Fische düngen Gemüse – Aquaponik aus Südtirol
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Bauer to the People B2P
Katalogzettel
| Titel | Fische düngen Gemüse – Aquaponik aus Südtirol |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Geiger, Wilhelm [Interviewer/in]
|
| Datum |
2026.03.29 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Gesellschaft ; Ernährung ; Nahrung ; Podcast |
| Typ | audio |
| Format |
DFMP2 [Dateiformat: MP2] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | E53-07751 |
| Gesamtwerk/Reihe | Bauer to the People B2P |
Information
Inhalt
[Senderinformation] Diese Folge ist eine entgeltliche Kooperation mit Südtirol. Die Auswahl der Gesprächspartner erfolgt gemeinsam mit dem Kooperationspartner. Die redaktionelle Freiheit bleibt uneingeschränkt bei Bauer to the People.
Aquaponik ist ein Prinzip, das mindestens 1000 Jahre alt ist. Und trotzdem scheitert es an einer 50 Jahre alten Norm. Das hat mich an diesem Gespräch von Anfang an nicht losgelassen.
Ich sitze mit Alexander Springeth in einem 250 Jahre alten Bauernhaus mitten in Bozen. Draußen Weinreben, Apfelbäume, Dolomiten. Drinnen erklärt mir jemand, wie afrikanische Raubwelse Salat düngen, wie dieser Salat die Fische am Leben hält – und warum dieses geschlossene System laut EU-Bio-Verordnung (noch) gar nicht existieren dürfte.
Alexander ist Tüftler. Aufgewachsen auf einem Bio-Obst- und Weinbaubetrieb, hat er sich früh für Wasser und alles, was darin lebt, interessiert. Sein erster Goldfisch hieß Idefix und hat Selbstmord begangen. Der Weg von dort zum Afrikanischen Raubwels in einer Kreislaufanlage ist kürzer, als man denkt. Gemeinsam mit Roman Rottensteiner betreibt er heute unter dem Namen Almiro eine Aquaponik-Anlage – gegründet als eigenständiger Betrieb auf gepachteter Fläche, weil der Bio-Verband die Zertifizierung des Gesamtbetriebs sonst gefährdet hätte. Ein bürokratischer Umweg, der gleichzeitig eine Lektion darüber ist, was passiert, wenn Innovation auf Normen trifft, die nicht für Innovation geschrieben wurden.
Ich wollte verstehen, wie so ein System funktioniert – und Alexander hat sich alle Mühe gegeben, das einem technischen Laien zu erklären. Von Ammonium über Nitrit bis Nitrat, von Biofiltern und Styrodurplatten bis zum Suprabranchialorgan des Wels, mit dem er Luft atmen kann. Was ich besonders interessant fand: Der Fisch ist das sensible Messinstrument der ganzen Anlage. Wenn die Welse oben schwimmen und fressen, passt alles. Wenn sie am Boden liegen, stimmt was nicht.
Wir reden auch darüber, warum der Wels im deutschsprachigen Raum ein Renner ist, bei der italienischsprachigen Bevölkerung Südtirols aber kaum ankommt. Und darüber, was es bedeutet, wenn Tüftler auf Systeme treffen, die für das, was sie tun, einfach keine Kategorie haben.
Aquaponik ist ein Prinzip, das mindestens 1000 Jahre alt ist. Und trotzdem scheitert es an einer 50 Jahre alten Norm. Das hat mich an diesem Gespräch von Anfang an nicht losgelassen.
Ich sitze mit Alexander Springeth in einem 250 Jahre alten Bauernhaus mitten in Bozen. Draußen Weinreben, Apfelbäume, Dolomiten. Drinnen erklärt mir jemand, wie afrikanische Raubwelse Salat düngen, wie dieser Salat die Fische am Leben hält – und warum dieses geschlossene System laut EU-Bio-Verordnung (noch) gar nicht existieren dürfte.
Alexander ist Tüftler. Aufgewachsen auf einem Bio-Obst- und Weinbaubetrieb, hat er sich früh für Wasser und alles, was darin lebt, interessiert. Sein erster Goldfisch hieß Idefix und hat Selbstmord begangen. Der Weg von dort zum Afrikanischen Raubwels in einer Kreislaufanlage ist kürzer, als man denkt. Gemeinsam mit Roman Rottensteiner betreibt er heute unter dem Namen Almiro eine Aquaponik-Anlage – gegründet als eigenständiger Betrieb auf gepachteter Fläche, weil der Bio-Verband die Zertifizierung des Gesamtbetriebs sonst gefährdet hätte. Ein bürokratischer Umweg, der gleichzeitig eine Lektion darüber ist, was passiert, wenn Innovation auf Normen trifft, die nicht für Innovation geschrieben wurden.
Ich wollte verstehen, wie so ein System funktioniert – und Alexander hat sich alle Mühe gegeben, das einem technischen Laien zu erklären. Von Ammonium über Nitrit bis Nitrat, von Biofiltern und Styrodurplatten bis zum Suprabranchialorgan des Wels, mit dem er Luft atmen kann. Was ich besonders interessant fand: Der Fisch ist das sensible Messinstrument der ganzen Anlage. Wenn die Welse oben schwimmen und fressen, passt alles. Wenn sie am Boden liegen, stimmt was nicht.
Wir reden auch darüber, warum der Wels im deutschsprachigen Raum ein Renner ist, bei der italienischsprachigen Bevölkerung Südtirols aber kaum ankommt. Und darüber, was es bedeutet, wenn Tüftler auf Systeme treffen, die für das, was sie tun, einfach keine Kategorie haben.