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kultur.montag [2016.02.01]

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks kultur.montag

Katalogzettel

Titel kultur.montag [2016.02.01]
Spieldauer
Urheber/innen und Mitwirkende Traxl, Martin [Moderation] [GND ]
ORF 2 [Sendeanstalt]
Datum 2016.02.01 [Sendedatum]
Schlagworte Kultur ; Reportage ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DVD [DVD]
Sprache Deutsch
Signatur 12-11823_01
Gesamtwerk/Reihe kultur.montag

Information

Inhalt

Künstler-Biotop Naschmarkt | Aussterben der Ortskerne | Michael Köhlmeier | Philosophie zur Flüchtlingsfrage | Benjamin Clementine | Federspiel
Doku: Die erschöpfte Gesellschaft - Das Leben stellt sich aktuell für viele als ein Mäandern zwischen Arbeit, Selbstverwirklichung, Familien "Quality-Time" und "Zeit für sich selbst" dar. Und so wird alles auf einmal zum Stress, selbst die Entspannungsseminare, die Yogastunden oder andere Freizeitaktivitäten.
Die Dokumentation von Constanze Griessler und Franziska Mayr-Keber macht sich auf die Suche nach der sogenannten gesparten oder verlorenen Zeit und erkundet die möglichen Perspektiven und Visionen. Es sei die "stumme normative Gewalt" der Beschleunigung, die alles Leben bestimmt, so der in Jena lehrende Soziologe Hartmut Rosa. Und alle sind matt, ausgebrannt, am Limit, ob Top-ManagerIn oder SupermarktkassiererIn: Müdigkeit ist zum Modephänomen einer rund um die Uhr beschäftigten Gesellschaft geworden.
Selbsthilfebücher, Wellnessoasen, Relaxangebote, … die Erschöpfungsindustrie boomt, Hotels mit "Kurzurlauben für Körper und Geist" verbuchen hohe Umsätze. Als Gegenbewegung zum Tempowahn gibt es bereits die organisierte Entschleunigung – Angebote, wie Ayurveda-Wochenenden, Entschlackungskuren nach F.X . Mayr, Yogawochen in den Bergen oder Schweigen im Kloster.
"Achtsamkeit" quillt aus Zeitungen und Zeitschriften, sie springt einen von Buchtiteln und Titelblättern buchstäblich an. Ob beseelte oder gestresste Menschen oder erleuchtete ManagerInnen – alle führen die Achtsamkeit unablässig im Mund und die Presse sorgt dafür, dass sie auch im hintersten Winkel Verbreitung findet. Forschungsarbeiten zum Thema sind in den letzten 15 Jahren um das 700fache angestiegen. Google hat 2007 mit seinem Programm "search inside yourself" begonnen, im "Forbes"–Magazin und der New York Times sind euphorische Berichte zum neuesten Hype "Achtsamkeit" zu lesen. Meditative Methoden werden heute im Labor erforscht und als Mittel zur Geistessschulung ernst genommen.
Achtsamkeit passt zum Zeitgeist. Immer mehr Firmen setzen auf Stressbewältigung in einer Welt mit dem Zwang zum Multitasking. MBSR, die "Mindfulness Based Stress Reduction" als eine Alternative zur buddhistischen Meditation findet nun auch in Europa immer mehr Anklang. Bob Stahl hat dies in den USA mitentwickelt und gibt weltweit Seminare zur Förderung der Achtsamkeit.
Anitra Eggler meditiert und praktiziert Yoga über den Dächern Wiens. Sie ist Digital Therapeutin und ihre Mission ist es, die Menschen aus dem digitalen Nirwana zu führen. Sie hält Vorträge vor bis zu 5.000 Personen, propagiert den "richtigen" Umgang mit Smartphone, Tablet, Laptop und Co für ein erfüllteres Leben.
Das Verschwinden von Schlaf und Müßiggang: damit beschäftigt sich die Historikerin Hannah Ahlheim. Schlaf ist und bleibt die beste Waffe gegen den "Daueralarmismus" einer 24/7-Gesellschaft. Schlaf ist allerdings verpönt, PolitikerInnen und ManagerInnen prahlen damit, wie wenig sie schlafen, denn zu ruhen bedeutet die kompromisslose Unterbrechung des indoktrinierten Wettlaufs gegen die Zeit. Doch wie geht es jemanden, der kaum schläft? Der Künstler Jan Fabre ist einer von diesen Menschen und thematisiert in seiner Arbeit Beschleunigung und Erschöpfung.
Jan Fabre in seinem Atelier um Mitternacht
In welcher Gesellschaft leben wir? Ist es spät, oder ist es früh? Sind wir wirklich schon am Ende?

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