Kaiser Wilhelm II. - "Deutsch sein ist ..."
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Katalogzettel
| Titel | Kaiser Wilhelm II. - "Deutsch sein ist ..." |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Wilhelm II. <Kaiser> [Redner/in]
|
| Datum |
1904.01.24 [Aufnahmedatum] |
| Ort |
Berlin [Aufnahmeort]
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| Schlagworte | Politik ; Reden und Ansprachen |
| Örtliche Einordnung |
Deutschland, Deutsches Reich
|
| Typ | audio |
| Format |
DFMP3 [Dateiformat: MP3] DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] TKAsp19 [Tonband auf Kern (AEG); SP, 19 cm/s, Vollspur] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 99-04001_k01, 99-04001 |
| Medienart | Mediendatei |
Information
Inhalt
Spruch im Arbeitskabinet Sr. Majestät Kaiser Wilhelm II.
Der Text stammt aus dem Roman „Das Schweigen im Walde“ von Ludwig Ganghofer
Stark sein im Schmerz; nicht wünschen was unerreichbar oder wertlos; zufrieden mit dem Tag, wie er kommt; in Allem das Gute suchen, und Freude an der Natur und an den Menschen haben, wie sie nun einmal sind; für tausend bittere Stunden sich mit einer einzigen trösten, welche schön ist, und aus Herz und Können immer sein Bestes geben, auch wenn es keinen Dank erfährt. Wer das lernt und kann ist ein Glücklicher, Freier und Stolzer und immer schön wird sein Leben sein. Wer mißtrauisch ist, begeht ein Unrecht gegen Andere und schädigt sich selbst: Wir haben die Pflicht, jeden Menschen für gut zu halten, solange er uns nicht das Gegenteil beweist. Die Welt ist so groß, und wir Menschen sind so klein: da kann sich doch nicht alles um uns allein drehen. Wenn uns was schadet, was wehe tut, wer kann wissen, ob das nicht notwendig ist zum Nutzen der ganzen Schöpfung? In jedem Ding der Welt, ob es tot ist oder atmet, lebt der große, weise Wille des Allmächtigen und Allwissenden Schöpfers; uns kleinen Menschen fehlt nur der Verstand, um ihn zu begreifen. Wie alles ist, so muß es sein in der Welt, und wie es auch sein mag: immer ist es gut im Sinne des Schöpfers.
Der Text stammt aus dem Roman „Das Schweigen im Walde“ von Ludwig Ganghofer
Stark sein im Schmerz; nicht wünschen was unerreichbar oder wertlos; zufrieden mit dem Tag, wie er kommt; in Allem das Gute suchen, und Freude an der Natur und an den Menschen haben, wie sie nun einmal sind; für tausend bittere Stunden sich mit einer einzigen trösten, welche schön ist, und aus Herz und Können immer sein Bestes geben, auch wenn es keinen Dank erfährt. Wer das lernt und kann ist ein Glücklicher, Freier und Stolzer und immer schön wird sein Leben sein. Wer mißtrauisch ist, begeht ein Unrecht gegen Andere und schädigt sich selbst: Wir haben die Pflicht, jeden Menschen für gut zu halten, solange er uns nicht das Gegenteil beweist. Die Welt ist so groß, und wir Menschen sind so klein: da kann sich doch nicht alles um uns allein drehen. Wenn uns was schadet, was wehe tut, wer kann wissen, ob das nicht notwendig ist zum Nutzen der ganzen Schöpfung? In jedem Ding der Welt, ob es tot ist oder atmet, lebt der große, weise Wille des Allmächtigen und Allwissenden Schöpfers; uns kleinen Menschen fehlt nur der Verstand, um ihn zu begreifen. Wie alles ist, so muß es sein in der Welt, und wie es auch sein mag: immer ist es gut im Sinne des Schöpfers.
Die Harvard University hatte den Sprachwissenschaftler und Psychologen E.W. Scripture (1864 – 1945) nach Deutschland geschickt, um Wachswalzenaufnahmen von Wilhelm II. für ihr Archiv anzufertigen. Auch zwei Washingtoner Einrichtungen, die Library of Congress und das National Museum, sollten mit dem Kaiser-Sound bedacht werden. Anders als eine fast zeitgleiche, von den österreichischen Autoritäten initiierte Aufnahme von Kaiser Franz Joseph war Scriptures Aufnahme keine offizielle Aktion. Ein staatliches Äquivalent für das phonographische Archiv der österreichischen Akademie der Wissenschaften bestand in Deutschland damals zum Leidwesen der Phonoindustrie nicht.
Die Erlaubnis, Aufnahmen von Wilhelm zu tätigen, hatte Scripture über den gut vernetzten amerikanischen Botschafter in Berlin, Charlemagne Towers, eingeholt und sehr kurzfristig erhalten. Während Wilhelm II. am 24. Januar 1904, einem Sonntag, im Gottesdienst weilte, durfte Scripture seine Geräte in den kaiserlichen Gemächern im Berliner Schloss aufbauen. Bei der Aufnahme musste er den Raum verlassen; es war lediglich ein zuvor von ihm instruierter Kammerdiener zugegen. Wilhelm II. besprach zwei Walzen, eine mit dem zitierten Text für die beiden Washingtoner Institutionen. Für die andere, die an die Harvard University gehen sollte, wiederholte er eine Ansprache, die er bei der Enthüllung eines Obelisken auf dem Döberitzer Truppenübungsplatz zum Andenken an Friedrich den Großen im Jahr zuvor gehalten hatte. Scripture fertigte beide Aufnahmen mit einem Phonographen.
Die Erlaubnis, Aufnahmen von Wilhelm zu tätigen, hatte Scripture über den gut vernetzten amerikanischen Botschafter in Berlin, Charlemagne Towers, eingeholt und sehr kurzfristig erhalten. Während Wilhelm II. am 24. Januar 1904, einem Sonntag, im Gottesdienst weilte, durfte Scripture seine Geräte in den kaiserlichen Gemächern im Berliner Schloss aufbauen. Bei der Aufnahme musste er den Raum verlassen; es war lediglich ein zuvor von ihm instruierter Kammerdiener zugegen. Wilhelm II. besprach zwei Walzen, eine mit dem zitierten Text für die beiden Washingtoner Institutionen. Für die andere, die an die Harvard University gehen sollte, wiederholte er eine Ansprache, die er bei der Enthüllung eines Obelisken auf dem Döberitzer Truppenübungsplatz zum Andenken an Friedrich den Großen im Jahr zuvor gehalten hatte. Scripture fertigte beide Aufnahmen mit einem Phonographen.