsprobleme – Trennung – Gewalt in der Kindheit – Reflexion – Wohnen – Wohnumgebung – Wohnung – Altern – Pizzeria Anarchia – Hausbesetzung – David Scheid – Anna Mabo – Dora Schimanko – Café Amadeus – Mode – Bildung – Politik – politische Gesinnung – politische Kunst – politischer Aktivismus – Protest – Kommunalpolitik – Kommunalpolitiker / Kommunalpolitikerin – Kulturveranstaltung – Kulturpolitik – Lesung – Mundartdichter / Mundartdichterin – Mundartdichtung – Männlichkeit
ZUSAMMENFASSUNG DES INTERVIEWS / KURZBIOGRAFIE
Christian Schreibmüller wurde 1949 in Asten bei Enns (Oberösterreich) geboren und wuchs in Oberösterreich auf; der Vater war Chirurg. Die Schulzeit verbrachte er in Ebelsberg und am Akademischen Gymnasium in Linz, das er mit der Matura abschloss. Nach Beginn und Abbruch mehrerer Studien (Medizin, Germanistik) wechselte er an die Universität für angewandte Kunst in Wien. 1974 heiratete er seine Ehefrau, 1978 wurde seine Tochter geboren. Die Ehe war laut ihm als offene Beziehung konzipiert und er hatte auch Beziehungen außerhalb der Ehe. Seine Ehefrau trennte sich später von ihm und verstarb kurz darauf. 1981–1983 war er Obmann des Jugend-, Kultur- und Kommunikationszentrums Gassergasse (GAGA). Die GAGA bildet auch einen Schwerpunkt des Interviews (Organisation, Gruppen, Konzerte, Punks, etc.). Nach dem Ende der GAGA baute Schreibmüller ein Kunst- und Atelierprojekt in der Zieglergasse (Neubau) auf und war als Fotograf aktiv. Er war in der Schwulenbewegung aktiv, wirkte bei der Gründung der HOSI mit und lebte offen bisexuell. Er spricht sich im Interview für eine Ablehnung enger heterosexueller Normen aus und plädiert für freie Sexualität. Über Kurt Palm lernte er Hermes Phettberg kennen und absolvierte mit ihm die Tour „Phettberg rettet die Religion“ in Österreich und Deutschland. Beruflich war Schreibmüller anschließend journalistisch (u.a. Fernsehfilme) und als Autor für verschiedene Zeitungen tätig, als Fotograf und Künstler zeigte er Arbeiten unter anderem in der Secession. Filmische Arbeiten umfassten Kurz- und Fernsehfilme (u.a. zu Trauermärschen, dem Pratermaler Anthony Greengrove, alternativer Psychiatrie, etc.). Er realisierte verschiedene Fotoprojekte, darunter Fotografien für ein Sizilien-Kochbuch. 1989 hielt er sich bei seiner Schwester in Budapest auf und erlebte die politische Wende. Er berichtete auch über eine Reise nach Rumänien mit Grenzkontrollen und Beobachtungen zur Diktatur unter Ceausescu. Ab Mitte der 1990er Jahre konzentrierte er sich verstärkt auf Fernsehfilme, später war er vor allem als Autor (Lyrik) und als Veranstalter von Literaturformaten und Poetry Slams aktiv.
Die Schwerpunkte des Interviews verteilen sich über drei Termine: Im zweiten Termin stehen die 1980er Jahre im Zentrum (Musik- und Modetrends, Umwelt- und soziale Bewegungen, insbesondere seine Aktivität in der Punkbewegung). Thematisiert werden zudem NS-Bezüge in der Familie (Vater ohne Begeisterung; Mutter idealisierende Haltung ohne Indoktrination), Sexualität und Beziehungen (offen bisexuell gelebt, Selbstverständnis von Männerrollen) sowie künstlerische Arbeiten. Der dritte Termin fokussiert Geburt und Kindheit der Tochter, das Verhältnis zur Tochter, seine politischen Einschätzungen und die Stadtentwicklung in Wien über mehrere Jahrzehnte, mit besonderer Aufmerksamkeit für den 7. Bezirk (Neubau) und Reflexionen zum Älterwerden. Außerdem lag ein Schwerpunkt anhand der mitgebrachten Materialien auf Erzählungen zu Lyrik, Poetry-Veranstaltungen und ihm bekannten Personen und Freund:innen aus dieser Szene. Der erste Termin bildet den biografischen Rahmen (Kindheit, Ausbildung, frühe Berufstätigkeiten) und die detaillierte Auseinandersetzung mit der Gassergasse (Organisation, Gruppen, Konzerte, Szene). Er beschäftigte sich immer wieder auch mit Rechtsextremismus (Aufstieg Haiders, VAPO, etc.).
Christian Schreibmüller wurde 1949 in Asten bei Enns (Oberösterreich) geboren und wuchs in Oberösterreich auf; der Vater war Chirurg. Die Schulzeit verbrachte er in Ebelsberg und am Akademischen Gymnasium in Linz, das er mit der Matura abschloss. Nach Beginn und Abbruch mehrerer Studien (Medizin, Germanistik) wechselte er an die Universität für angewandte Kunst in Wien. 1974 heiratete er seine Ehefrau, 1978 wurde seine Tochter geboren. Die Ehe war laut ihm als offene Beziehung konzipiert und er hatte auch Beziehungen außerhalb der Ehe. Seine Ehefrau trennte sich später von ihm und verstarb kurz darauf. 1981–1983 war er Obmann des Jugend-, Kultur- und Kommunikationszentrums Gassergasse (GAGA). Die GAGA bildet auch einen Schwerpunkt des Interviews (Organisation, Gruppen, Konzerte, Punks, etc.). Nach dem Ende der GAGA baute Schreibmüller ein Kunst- und Atelierprojekt in der Zieglergasse (Neubau) auf und war als Fotograf aktiv. Er war in der Schwulenbewegung aktiv, wirkte bei der Gründung der HOSI mit und lebte offen bisexuell. Er spricht sich im Interview für eine Ablehnung enger heterosexueller Normen aus und plädiert für freie Sexualität. Über Kurt Palm lernte er Hermes Phettberg kennen und absolvierte mit ihm die Tour „Phettberg rettet die Religion“ in Österreich und Deutschland. Beruflich war Schreibmüller anschließend journalistisch (u.a. Fernsehfilme) und als Autor für verschiedene Zeitungen tätig, als Fotograf und Künstler zeigte er Arbeiten unter anderem in der Secession. Filmische Arbeiten umfassten Kurz- und Fernsehfilme (u.a. zu Trauermärschen, dem Pratermaler Anthony Greengrove, alternativer Psychiatrie, etc.). Er realisierte verschiedene Fotoprojekte, darunter Fotografien für ein Sizilien-Kochbuch. 1989 hielt er sich bei seiner Schwester in Budapest auf und erlebte die politische Wende. Er berichtete auch über eine Reise nach Rumänien mit Grenzkontrollen und Beobachtungen zur Diktatur unter Ceausescu. Ab Mitte der 1990er Jahre konzentrierte er sich verstärkt auf Fernsehfilme, später war er vor allem als Autor (Lyrik) und als Veranstalter von Literaturformaten und Poetry Slams aktiv.
Die Schwerpunkte des Interviews verteilen sich über drei Termine: Im zweiten Termin stehen die 1980er Jahre im Zentrum (Musik- und Modetrends, Umwelt- und soziale Bewegungen, insbesondere seine Aktivität in der Punkbewegung). Thematisiert werden zudem NS-Bezüge in der Familie (Vater ohne Begeisterung; Mutter idealisierende Haltung ohne Indoktrination), Sexualität und Beziehungen (offen bisexuell gelebt, Selbstverständnis von Männerrollen) sowie künstlerische Arbeiten. Der dritte Termin fokussiert Geburt und Kindheit der Tochter, das Verhältnis zur Tochter, seine politischen Einschätzungen und die Stadtentwicklung in Wien über mehrere Jahrzehnte, mit besonderer Aufmerksamkeit für den 7. Bezirk (Neubau) und Reflexionen zum Älterwerden. Außerdem lag ein Schwerpunkt anhand der mitgebrachten Materialien auf Erzählungen zu Lyrik, Poetry-Veranstaltungen und ihm bekannten Personen und Freund:innen aus dieser Szene. Der erste Termin bildet den biografischen Rahmen (Kindheit, Ausbildung, frühe Berufstätigkeiten) und die detaillierte Auseinandersetzung mit der Gassergasse (Organisation, Gruppen, Konzerte, Szene). Er beschäftigte sich immer wieder auch mit Rechtsextremismus (Aufstieg Haiders, VAPO, etc.).