Valie Export – Ikone und Rebellin
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks kultur.montag
Katalogzettel
| Titel | Valie Export – Ikone und Rebellin |
| Titelzusatz |
Kulturmontag Dokumentation |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Stadler, Clarissa [Moderation]
[GND
]
ORF 2 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2015.05.18 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Kultur ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt |
| Typ | video |
| Format |
DVD [DVD] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 12-11330_03 |
| Medienart | DVD |
| Gesamtwerk/Reihe | kultur.montag |
Information
Inhalt
VALIE EXPORT, die Vielseitige, die nicht zu Fassende, wird am 17. Mai 75 Jahre alt. Der ORF widmet der Künstlerin eine neue Dokumentation, in der VALIE EXPORT, die oft Unnahbare, Regisseurin Claudia Müller tiefe Einblicke in ihr Leben und Werk gestattet.
"Die Kunst kann ein Medium der Selbstbestimmung sein und diese bringt der Kunst neue Werte", beansprucht VALIE EXPORT für sich.
Die Suche nach Identität und Ausdruck zieht sich durch ihr Werk. Sie exerziert den Schmerz der Sprachlosigkeit, den Verlust körperlicher und seelischer Integrität in Filmen, Performances und Fotoserien bis an den Rand des Erträglichen. Der Schock zertrümmert – Erwartungen, Routine, repressive Muster.
Ihre Experimentierfreudigkeit, ihr Umgang mit immer neuen Medien und Technologien sind Pionierarbeit und beispielgebend für viele Frauen in der Kunst, die ihr nachfolgen werden. Für die Fotoserie "Identitätstransfer" posiert sie als weibliches Gewaltopfer, in androgynem Gewand. Cindy Shermans Filmstills wirken wie ein Zitat dieser Arbeit. Im Film kommen internationale Künstlerinnen zu Wort, die sich unmittelbar auf EXPORT beziehen oder mit denen sie eng zusammengearbeitet hat: Marina Abramović, Carolee Schneemann, Kiki Smith.
1940 in Linz geboren, wächst VALIE EXPORT in einem bürgerlichen Lehrerhaushalt auf. Ihr Vater ist überzeugter Nationalsozialist, er fällt in Afrika. Sie wird von Nonnen erzogen, heiratet mit achtzehn Jahren und bekommt ein Kind. Perdita, die Verlorene, nennt sie ihre Tochter. 1960 geht sie nach Wien, studiert Textildesign, lernt die Wiener Gruppe um H. C. Artmann und die Aktionisten kennen. Letzteren schließt sie sich nicht an, denn sie kann das Frauenbild von Otto Muehl, Hermann Nitsch oder Günter Brus nicht teilen.
Bis in die frühen 1990er-Jahre wird das umfassende Werk der EXPORT in ihrer Heimat Österreich kaum beachtet. Jahrzehntelang zitiert und skandalisiert man ihr Frühwerk "Tapp- und Tastkino" oder "Aktionshose Genitalpanik". Im Ausland, vor allem in den USA, sind ihre Pionierleistungen derweil längst in den kunsthistorischen Kanon eingegangen. VALIE EXPORT setzt ihren Körper als Waffe ein. Offensiv sucht sie nach einem weiblichen Ausdruck sexueller Selbstbestimmung.
Die Filmmusik für diese Dokumentation hat Eva Jantschitsch alias Gustav geschrieben. Extra für diesen Film hat Nobelpreisträgerin und Bewunderin von VALIE EXPORTs Kunst, Elfriede Jelinek, eigene Texte zu Arbeiten der Künstlerin eingesprochen. Einmal heißt es da: "Und so muss jetzt plötzlich doch zugelassen werden, dass gezeigt wird, wie eine Frau etwas ausspricht, das unserer kollektiven Erfahrung besser entspricht als das meiste, das wir sonst zu hören bekommen."
Regie: Claudia Müller
"Die Kunst kann ein Medium der Selbstbestimmung sein und diese bringt der Kunst neue Werte", beansprucht VALIE EXPORT für sich.
Die Suche nach Identität und Ausdruck zieht sich durch ihr Werk. Sie exerziert den Schmerz der Sprachlosigkeit, den Verlust körperlicher und seelischer Integrität in Filmen, Performances und Fotoserien bis an den Rand des Erträglichen. Der Schock zertrümmert – Erwartungen, Routine, repressive Muster.
Ihre Experimentierfreudigkeit, ihr Umgang mit immer neuen Medien und Technologien sind Pionierarbeit und beispielgebend für viele Frauen in der Kunst, die ihr nachfolgen werden. Für die Fotoserie "Identitätstransfer" posiert sie als weibliches Gewaltopfer, in androgynem Gewand. Cindy Shermans Filmstills wirken wie ein Zitat dieser Arbeit. Im Film kommen internationale Künstlerinnen zu Wort, die sich unmittelbar auf EXPORT beziehen oder mit denen sie eng zusammengearbeitet hat: Marina Abramović, Carolee Schneemann, Kiki Smith.
1940 in Linz geboren, wächst VALIE EXPORT in einem bürgerlichen Lehrerhaushalt auf. Ihr Vater ist überzeugter Nationalsozialist, er fällt in Afrika. Sie wird von Nonnen erzogen, heiratet mit achtzehn Jahren und bekommt ein Kind. Perdita, die Verlorene, nennt sie ihre Tochter. 1960 geht sie nach Wien, studiert Textildesign, lernt die Wiener Gruppe um H. C. Artmann und die Aktionisten kennen. Letzteren schließt sie sich nicht an, denn sie kann das Frauenbild von Otto Muehl, Hermann Nitsch oder Günter Brus nicht teilen.
Bis in die frühen 1990er-Jahre wird das umfassende Werk der EXPORT in ihrer Heimat Österreich kaum beachtet. Jahrzehntelang zitiert und skandalisiert man ihr Frühwerk "Tapp- und Tastkino" oder "Aktionshose Genitalpanik". Im Ausland, vor allem in den USA, sind ihre Pionierleistungen derweil längst in den kunsthistorischen Kanon eingegangen. VALIE EXPORT setzt ihren Körper als Waffe ein. Offensiv sucht sie nach einem weiblichen Ausdruck sexueller Selbstbestimmung.
Die Filmmusik für diese Dokumentation hat Eva Jantschitsch alias Gustav geschrieben. Extra für diesen Film hat Nobelpreisträgerin und Bewunderin von VALIE EXPORTs Kunst, Elfriede Jelinek, eigene Texte zu Arbeiten der Künstlerin eingesprochen. Einmal heißt es da: "Und so muss jetzt plötzlich doch zugelassen werden, dass gezeigt wird, wie eine Frau etwas ausspricht, das unserer kollektiven Erfahrung besser entspricht als das meiste, das wir sonst zu hören bekommen."
Regie: Claudia Müller