Julius Caesar, 1. Teil
Katalogzettel
| Titel | Julius Caesar, 1. Teil |
| Spieldauer | 00:04:15 |
| Urheber/innen |
Shakespeare, William [Text]
[GND]
|
| Mitwirkende |
Aslan, Raoul [Rezitator/in]
[GND
]
Grammophon [Label] |
| Datum |
1928 [Vermutliches Datum] |
| Ort |
Wien [Aufnahmeort]
|
| Schlagworte | Literatur ; Drama ; Publizierte und vervielfältigte Aufnahme |
|
20. Jahrhundert - 20er Jahre
16. Jahrhundert |
|
| Typ | audio |
| Format |
SCS3078 [Schallplatte, Schellack - 30 cm, 78/min] |
| Nummern |
66130 [Bestellnummer] B 26000 [Katalognummer] 2085 as [Matrizennummer] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | Österreichische Mediathek, 2-08524_a_k02 |
| Medienart | Mp3-Audiodatei |
Information
Inhalt
Mitbürger! Freunde! Römer! hört mich an:#13
Begraben will ich Cäsarn, nicht ihn preisen.#13
Was Menschen Übles tun, das überlebt sie,#13
Das Gute wird mit ihnen oft begraben.#13
So sei es auch mit Cäsarn! Der edle Brutus#13
Hat euch gesagt, daß er voll Herrschsucht war;#13
Und war er das, so war's ein schwer Vergehen,#13
Und schwer hat Cäsar auch dafür gebüßt.#13
Hier, mit des Brutus Willen und der andern#13
Denn Brutus ist ein ehrenwerter Mann,#13
Das sind sie alle, alle ehrenwert,#13
Komm ich, bei Cäsars Leichenzug zu reden.#13
Er war mein Freund, war mir gerecht und treu;#13
Doch Brutus sagt, daß er voll Herrschsucht war,#13
Und Brutus ist ein ehrenwerter Mann.#13
Er brachte viel Gefangne heim nach Rom,#13
Wofür das Lösegeld den Schatz gefüllt.#13
Sah das der Herrschsucht wohl am Cäsar gleich?#13
Wenn Arme zu ihm schrien, so weinte Cäsar;#13
Die Herrschsucht sollt aus härterm Stoff bestehn.#13
Doch Brutus sagt, daß er voll Herrschsucht war,#13
Und Brutus ist ein ehrenwerter Mann.#13
Ihr alle saht, wie am Lupercusfest#13
Ich dreimal ihm die Königskrone bot,#13
Die dreimal er geweigert. War das Herrschsucht?#13
Doch Brutus sagt, daß er voll Herrschsucht war,#13
Und ist gewiß ein ehrenwerter Mann.#13
Ich will, was Brutus sprach, nicht widerlegen;#13
Ich spreche hier von dem nur, was ich weiß.#13
Ihr liebtet all ihn einst nicht ohne Grund;#13
Was für ein Grund wehrt euch, um ihn zu trauern?#13
O Urteil, du entflohst zum blöden Vieh,#13
Der Mensch ward unvernünftig!—Habt Geduld!#13
Mein Herz ist in dem Sarge hier beim Cäsar,#13
Und ich muß schweigen, bis es mir zurückkommt.#13#13
Noch gestern hätt umsonst dem Worte Cäsars#13
Die Welt sich widersetzt; nun liegt er da,#13
Und der Geringste neigt sich nicht vor ihm.#13
O Bürger! strebt ich, Herz und Mut in euch#13
Zur Wut und zur Empörung zu entflammen,#13
So tät ich Cassius und Brutus Unrecht,#13
Die ihr als ehrenwerte Männer kennt.#13
Ich will nicht ihnen Unrecht tun, will lieber#13
Dem Toten Unrecht tun, mir selbst und euch,#13
Als ehrenwerten Männern, wie sie sind.#13
Doch seht dies Pergament mit Cäsars Siegel;#13
Ich fand's bei ihm, es ist sein letzter Wille.#13
Vernähme nur das Volk dies Testament#13
Das ich, verzeiht mir, nicht zu lesen denke,#13
Sie gingen hin und küßten Cäsars Wunden#13
Und tauchten Tücher in sein heilges Blut,#13
Ja, bäten um ein Haar zum Angedenken,#13
Und sterbend nennten sie's im Testament#13
Und hinterließen's ihres Leibes Erben#13
Zum köstlichen Vermächtnis.#13#13
Seid ruhig, lieben Freund'! Ich darf's nicht lesen,#13
Ihr müßt nicht wissen, wie euch Cäsar liebte.#13
Ihr seid nicht Holz, nicht Stein, ihr seid ja Menschen;#13
Drum, wenn ihr Cäsars Testament erführt,#13
Es setzt' in Flammen euch, es macht' euch rasend.#13
Ihr dürft nicht wissen, daß ihr ihn beerbt,#13
Denn wüßtet ihr's, was würde draus entstehn?
Begraben will ich Cäsarn, nicht ihn preisen.#13
Was Menschen Übles tun, das überlebt sie,#13
Das Gute wird mit ihnen oft begraben.#13
So sei es auch mit Cäsarn! Der edle Brutus#13
Hat euch gesagt, daß er voll Herrschsucht war;#13
Und war er das, so war's ein schwer Vergehen,#13
Und schwer hat Cäsar auch dafür gebüßt.#13
Hier, mit des Brutus Willen und der andern#13
Denn Brutus ist ein ehrenwerter Mann,#13
Das sind sie alle, alle ehrenwert,#13
Komm ich, bei Cäsars Leichenzug zu reden.#13
Er war mein Freund, war mir gerecht und treu;#13
Doch Brutus sagt, daß er voll Herrschsucht war,#13
Und Brutus ist ein ehrenwerter Mann.#13
Er brachte viel Gefangne heim nach Rom,#13
Wofür das Lösegeld den Schatz gefüllt.#13
Sah das der Herrschsucht wohl am Cäsar gleich?#13
Wenn Arme zu ihm schrien, so weinte Cäsar;#13
Die Herrschsucht sollt aus härterm Stoff bestehn.#13
Doch Brutus sagt, daß er voll Herrschsucht war,#13
Und Brutus ist ein ehrenwerter Mann.#13
Ihr alle saht, wie am Lupercusfest#13
Ich dreimal ihm die Königskrone bot,#13
Die dreimal er geweigert. War das Herrschsucht?#13
Doch Brutus sagt, daß er voll Herrschsucht war,#13
Und ist gewiß ein ehrenwerter Mann.#13
Ich will, was Brutus sprach, nicht widerlegen;#13
Ich spreche hier von dem nur, was ich weiß.#13
Ihr liebtet all ihn einst nicht ohne Grund;#13
Was für ein Grund wehrt euch, um ihn zu trauern?#13
O Urteil, du entflohst zum blöden Vieh,#13
Der Mensch ward unvernünftig!—Habt Geduld!#13
Mein Herz ist in dem Sarge hier beim Cäsar,#13
Und ich muß schweigen, bis es mir zurückkommt.#13#13
Noch gestern hätt umsonst dem Worte Cäsars#13
Die Welt sich widersetzt; nun liegt er da,#13
Und der Geringste neigt sich nicht vor ihm.#13
O Bürger! strebt ich, Herz und Mut in euch#13
Zur Wut und zur Empörung zu entflammen,#13
So tät ich Cassius und Brutus Unrecht,#13
Die ihr als ehrenwerte Männer kennt.#13
Ich will nicht ihnen Unrecht tun, will lieber#13
Dem Toten Unrecht tun, mir selbst und euch,#13
Als ehrenwerten Männern, wie sie sind.#13
Doch seht dies Pergament mit Cäsars Siegel;#13
Ich fand's bei ihm, es ist sein letzter Wille.#13
Vernähme nur das Volk dies Testament#13
Das ich, verzeiht mir, nicht zu lesen denke,#13
Sie gingen hin und küßten Cäsars Wunden#13
Und tauchten Tücher in sein heilges Blut,#13
Ja, bäten um ein Haar zum Angedenken,#13
Und sterbend nennten sie's im Testament#13
Und hinterließen's ihres Leibes Erben#13
Zum köstlichen Vermächtnis.#13#13
Seid ruhig, lieben Freund'! Ich darf's nicht lesen,#13
Ihr müßt nicht wissen, wie euch Cäsar liebte.#13
Ihr seid nicht Holz, nicht Stein, ihr seid ja Menschen;#13
Drum, wenn ihr Cäsars Testament erführt,#13
Es setzt' in Flammen euch, es macht' euch rasend.#13
Ihr dürft nicht wissen, daß ihr ihn beerbt,#13
Denn wüßtet ihr's, was würde draus entstehn?
Sammlungsgeschichte
Anmerkungen zum Inhalt
Die vorgetragene Rede des Antonius wurde für die Aufnahme leicht bearbeitet
Technische Anmerkungen
Verortung in der digitalen Sammlung
Schlagworte
Literatur , Drama , Publizierte und vervielfältigte AufnahmeTeil der Sammlung
Schellacksammlung TeuchtlerDas Medium in Onlineausstellungen
Dieses Medium wird hier verwendet: