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Oral History Interview mit Karl Grünauer

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Katalogzettel

Titel Oral History Interview mit Karl Grünauer
Titelzusatz Geboren 1935 in Kirnberg an der Mank (Niederösterreich): Gelernter Fassbinder und Rauchfangkehrer, Bauarbeiter, Vorarbeiter, Ehemann, Vater
Urheber/innen und Mitwirkende Grünauer, Karl
Grubner, Melanie
Österreichische Mediathek [Produzent]
Datum 2026.02.27 [Aufnahmedatum]
Ort Kirnberg an der Mank [Aufnahmeort]
Schlagworte Gesellschaft ; Interview ; Alltag ; Familie ; Arbeitsbedingungen ; Besatzung ; Diktaturen und totalitäre Regime ; Ernährung ; Faschismus und Nationalsozialismus ; Frauen ; Kinder und Jugend ; Senioren ; Zweite Republik ; Zweiter Weltkrieg ; Bauen ; Handwerk und Gewerbe
20. Jahrhundert - 30er Jahre
20. Jahrhundert - 40er Jahre
20. Jahrhundert - 50er Jahre
20. Jahrhundert - 60er Jahre
20. Jahrhundert - 70er Jahre
20. Jahrhundert - 80er Jahre
20. Jahrhundert - 90er Jahre
21. Jahrhundert - Nullerjahre
21. Jahrhundert - 10er Jahre
21. Jahrhundert - 20er Jahre
Typ audio
Format DFMP3 [Dateiformat: MP3]
DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV]

Information

Inhalt

MenschenLeben-Schlagworte:
Gesprächsthemen: Alter – Arbeit – Bauarbeit – Bauarbeiter – Bauern – bäuerliches Milieu – Beruf – Besatzung – Demenz – Dialekt – Diktaturen und totalitäre Regime – Dorf – Ehe – Ehemann – Eltern – Erwachsenwerden – Familie – Freizeit – Geschlechterrollen – Geselligkeit – Glaube – Hausmeister – Heirat – Hilfsarbeiter – Island – Jugend – katholisch – katholische Kirche – Katholizismus – Kind – Kinder – Kindheit – Kindheit im Nationalsozialismus – Kirnberg an der Mank – Konservative – Krieg – Kriegskindheit – Land – Landwirtschaft – lediges Kind – Lesen – Mühle – Mundart – Nachkriegszeit – Nationalsozialismus - Niederösterreich – NS – NS-Zeit – ÖVP – Patriarchat – Pensionist – Politik – politische Gesinnung – Rauchfangkehrer – Rauchfangkehrerlehre – Reisen –Religion – Religiosität – russische Besatzung – Sägewerk – Senioren – sexuelle Aufklärung – soziale Schicht – sowjetische Besatzung – SPÖ – Toleranz – traditionelle Geschlechterrollen – verheiratet – Vorarbeiter – Vorfahren – Volksschule – Wandern – Weihnachten – Zeichnen – Zweiter Weltkrieg – Fassbinder – Fassbinderei – Winterbach
ZUSAMMENFASSUNG DES INTERVIEWS/KURZBIOGRAFIE
Karl Grünauer wurde als lediges Kind der Justine Grünauer in Kirnberg an der Mank geboren. Sein Vater war ein Bauer aus dem Ort, der laut seiner Aussage, seine Mutter nicht heiraten durfte, da sie zu wenig Besitz in die Ehe eingebracht hätte. Zum Vater bestand kein Kontakt. Karl Grünauers Großmutter hatte mir ihrem späteren Ehemann in den 1920er Jahren eine Mühle mit Sägewerk gekauft und betrieben, ein Jahr vor Herrn Grünauers Geburt wurde diese allerdings verkauft. Die Familie blieb dennoch darin wohnen, ehe Herrn Grünauers Mutter in den 1950er Jahren eine Holzbaracke auf einem benachbarten Grundstück errichtete. Die Mutter betrieb eine kleine Landwirtschaft. Herr Grünauer besuchte acht Jahre lang die Volksschule in Kirnberg und war ein guter Schüler. Sein Zeichentalent wurde von seinem Klassenlehrer erkannt und gefördert, noch heute hängen von ihm gezeichnete Bilder in der Wohnung. Herr Grünauer erlernte auf Wunsch der Mutter die Fassbinderei, die allerdings nach Beendigung seiner Lehre ein „ausgestorbener Beruf“ war, daraufhin erlernte er den Beruf des Rauchfangkehrers. Aufgrund körperlicher Belastungen konnte er diesen Beruf nur wenige Jahre ausführen, woraufhin er kurze Zeit als Hausmeister im Hotel Winterbach bei Puchenstuben (NÖ) und später als Hilfsarbeiter am Bau für verschiedene Firmen arbeitete. Dort arbeitete er sich zum Vorarbeiter hoch und wurde in den 1990er Jahren pensioniert. 1958 heiratete er die Kellnerin Barbara, die er im Hotel Winterbach kennengelernt hatte. Gemeinsam bekamen sie zwei Kinder. Herr Grünauer hat Zeit seines Lebens sehr gerne und viel gelesen. Religion spielte eine untergeordnete Rolle in seinem Leben, der katholischen Kirche steht er sehr kritisch gegenüber. Für Politik interessierte er sich wenig, er wählte jedoch – zumindest auf Gemeindeebene – meist SPÖ, da diese „für die Arbeiter“ wären und in seinem Ort die ÖVP stets eine Alleinregierung unterhielt. Herr Grünauer wünscht sich mehr Durchmischung im Gemeinderat. Seit seiner Jugend wandert er gerne, seit seiner Pensionierung machte er auch viele Reisen rund um Europa. Zuhause bewirtschaftete er von seiner Familie geerbte Wälder. Mit dem Älter werden tut er sich schwer, da es ihn belastet, dass er nicht mehr arbeitsfähig ist. Herrn Grünauers Ehefrau ist an Demenz erkrankt. Gefragt, was das Wichtigste ist, dass er in seinem Leben gelernt hat, gibt er an: „Toleranz“. Tolerant zu sein und sich nicht zu „verbeißen“ möchte er auch anderen Menschen als Ratschlag mitgeben. Im Vorjahr war er mit seiner Enkelin in Island, auch dieses Jahr werden die beiden wieder dorthin reisen, worauf er sich schon sehr freut.

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