kultur.montag [2016.02.22]
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks kultur.montag
Katalogzettel
| Titel | kultur.montag [2016.02.22] |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Traxl, Martin [Moderation]
[GND
]
ORF 2 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2016.02.22 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Kultur ; Reportage ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt |
| Typ | video |
| Format |
DVD [DVD] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 12-11887_02 |
| Gesamtwerk/Reihe | kultur.montag |
Information
Inhalt
Oscars - rassistisch? sexistisch? | Oscar- Kandidat: Patrick Vollrath | Kurdische Kultur | Studiogast: Cengiz Günay | Nachruf Umberto Eco | Hieronymus Bosch | Exzentriker Balthus | Peter Handke
kultur.doku: GLAMOUR - DIE PERFEKTE ILLUSION
(c) ORF
Während der "Berlinale", beim Wiener Opernball und natürlich bei der "Oscar"-Verleihung legt sich Glanz auf die triste Jahreszeit. Überall rote Teppiche, große Roben, vollendeter Auftritt – Glamour, wohin das mediale Auge blickt. Der Film untersucht, was Glamour eigentlich ausmacht und wie die Ingredienzien dieses betörenden Cocktails erstmals in den Traumfabriken Hollywoods zwischen 1920 und 1950 gemixt worden sind.
Regisseur Lionel Barrymore, Adrian Adolph Greenberg - Chefdesigner der MGM Studios, Catherine Dale Owen
Regisseur Galeshka Moravioff untersucht den Beginn einer unschlagbaren Liaison aus Mode-, Film- und Unterhaltungsindustrie, die bis heute allen Beteiligten Millionen-Gewinne beschert. Ein Film mit einem Star-Aufgebot von Greta Garbo, Joan Crawford, Ava Gardner über Rita Hayworth, Katherine Hepburn, Jane Russel bis Marylin Monroe und Kim Novak.
Ava Gardner
Das "Glamouröse" kam im 19. Jahrhundert zur Welt. Zunächst als etwas nervöse Kulturtechnik der Abgrenzung. Mit größeren Städten wuchs die Lust auf und die Möglichkeit zu Konsum – der Traum von der Verwandlung des Ichs wurde geboren. Ein Jahrhundert später erfüllte sich diese Sehnsucht – zumindest imaginär – im Kino.
Rita Hayworth
Der Kostümdesigner Jean Louis machte mit seinen sündteuren, handvernähten Stoffen aus Rita Hayworth, Marlene Dietrich oder Marilyn Monroe edle Skulpturen. Edith Head hüllte Hitchcocks "Eisblondinen" noch zusätzlich in kühle Farben, schnürte sie regelrecht ein und verpasste ihnen so einen eleganten Gang. Maskenbildner und Licht-Künstler schufen jene pudrige Aura um die Göttinnen der Leinwand, jene tanzend molekularen Oberflächen des Bildes, die uns so faszinieren.
Alfred Hitchcock im Gespräch mit der preisgekrönten Kostümdesignerin Edith Head
Lässt sich Glamour nach Rezept herstellen? "Ich denke Glamour ist ein sehr schwieriges Konzept. Es ist vage und schwer fassbar. Glamour baut auf einer Reihe verführerischer Werte auf, aber hat keine Bedienungsanleitung", so Kulturhistoriker Stephen Gundle im Film. Erstaunlich viele "Vogue"-Titelblätter ahmen in den 1990er-Jahren Posen, Kostüme und Make-up der Filmstars in den 1920er- bis 1950er-Jahren nach. Auf den roten Teppichen setzt sich der Trend bis heute fort.
Marilyn Monroe, 1953
Ob Glamour wohl heiß oder kalt ist? "Ich würde sagen, es geht um eine kalte Verwendung von etwas Heißem", meint Stephen Gundle und schließt den Aspekt der "Güterherstellung" nicht aus, wenn er konkretisiert: "Glamour basiert natürlich auf Gegensätzen. Er ist elitär und demokratisch, er ist nobel und schäbig zugleich."
Und auch das ist eine gültige Definition: Glamour ist nichts als eine narzisstische Massenhysterie. Zugegeben, eine sehr unterhaltsame.
(c) ORF
Während der "Berlinale", beim Wiener Opernball und natürlich bei der "Oscar"-Verleihung legt sich Glanz auf die triste Jahreszeit. Überall rote Teppiche, große Roben, vollendeter Auftritt – Glamour, wohin das mediale Auge blickt. Der Film untersucht, was Glamour eigentlich ausmacht und wie die Ingredienzien dieses betörenden Cocktails erstmals in den Traumfabriken Hollywoods zwischen 1920 und 1950 gemixt worden sind.
Regisseur Lionel Barrymore, Adrian Adolph Greenberg - Chefdesigner der MGM Studios, Catherine Dale Owen
Regisseur Galeshka Moravioff untersucht den Beginn einer unschlagbaren Liaison aus Mode-, Film- und Unterhaltungsindustrie, die bis heute allen Beteiligten Millionen-Gewinne beschert. Ein Film mit einem Star-Aufgebot von Greta Garbo, Joan Crawford, Ava Gardner über Rita Hayworth, Katherine Hepburn, Jane Russel bis Marylin Monroe und Kim Novak.
Ava Gardner
Das "Glamouröse" kam im 19. Jahrhundert zur Welt. Zunächst als etwas nervöse Kulturtechnik der Abgrenzung. Mit größeren Städten wuchs die Lust auf und die Möglichkeit zu Konsum – der Traum von der Verwandlung des Ichs wurde geboren. Ein Jahrhundert später erfüllte sich diese Sehnsucht – zumindest imaginär – im Kino.
Rita Hayworth
Der Kostümdesigner Jean Louis machte mit seinen sündteuren, handvernähten Stoffen aus Rita Hayworth, Marlene Dietrich oder Marilyn Monroe edle Skulpturen. Edith Head hüllte Hitchcocks "Eisblondinen" noch zusätzlich in kühle Farben, schnürte sie regelrecht ein und verpasste ihnen so einen eleganten Gang. Maskenbildner und Licht-Künstler schufen jene pudrige Aura um die Göttinnen der Leinwand, jene tanzend molekularen Oberflächen des Bildes, die uns so faszinieren.
Alfred Hitchcock im Gespräch mit der preisgekrönten Kostümdesignerin Edith Head
Lässt sich Glamour nach Rezept herstellen? "Ich denke Glamour ist ein sehr schwieriges Konzept. Es ist vage und schwer fassbar. Glamour baut auf einer Reihe verführerischer Werte auf, aber hat keine Bedienungsanleitung", so Kulturhistoriker Stephen Gundle im Film. Erstaunlich viele "Vogue"-Titelblätter ahmen in den 1990er-Jahren Posen, Kostüme und Make-up der Filmstars in den 1920er- bis 1950er-Jahren nach. Auf den roten Teppichen setzt sich der Trend bis heute fort.
Marilyn Monroe, 1953
Ob Glamour wohl heiß oder kalt ist? "Ich würde sagen, es geht um eine kalte Verwendung von etwas Heißem", meint Stephen Gundle und schließt den Aspekt der "Güterherstellung" nicht aus, wenn er konkretisiert: "Glamour basiert natürlich auf Gegensätzen. Er ist elitär und demokratisch, er ist nobel und schäbig zugleich."
Und auch das ist eine gültige Definition: Glamour ist nichts als eine narzisstische Massenhysterie. Zugegeben, eine sehr unterhaltsame.