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Oral History Interview mit Marie-Edwige

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Katalogzettel

Titel Oral History Interview mit Marie-Edwige
Titelzusatz Geboren 1980 in Bafoussam (Kamerun): Migration von Kamerun nach Oberösterreich, Psychologin, Gemeinderätin für die Grünen, psycho-soziale Beraterin, Trainerin, Engagement in der der Black Community OÖ, diverse Vereinstätigkeiten, Mutter
Urheber/innen und Mitwirkende Marie-Edwige [Interviewte/r]
Plasil-Laschober, Tina [Interviewer/in]
Österreichische Mediathek [Produzent]
Datum 2026.02.16 [Aufnahmedatum]
Ort Linz [Aufnahmeort]
Schlagworte Gesellschaft ; Interview ; Alltag ; Familie ; Arbeitsbedingungen ; Migration ; Rassismus ; Bildung und Schulwesen ; Kinder und Jugend ; Universität ; Psychologie ; Parteien / Grüne ; Demonstration ; Soziales ; Bauen ; Parteien / FPÖ ; Freizeit ; Sport ; Exekutive ; Justiz und Rechtswesen ; Kommunalpolitik ; Frauen ; Bekleidung und Mode ; Sprache ; Gesundheitswesen und medizinische Versorgung ; Kulturveranstaltung ; Direkte Demokratie ; Ernährung
Örtliche Einordnung Kamerun
Oberösterreich
Nicaragua
20. Jahrhundert - 80er Jahre
20. Jahrhundert - 90er Jahre
21. Jahrhundert - Nullerjahre
21. Jahrhundert - 10er Jahre
21. Jahrhundert - 20er Jahre
Typ audio
Format DFMP3 [Dateiformat: MP3]
DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV]

Information

Inhalt

Gesprächsthemen: Migrationshintergrund – Frauen – Schwarze Menschen – Schwarze Geschichte – Schwarze Community – Afro-Österreicherin – Mutter – Teenagermutter – Kamerun – Bafoussam – Edéa – Oberösterreich – Linz – Traun – Wien – Salzburg – Nicaragua – Europa – Migration – Familienzusammenführung – Stiefvater – Halbgeschwister – Mutter – Tante – Vater – Integration – Assimilierung / Assimilation – Akzeptanz / Nichtakzeptanz – Zugehörigkeit – Fremdheit / Fremdsein – Identität – Othering – Staatsbürgerschaft – Volksschule – Gymnasium – Bildung – Modeschule – HBLA für Mode und Bekleidungstechnik – Handball – Freizeit – Sport – Vereinbarkeit von Familie und Studium – Psychologiestudium – Auslandsstudium – psycho-soziale Beratung – Kommunalpolitik - Kommunalpolitikerin – Linz – Die Grünen – Integrationspolitik – Sozialpolitik – Jugendpolitik – Frauenpolitik – Wohnungsmangel – Wohnprojekt – politisches Engagement – Zivilgesellschaft – Alltagsrassismus – institutioneller Rassismus – Diskriminierung – Antidiskriminierung – Antirassismus – African Community – Polizeikontrolle – Racial Profiling – Operation Spring – Frauenrollen – Feminismus – Schwarzsein – Diaspora – Mehrsprachigkeit – Französisch – Deutsch – Einbürgerung – Schönheitsnorm – Colorism – Bleaching – Haare - Hautfarbe – Gesundheitsversorgung – Hautkrankheit – Mode – Kulturarbeit – Afrika-Woche – Black Community – Verein Jaapo – PLAS / Plattform Studierende vom Berufsverband der österreichischen Psychologinnen – Frauengesundheit – zivilgesellschaftliches Engagement – Zweite Generation – Teenagerschwangerschaft – Studienaufenthalt – Gemeinderat / Gemeinderätin – Vereinsgründung– Lebensgeschichte – Essen – FPÖ – Sprache – Bamileke
ZUSAMMENFASSUNG DES INTERVIEWS / KURZBIOGRAFIE
Marie-Edwige wurde 1980 in Bafoussam (Kamerun) geboren und verbrachte ihre frühe Kindheit in einem vergleichsweise privilegierten Umfeld, geprägt von erweiterten Familienstrukturen und kolonial geprägten Lebensrealitäten. Mit sieben Jahren wurde sie 1987 von ihrer in Österreich als Krankenschwester arbeitenden Mutter nach Österreich geholt. Sie beschreibt eine insgesamt positive Volksschulzeit in Oberösterreich, geprägt von Gemeinschaftserleben (u. a. im Handballverein), aber auch von starken weiblichen Vorbildern innerhalb der Familie.
Ihre Bildungsbiografie führt über Gymnasium und Modeschule (HBLA für Mode und Bekleidungstechnik), die sie unter erschwerten Bedingungen – insbesondere als sehr junge Mutter – zunächst abbricht und später in Wien abschließt. Die Vereinbarkeit von Ausbildung, Erwerbsarbeit und Mutterschaft sowie fehlende institutionelle Unterstützung bilden ein wiederkehrendes Thema. Anschließend studiert sie Psychologie in Salzburg. Ein Auslandssemester in Nicaragua wird als besonders prägend erlebt, da sie dort erstmals ein Gefühl gesellschaftlicher Zugehörigkeit beschreibt.
Im weiteren Verlauf thematisiert sie ihre zunehmende Konfrontation mit Rassismus und Othering in Österreich sowie ihr Engagement in zivilgesellschaftlichen Organisationen. Sie ist Mitgründerin der „Black Community“-Initiative in Linz (ab 2005). Zudem engagiert sie sich lange in der europäischen Studierendenvertretung der Psychologie (PLAST) sowie in lokalen Vereinen (u. a. Jaapo), die sich mit Empowerment, Kulturarbeit und Antidiskriminierung beschäftigen.
Ein zentraler Abschnitt widmet sich ihrer politischen Tätigkeit: Von 2009 bis 2021 ist sie Gemeinderätin der Grünen in Linz mit Schwerpunkten in Sozial-, Jugend- und Integrationspolitik. Sie beschreibt sowohl Gestaltungsmöglichkeiten als auch strukturelle Grenzen kommunalpolitischer Arbeit, etwa geringe Ressourcen, mangelnde Umsetzung von Beschlüssen und parteipolitische Spannungen. Gleichzeitig reflektiert sie die spezifischen Herausforderungen, als schwarze Frau im politischen Raum sichtbar zu sein.
Marie-Edwige spannt in ihrem Interview einen Bogen von individuellen Erfahrungen (Bildung, Familie, Mutterschaft) zu gesellschaftlichen Themen wie Integration vs. Assimilation, institutionellem Rassismus, postkolonialen Kontinuitäten, Schönheitsnormen (u. a. Hautaufhellung/„Bleaching“) sowie den Lebensrealitäten schwarzer Menschen in Österreich und deren strukturellen Benachteiligungen (z. B. im Gesundheitswesen, Arbeitsmarkt oder Bildungssystem). Dabei werden auch aktuelle Entwicklungen (z. B. Studien zu Diskriminierung, gesellschaftspolitisches Klima) kritisch eingeordnet.
Insgesamt bietet das Gespräch einen vielschichtigen Einblick in Migrationserfahrungen zwischen Afrika und Europa, die Aushandlung von Identität und Zugehörigkeit sowie in Formen zivilgesellschaftlichen und politischen Engagements in Österreich seit den 1990er-Jahren.

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