Oral History Interview mit Hildegard Hochfellner, 2. Termin
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Oral History Interview mit Hildegard Hochfellner an drei Terminen
Katalogzettel
Information
Inhalt
Gesprächsthemen: Magnesitwerk Radenthein / RHI Magnesita – Alltag – Religion – Freizeit – Arbeit - Radenthein – Untertweng – Großmutter – Fasching – Armut – Kärnten – Landleben – Volksschule – Hauptschule – Hauswirtschaftsschule – Haushälterin – Ferialjob – Zeitungsausträger – Bäckereiangestellte – Heirat – Mutter – Schwangerschaft - Geburt – Kinder – Scheidung – Scheidungsrecht – Alleinerziehende – WG – Eigentumswohnung – Familie – Verwandtschaft – Sex – Verhütung – Gefängnis – Ausflug – Reisen – Abendschule – Matura – Studium – Innsbruck – Wien – Internat – Abtreibung – Brustkrebs – Geschwisterbeziehung – Schlaganfall – Carotis Operation – Amnesie - Nahtoderfahrung – Rehaklinik – Corona – Corona im Pflegeheim – Corona Impfung - Gesundheitswesen – Pflege von Angehörigen – „Lainzer Schwestern“ – Kinderkrankheiten – Blutvergiftung – Siebzigerjahre – Kalter Krieg – Nationalsozialismus – Rote Falken – Rollenbilder – Enkelkinder – Roma und Sinit – Jugendliebe – Vaterschaft – Schwiegermutter – Unfalltod – Disco – Dorfjugend – Aberglaube – Arbeiterkind – Frauenbilder – Kriegstrauma – Psychotherapie – Selbstwert – Nachkriegszeit – Alimente – Fabrikarbeit – Staatsbürgerschaft – Kärntner Slowenen – Partisanen – Altersdiskriminierung – Technik - Gewalt durch Mediziner/Medizinerinnen - Gewalt gegen Frauen - Gewalt in der Ehe - Gewalt in der Familie - Gewalt in der Kindheit – häuslicher Gewalt – sexualisiert Gewalt – Vergewaltigung
ZUSAMMENFASSUNG DES INTERVIEWS / KURZBIOGRAFIE
Hildegard Hochfellner, geboren 1956 in Villach, wuchs in ärmlichen Verhältnissen in einem kleinen Ort in Kärnten zunächst bei ihrer Großmutter mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern auf. Nachdem ihr leiblicher Vater ihre Mutter verlassen hatte, kam ein neuer Mann, ehemaliger Partisane und Kärntner Slowene, ins Leben der Mutter und die Familie zog in eine neu errichtete Arbeitersiedlung des Magnesitwerks in Radenthein (Kärnten). Ihre Mutter erkrankte an Brustkrebs. Die schwere Erkrankung und die häusliche Gewalt ihres Stiefvaters war für das Mädchen Hildegard Hochfellner die schwierigste Zeit. Nach dem Tod ihrer Mutter kam sie gemeinsam mit einer ihrer Schwestern zu ihrer Tante. HH schildert die zeittypischen Vorwürfe und Vorurteile, die ihr als junge Frau entgegengebracht wurden. Sie absolvierte die Hauswirtschaftsschule, da ihr keine andere erlaubt wurde. Danach arbeitete sie bei einer Bodenschleiferei in Innsbruck, lernte einen Studenten aus Persien kennen und zog zu ihm, weswegen es zum Bruch mit der Tante kam. HH arbeitete auch als Zeitungsausträgerin am Land, wo sie sexuelle Übergriffe erlebte. Danach lebte und arbeitete sie in Wien, war als Verkäuferin in Bäckereien tätig und lernte ihren späteren Mann kennen. Mit ihm bekam sie zwei Kinder. Die folgenden Jahre waren sie vorwiegend im Haushalt und der Kindererziehung beschäftigt. In der Ehe erlebte sie Gewalt und ließ sich scheiden. Aus einer nächsten Beziehung entstammen zwei weitere Kinder. Sie erzog alle Kinder weitgehend als Alleinerziehende. Mit den Vätern ihrer Kinder kam es immer wieder zu Konflikten wegen der Alimentezahlungen. Nach der Scheidung besuchte sie die Abendschule, machte Matura und begann ein Studium der deutschen Philologie an der Universität Wien. Bildung war ihr zeitlebens wichtig. Ein weiteres krisenhaftes Lebensereignis war ihre eigene Erkrankung an Brustkrebs, die sie jedoch erfolgreich bekämpfte. Nach der Matura erlitt sie eine Amnesie, einen Schlaganfall sowie eine Nahtoderfahrung. Seit 2008 ist Hildegard Hochfellner in Pension, im selben Jahr wurde sie Großmutter.
Hildegard Hochfellner, geboren 1956 in Villach, wuchs in ärmlichen Verhältnissen in einem kleinen Ort in Kärnten zunächst bei ihrer Großmutter mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern auf. Nachdem ihr leiblicher Vater ihre Mutter verlassen hatte, kam ein neuer Mann, ehemaliger Partisane und Kärntner Slowene, ins Leben der Mutter und die Familie zog in eine neu errichtete Arbeitersiedlung des Magnesitwerks in Radenthein (Kärnten). Ihre Mutter erkrankte an Brustkrebs. Die schwere Erkrankung und die häusliche Gewalt ihres Stiefvaters war für das Mädchen Hildegard Hochfellner die schwierigste Zeit. Nach dem Tod ihrer Mutter kam sie gemeinsam mit einer ihrer Schwestern zu ihrer Tante. HH schildert die zeittypischen Vorwürfe und Vorurteile, die ihr als junge Frau entgegengebracht wurden. Sie absolvierte die Hauswirtschaftsschule, da ihr keine andere erlaubt wurde. Danach arbeitete sie bei einer Bodenschleiferei in Innsbruck, lernte einen Studenten aus Persien kennen und zog zu ihm, weswegen es zum Bruch mit der Tante kam. HH arbeitete auch als Zeitungsausträgerin am Land, wo sie sexuelle Übergriffe erlebte. Danach lebte und arbeitete sie in Wien, war als Verkäuferin in Bäckereien tätig und lernte ihren späteren Mann kennen. Mit ihm bekam sie zwei Kinder. Die folgenden Jahre waren sie vorwiegend im Haushalt und der Kindererziehung beschäftigt. In der Ehe erlebte sie Gewalt und ließ sich scheiden. Aus einer nächsten Beziehung entstammen zwei weitere Kinder. Sie erzog alle Kinder weitgehend als Alleinerziehende. Mit den Vätern ihrer Kinder kam es immer wieder zu Konflikten wegen der Alimentezahlungen. Nach der Scheidung besuchte sie die Abendschule, machte Matura und begann ein Studium der deutschen Philologie an der Universität Wien. Bildung war ihr zeitlebens wichtig. Ein weiteres krisenhaftes Lebensereignis war ihre eigene Erkrankung an Brustkrebs, die sie jedoch erfolgreich bekämpfte. Nach der Matura erlitt sie eine Amnesie, einen Schlaganfall sowie eine Nahtoderfahrung. Seit 2008 ist Hildegard Hochfellner in Pension, im selben Jahr wurde sie Großmutter.