Am 8. Oktober feierte Helmut Qualtinger Geburtstag. Sein Ein-Personen-Stück "Der Herr Karl" (1961) zwischen Kabarett und theatralischem Monolog gehört zu den bedeutendsten Beiträgen zum österreichischer Nachkriegstheater. Mit der satirischen Darstellung des opportunistischen Changierens zwischen den politischen Systemen ab der Zwischenkriegszeit wurde Qualtinger einem größeren Publikum bekannt - als unangenehmer Beobachter menschlicher Schwächen.
Bereits sein erstes Theaterstück 1949 ("Jugend vor den Schranken") erregte mit der Offenlegung der Probleme und Verelendung der österreichischen Jugend nach dem 2. Weltkrieg heftige Kontroversen. Er selbst äußerte sich über seine gesellschaftliche Rolle als Verkünder unangenehmer Wahrheiten in einem Interview 1963 und meinte, dass man "... unangenehme Dinge wahrscheinlich eher mit Charme verkaufen" kann.
Zu seinen vielen charmant-kritischen Beiträgen zum österreichischen Kulturleben gehören neben dem "Herrn Karl" auch diverse Kabarettprogramme, Auftritte auf Theaterbühnen und in Filmen (vom "1. April 2000", 1952 bis " Der Name der Rose", 1986) und Lesungen, bei denen Karl Kraus "Die letzten Tage der Menschheit" besondere Erwähnung verdient.
Links:
Ausschnitt aus “Der Herr Karl” (Verfilmung ORF 1961)
“Der Bundesbahn-Blues”aus der Kabarett-Revue “Blattl vor'm Mund” (1956)
Persiflage mit Gerhard Bronner auf die Radiosendung “Unser Landvolk” (1958)
Ausschnitt aus Helmut Qualtinger liest Karl Kraus: “Die letzten Tage der Menschheit” (1962)
Interview mit Jimmy Berg in New York (1963)
weitere Quellen zu Helmut Qualtinger im Bestand der Österreichischen Mediathek