Am Schauplatz [2014.09.18]
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Am Schauplatz
Katalogzettel
| Titel | Am Schauplatz [2014.09.18] |
| Titelzusatz |
Leben im Zwangskorsett |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
ORF 2 [Sendeanstalt]
|
| Datum |
2014.09.18 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt |
| Typ | video |
| Format |
DVD [DVD] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 12-10617_01 |
| Medienart | DVD |
| Gesamtwerk/Reihe | Am Schauplatz |
Information
Inhalt
Waschzwang, Putzen ohne Ende, quälende Rituale beim Aufstehen, Gehen, Essen: wenn Zwänge den Alltag bestimmen, gerät das ganze Leben aus den Fugen. Ständig wieder kehrende Gedanken und Gefühle zwingen die Betroffenen Handlungen auszuführen, von denen sie wissen, dass sie sinnlos sind. Vom Umfeld werden die sogenannten Zwängler oft belächelt.
Angst vor dem Erwachsenwerden
Bei Michael Beck haben die Zwänge mit zwölf Jahren begonnen. Plötzlich kommt er in vielen Situationen nicht mehr vom Fleck. Er balanciert entlang bestimmter Linien, darf nicht auf Fugen steigen, zählt Fliesen, und Stufen - alles magische Rituale, um die Angst vor dem Erwachsenwerden zu bezwingen. "Es ist aber auch die Angst vor der Leere und vor der Orientierungslosigkeit", sagt Michael, der inzwischen 18 Jahre ist.
Die vielen Zwangshandlungen haben Michael ins Abseits gebracht. Die Pubertät ist für den Oberösterreicher eine einsame und erschöpfende Zeit.
Der Zwang, ein zweites Ich
Die Zwangsgedanken, die ihn zu oft stundenlangen Handlungen treiben, sind für Michael Beck wie ein zweites Ich. Auch die Kärntnerin Berta Lackner kennt diese Vorstellung einer zweiten Persönlichkeit, "Es gibt eine Zwangs-Berta und eine normale Berta. Ich versuche trotzdem möglichst viel Lebensqualität zu retten, ich mache mit meiner Familie gern Ausflüge oder spiele Klavier." Allerdings gelingt der 37jährigen das nicht immer. Sie fürchtet, alle möglichen Arten von Schmutz könnten ihr Haus oder ihren Körper verunreinigen. Deswegen muss sie ständig sauber machen, oder Produkte die sie einkauft lange abwaschen.
Seit zwanzig Jahren leidet Berta Lackner unter Reinigungs- und Kontrollzwang.
Hilfe gegen Zwänge
Für Betroffene ist es nicht einfach, die richtige Hilfe zu finden. Die erste Hürde besteht schon darin, überhaupt danach zu suchen. "Ich habe mich lange geschämt und meine Reinigungs-Zwänge vor dem Umfeld geheim gehalten". Vor einiger Zeit hat die Kärntnerin eine Selbsthilfegruppe gegründet um die Situation für sich und Mit-Betroffene zu verbessern. "Gemeinsam sind wir stärker", sagt Berta Lackner "und wenn ich später auf mein Leben zurückschaue, möchte ich sagen können, ich bin akzeptiert worden und habe trotz der Krankheit leben dürfen."
Angst vor dem Erwachsenwerden
Bei Michael Beck haben die Zwänge mit zwölf Jahren begonnen. Plötzlich kommt er in vielen Situationen nicht mehr vom Fleck. Er balanciert entlang bestimmter Linien, darf nicht auf Fugen steigen, zählt Fliesen, und Stufen - alles magische Rituale, um die Angst vor dem Erwachsenwerden zu bezwingen. "Es ist aber auch die Angst vor der Leere und vor der Orientierungslosigkeit", sagt Michael, der inzwischen 18 Jahre ist.
Die vielen Zwangshandlungen haben Michael ins Abseits gebracht. Die Pubertät ist für den Oberösterreicher eine einsame und erschöpfende Zeit.
Der Zwang, ein zweites Ich
Die Zwangsgedanken, die ihn zu oft stundenlangen Handlungen treiben, sind für Michael Beck wie ein zweites Ich. Auch die Kärntnerin Berta Lackner kennt diese Vorstellung einer zweiten Persönlichkeit, "Es gibt eine Zwangs-Berta und eine normale Berta. Ich versuche trotzdem möglichst viel Lebensqualität zu retten, ich mache mit meiner Familie gern Ausflüge oder spiele Klavier." Allerdings gelingt der 37jährigen das nicht immer. Sie fürchtet, alle möglichen Arten von Schmutz könnten ihr Haus oder ihren Körper verunreinigen. Deswegen muss sie ständig sauber machen, oder Produkte die sie einkauft lange abwaschen.
Seit zwanzig Jahren leidet Berta Lackner unter Reinigungs- und Kontrollzwang.
Hilfe gegen Zwänge
Für Betroffene ist es nicht einfach, die richtige Hilfe zu finden. Die erste Hürde besteht schon darin, überhaupt danach zu suchen. "Ich habe mich lange geschämt und meine Reinigungs-Zwänge vor dem Umfeld geheim gehalten". Vor einiger Zeit hat die Kärntnerin eine Selbsthilfegruppe gegründet um die Situation für sich und Mit-Betroffene zu verbessern. "Gemeinsam sind wir stärker", sagt Berta Lackner "und wenn ich später auf mein Leben zurückschaue, möchte ich sagen können, ich bin akzeptiert worden und habe trotz der Krankheit leben dürfen."