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Oral-History-Interview mit Mitra Shahmoradi-Strohmaier ertse Minute

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Katalogzettel

Titel Oral-History-Interview mit Mitra Shahmoradi-Strohmaier ertse Minute
Spieldauer
Mitwirkende Shahmoradi-Strohmaier, Mitra [Interviewte/r]
Traska, Georg [Tontechniker/in] [GND ]
Traska, Georg [Kamera] [GND ]
Österreichische Akademie der Wissenschaften [Veranstalter]
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung [Fördergeber]
Datum 2024.06.08 [Aufnahmedatum]
Ort Wien [Aufnahmeort]
Schlagworte Gesellschaft ; Kultur ; Migration ; Interview ; Geschichtswissenschaft ; Bildung und Schulwesen ; Familie ; Sprache ; Krieg ; Kunstwissenschaft ; Unveröffentlichte Aufnahme
Typ audio
Format DOV [Digitales Original Video]
Sprache Deutsch
Persisch
Signatur Österreichische Mediathek, E50-01029_Archiv, E50-01029_Web
Medienart Digitale Archivkopie Video

Information

Inhalt

Mitra Shahmoradi-Strohmaier wurde 2024 von Aynaz, einer Schülerin des ORG Antonkriegergasse, im Rahmen des Projekts „Vielsprachiges Gedächtnis der Migration“ (Institut für Kulturwissenschaften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, unter der Leitung von Georg Traska, gefördert im Programm „Sparkling Science 2.0“ und finanziert vom BMBWF) in der Wohnung der Künstlerin interviewt. Aynaz war vorbereitet auf ein Interview in persischer Sprache, doch die Interviewte bevorzugte Deutsch als Interviewsprache. Ab Stunde 1:07:30 stellt Aynaz eine lange Frage auf Persisch und zieht ihre Gesprächspartnerin für einige Minuten in die geteilte Erstsprache. Sie spricht hier über die Herkunft ihrer Familie in unterschiedlichen Volksgruppen, einschließlich der regionalen Dialekte des Persischen; sowie über bestimmte kulturelle Traditionen, die sie in ihrer Familie in Österreich beibehielt. Ab 01:11:30 wechselt die Interviewte aber wieder ins Deutsche.

Mitra Shahmoradi-Strohmaier wurde 1955 in Abadan (Iran) geboren und ging 1979 nach Wien. Sie studierte Malerei und Grafik in Teheran und an der Hochschule (heute „Universität“) für angewandte Kunst. Sie wollte nach dem Studium in den Iran zurückkehren, doch aufgrund des Iran-Irak-Krieges blieb sie länger und verfolgte, wie sich das Land nach der Islamischen Revolution weiter in eine problematische Richtung veränderte. Sie war viele Jahre unsicher, ob sie bleiben oder zurückkehren sollte, bis sie schließlich hier eine Familie gründete und zwei Kinder hatte. Sie konnte sich in Wien als freischaffende Künstlerin etablieren, schrieb literarische Texte und war in unterschiedlichen kulturellen Veranstaltungsformaten tätig.

Mitra Shahmoradi-Strohmaier beginnt ihre lebensgeschichtliche Erzählung mit einem sprachbiografischen Abschnitt: ausgehend von der schwierigen Situation eines Neubeginns in einem Land, dessen Sprache ihr völlig unbekannt war, bis sie schließlich, nach Jahrzehnten, Gedichte in dieser Sprache zu schreiben begann. Es geht um das Leben in zwei Sprachen, die beide – für die Sprechende und für die Schreibende – ihre Besonderheiten und ihre Einzigartigkeit besitzen. Diese sprachliche Ansiedelung bildet die Grundlage für alle weiteren Überlegungen der Selbstpositionierung: über die Verbundenheit mit zwei Ländern und kulturellen Umgebungen und über den damit verbundenen Gewinn, aber auch über Aspekte des Fremdseins oder -werdens – hier wie dort – die aus Migration hervorgehen und die in verschiedenen Zeit- und biografischen Schichten in unterschiedlichen Gestalten wiederkehren. Diese Gefühle und Gedanken resonieren auch in der Interviewerin, die im Vergleich zur Interviewten erst wenige Jahre in Österreich lebt, aber denselben Erfahrungskomplex auf ihre Weise klar artikuliert.
In einem weiteren Anlauf erzählt die Interviewte ausführlicher über Kindheit, Jugend in Abadan und ihre Ausbildung zur Künstlerin an unterschiedlichen Schulen bis zum Ausbruch der Revolution; dass sie sich anfangs in Österreich nicht wohlgefühlt habe und wie sie schließlich als Künstlerin und in einer internationalen, lateinamerikanisch dominierten Galerie arbeitend hier Fuß fasste, unabhängig von ihrer Familie im Iran wurde und ihren Mann kennenlernte.
Wenn sie über ihre Malerei spricht und Bilder zeigt, definiert sie einen interkulturellen Raum: iranische Maltechniken (Miniaturen, Kalligraphie etc.), Bildraum- und symbolische Konzepte in ihre modernen Themen, oft Frauenthemen, integrierend. Auch spricht sie über von ihr herausgegebene und verfasste Bücher und deren Übersetzungen.

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