Hermann Leopoldi feierte am 15. August Geburtstag. Er gehörte in der Zwischenkriegszeit sicher zu den beliebtesten Künstlern auf Wiens Kabarett- und Varietébühnen, wobei tatsächlich nur eine Kombination von Ausdrücken das künstlerische Profil Leopoldis in vollem Umfang beschreiben kann: Klavierhumorist, Komponist, Kabarettist, Sänger … Mit “Wiener Charme” vorgetragen wurden viele seiner Lieder zum Inbegriff des pointenreichen und auch mitunter recht scharfzüngigen Kommentars zum Wiener Alltag und zum gesellschaftlichen und politischen Leben der Stadt. Manche seiner Pointen lassen sich aus heutiger Perspektive als musikalisch vorgetragenes historisches Dokument verstehen, andere scheinen überraschend wenig an Aktualität eingebüßt zu haben.
Er überlebte seine Inhaftierung im KZ Dachau und Buchenwald, konnte 1939 in die USA flüchten, und kehrte 1947 wieder nach Wien zurück. Eine Webausstellung bietet reichhaltig Möglichkeiten etwas über die Stationen seiner Karriere zu erfahren und in Kostproben seiner Kunst zu genießen.
"Ravagiana" – Potpourri eines Radiotages im Jahr 1931
Ich bin ein stiller Zecher (1937)
I'm just a quiet drinker (englische Exil-Version)
An der schönen roten Donau (1946)
Wirtschaftswunderkinder (1959)