Am Schauplatz [2014.01.23]
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Am Schauplatz
Katalogzettel
| Titel | Am Schauplatz [2014.01.23] |
| Titelzusatz |
Billiger Sex |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
ORF 2 [Sendeanstalt]
|
| Datum |
2014.01.23 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Gesellschaft ; Reportage ; Sexualität ; TV-Mitschnitt |
| Typ | video |
| Format |
DVD [DVD] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 12-10053 |
| Medienart | DVD |
| Gesamtwerk/Reihe | Am Schauplatz |
Information
Inhalt
Seit der Ostöffnung sinken die Preise in Bordellen und am Straßenstrich. Davon profitieren Zuhälter, Freier und die Sexindustrie. Die Verliererinnen der Entwicklung sind die Prostituierten: Sie müssen für immer weniger Geld immer mehr anbieten. Während in Schweden und Frankreich Freier bestraft werden und man in ganz Europa über ein mögliches Verbot der Prostitution diskutiert, eröffnet in Österreich ein Großbordell nach dem anderen.
"Die Männer sind pornographisiert und jeder zweite versucht ohne Kondom Sex zu haben", sagt der Wiener Laufhaus-Manager Peter Laskaris. Noch nie war es für Bordellbetreiber und Kunden so einfach wie jetzt, ihre Vorstellungen vom billigen Sex durchzusetzen. Die meisten Osteuropäerinnen arbeiten für ihre Kinder und ihre Familien in den Herkunftsländern. "Ich möchte nicht, dass meine Schwester später auch diesen Beruf machen muss", erzählt die 25-jährige Rumänin Maria, "es reicht, wenn ich das tue". Sie will in einem großen modernen Wellnessclub so schnell wie möglich Geld verdienen und nach spätestens einem Jahr aufhören.
Manche müssen Schulden für Verwandte abarbeiten, andere werden direkt bedroht, sagt die Ordensschwester Silke Mallman, die sich im Auftrag der Caritas um Prostituierte kümmert. „Ein Fünftel der Frauen ist direkt von Zwang und Menschenhandel betroffen“, schätzt Mallmann. Nur maximal vier Prozent der Frauen arbeite selbstbestimmt. Österreicherinnen gelten als rare Exotinnen. Wie die Tirolerin Lisa, die nach einer Pause als 40-jährige wieder ins Milieu eingestiegen ist. Sie hat als Kellnerin zu wenig verdient und mietet sich wochenweise in ein sogenanntes Laufhaus ein. Ein kleines Appartement kostet dort 100 Euro Miete am Tag. Lisa empfängt als Selbstständige vor allem Stammkunden. "Die Osteuropäerinnen machen den Markt kaputt. Die unterbieten ständig die Preise, und wir beobachten auch, dass schon ihre Freunde vor der Tür warten.“
Durch die große Konkurrenz stehen die Frauen unter enormem Druck. „Mir tut keine leid“, sagt der 70jährige Stammkunde eines Großbordells, „es muss ja keine, aber ich winke einmal mit einem Geldschein und schon ist sie da“.
Besonders schlimm ist die Situation am Straßenstrich in Wien. Der ist genau zwischen den Nationalitäten aufgeteilt, auch die Polizei bestätigt, dass hier fast alle Frauen Zuhälter haben. Die rumänischen treten ganz offen und in Rudeln auf. Einer droht dem Fernsehteam sogar, er werde die Polizei rufen. Schließlich sei er der Chef am Auhof-Parkplatz und man müsse erst ihn um eine Dreherlaubnis fragen, wenn man hier filmen wolle.
Eine Reportage von Christine Grabner und Kim Kadlec.
"Die Männer sind pornographisiert und jeder zweite versucht ohne Kondom Sex zu haben", sagt der Wiener Laufhaus-Manager Peter Laskaris. Noch nie war es für Bordellbetreiber und Kunden so einfach wie jetzt, ihre Vorstellungen vom billigen Sex durchzusetzen. Die meisten Osteuropäerinnen arbeiten für ihre Kinder und ihre Familien in den Herkunftsländern. "Ich möchte nicht, dass meine Schwester später auch diesen Beruf machen muss", erzählt die 25-jährige Rumänin Maria, "es reicht, wenn ich das tue". Sie will in einem großen modernen Wellnessclub so schnell wie möglich Geld verdienen und nach spätestens einem Jahr aufhören.
Manche müssen Schulden für Verwandte abarbeiten, andere werden direkt bedroht, sagt die Ordensschwester Silke Mallman, die sich im Auftrag der Caritas um Prostituierte kümmert. „Ein Fünftel der Frauen ist direkt von Zwang und Menschenhandel betroffen“, schätzt Mallmann. Nur maximal vier Prozent der Frauen arbeite selbstbestimmt. Österreicherinnen gelten als rare Exotinnen. Wie die Tirolerin Lisa, die nach einer Pause als 40-jährige wieder ins Milieu eingestiegen ist. Sie hat als Kellnerin zu wenig verdient und mietet sich wochenweise in ein sogenanntes Laufhaus ein. Ein kleines Appartement kostet dort 100 Euro Miete am Tag. Lisa empfängt als Selbstständige vor allem Stammkunden. "Die Osteuropäerinnen machen den Markt kaputt. Die unterbieten ständig die Preise, und wir beobachten auch, dass schon ihre Freunde vor der Tür warten.“
Durch die große Konkurrenz stehen die Frauen unter enormem Druck. „Mir tut keine leid“, sagt der 70jährige Stammkunde eines Großbordells, „es muss ja keine, aber ich winke einmal mit einem Geldschein und schon ist sie da“.
Besonders schlimm ist die Situation am Straßenstrich in Wien. Der ist genau zwischen den Nationalitäten aufgeteilt, auch die Polizei bestätigt, dass hier fast alle Frauen Zuhälter haben. Die rumänischen treten ganz offen und in Rudeln auf. Einer droht dem Fernsehteam sogar, er werde die Polizei rufen. Schließlich sei er der Chef am Auhof-Parkplatz und man müsse erst ihn um eine Dreherlaubnis fragen, wenn man hier filmen wolle.
Eine Reportage von Christine Grabner und Kim Kadlec.