Die Kunst der Verdichtung – Der Zeichner Nicolas Mahler
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks kultur.montag
Katalogzettel
| Titel | Die Kunst der Verdichtung – Der Zeichner Nicolas Mahler |
| Titelzusatz |
Kulturmontag Dokumentation |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Traxl, Martin [Moderation]
[GND
]
ORF 2 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2015.03.23 [Sendedatum] 2013 [Produktionsdatum] |
| Schlagworte | Kultur ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt |
| Typ | video |
| Format |
DVD [DVD] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 12-11176_02 |
| Medienart | DVD |
| Gesamtwerk/Reihe | kultur.montag |
Information
Inhalt
Der österreichische Zeichner und Autor Nicolas Mahler erhielt am 13. März im Rahmen der Leipziger Buchmesse den renommierten Preis der Literaturhäuser 2015 verliehen.
Filme werden länger und opulenter, die Wälzer dicker, die Informationsflut wächst. Ein Kulturphänomen der Moderne ist die Unfähigkeit zur Präzision Nicolas Mahler hat einen Gegenvorschlag: Verdichtung. Der Film von Nico Weber erlaubt ein tiefes Eindringen in die Denk- und Arbeitsweise des Künstlers und in dessen Kulturtechnik der Reduktion.
Nicolas Mahler, 1969 in Wien geboren, ist zum internationalen Star der Zeichner-Szene gereift. Seine unverwechselbare Handschrift, sein mehrdimensionaler Humor und seine Weltbetrachtung wie durch einen Hohlspiegel fügen sich zu einer bizarren Cartoon-Welt, die vor Klassikern der Weltliteratur keinen Halt macht.
Die reduzierten Figuren im Schaffen des graphic novelist sind aufgrund ihrer körperlichen Eigentümlichkeiten oft Opfer der Tücken des Alltags. "Dahingekritzelt", in die Welt geworfen, bewegen sie sich durch banale und kafkaeske Szenarien – dem Menschen nicht unähnlich.
Nicolas Mahler hat mehr als 50 Publikationen, fünf Trickfilme, zahlreiche Siebdruckeditionen und Hörspiele herausgebracht, in ganz Europa, in China oder Kanada. Seine Zeichnungen erscheinen u.a. in der "Zeit", der "Neuen Züricher Zeitung" und der "Frankfurter Allgemeinen" sowie in der Satirezeitschrift "Titanic". Wie fast jeder erfolgreiche österreichische Künstler ist er vor allem im Ausland bekannt, von Frankreich über Deutschland bis in die USA wurde er mit Preisen überhäuft.
Der Karikaturist Mahler konterkariert mit Vorliebe tradierte Sujets. So auch in seiner Literaturadaption von Robert Musils "Der Mann ohne Eigenschaften".
Hundert Jahre nachdem Robert Musil den "Mann ohne Eigenschaften" geschrieben hat, nimmt Mahler den massenhaft gekauften, aber nahezu ungelesenen Text auseinander und setzt ihn wieder neu zusammen. Bereits mit seinen Literaturadaptionen hat er Maßstäbe gesetzt. Thomas Bernhards "Alte Meister" und der wilde Mix aus "Alice im Wunderland", H.C. Artmann und "Moby Dick" unter dem Titel "Alice in Sussex" zeigten schon, auf welch hohem literarischen Niveau sich Comic-Kunst bewegen kann.
Nicolas Mahler ist produktiver denn je. Der Minimalist hat rechtzeitig zur Preisverleihung mit "dachbodenfund" einen im Luftschacht Verlag erschienen Lyrikband vorgelegt. Sein hochgelobter Band "Gedichte", ein Paradebeispiel für Mahlers künstlerische Strategie der Verdichtung (ein Wort, eine Zeichnung) ist 2013 erschienen.
Filme werden länger und opulenter, die Wälzer dicker, die Informationsflut wächst. Ein Kulturphänomen der Moderne ist die Unfähigkeit zur Präzision Nicolas Mahler hat einen Gegenvorschlag: Verdichtung. Der Film von Nico Weber erlaubt ein tiefes Eindringen in die Denk- und Arbeitsweise des Künstlers und in dessen Kulturtechnik der Reduktion.
Nicolas Mahler, 1969 in Wien geboren, ist zum internationalen Star der Zeichner-Szene gereift. Seine unverwechselbare Handschrift, sein mehrdimensionaler Humor und seine Weltbetrachtung wie durch einen Hohlspiegel fügen sich zu einer bizarren Cartoon-Welt, die vor Klassikern der Weltliteratur keinen Halt macht.
Die reduzierten Figuren im Schaffen des graphic novelist sind aufgrund ihrer körperlichen Eigentümlichkeiten oft Opfer der Tücken des Alltags. "Dahingekritzelt", in die Welt geworfen, bewegen sie sich durch banale und kafkaeske Szenarien – dem Menschen nicht unähnlich.
Nicolas Mahler hat mehr als 50 Publikationen, fünf Trickfilme, zahlreiche Siebdruckeditionen und Hörspiele herausgebracht, in ganz Europa, in China oder Kanada. Seine Zeichnungen erscheinen u.a. in der "Zeit", der "Neuen Züricher Zeitung" und der "Frankfurter Allgemeinen" sowie in der Satirezeitschrift "Titanic". Wie fast jeder erfolgreiche österreichische Künstler ist er vor allem im Ausland bekannt, von Frankreich über Deutschland bis in die USA wurde er mit Preisen überhäuft.
Der Karikaturist Mahler konterkariert mit Vorliebe tradierte Sujets. So auch in seiner Literaturadaption von Robert Musils "Der Mann ohne Eigenschaften".
Hundert Jahre nachdem Robert Musil den "Mann ohne Eigenschaften" geschrieben hat, nimmt Mahler den massenhaft gekauften, aber nahezu ungelesenen Text auseinander und setzt ihn wieder neu zusammen. Bereits mit seinen Literaturadaptionen hat er Maßstäbe gesetzt. Thomas Bernhards "Alte Meister" und der wilde Mix aus "Alice im Wunderland", H.C. Artmann und "Moby Dick" unter dem Titel "Alice in Sussex" zeigten schon, auf welch hohem literarischen Niveau sich Comic-Kunst bewegen kann.
Nicolas Mahler ist produktiver denn je. Der Minimalist hat rechtzeitig zur Preisverleihung mit "dachbodenfund" einen im Luftschacht Verlag erschienen Lyrikband vorgelegt. Sein hochgelobter Band "Gedichte", ein Paradebeispiel für Mahlers künstlerische Strategie der Verdichtung (ein Wort, eine Zeichnung) ist 2013 erschienen.