kultur.montag [2016.07.11]
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks kultur.montag
Katalogzettel
| Titel | kultur.montag [2016.07.11] |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Stadler, Clarissa [Moderation]
[GND
]
Reinhard, Lenzo [Regie] ORF 2 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2016.07.11 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Kultur ; Reportage ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt |
| Typ | video |
| Format |
DVD [DVD] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 12-12194_01 |
| Gesamtwerk/Reihe | kultur.montag |
Information
Inhalt
UNESCO Welterbe | Erdoğans Türkei | Wiens türkische Community | Ai WeiWei | Maren Ades "Toni Erdmann"
Kultur.Doku: ADAMS ART - EIN DORF IM BILDERRAUSCH
Ein Dorf stirbt aus. Sämtliche Gewerbe und Geschäfte haben geschlossen oder sind abgewandert, die Schule ist geschlossen – es fehlt der Nachwuchs. Die Jungen ziehen weg, viele Häuser stehen leer.
Leer ist es auch in Tonis Gasthaus "Adam". Er kämpft um seine Existenz. Einmal im Jahr jedoch kommt Leben nach Suetschach/Sveče in Kärnten. Internationale Künstlerinnen und Künstler treffen einander zur "Suetschacher Malerwoche/Slikarski Teden" im Rosental. Daraus entwickelte sich bei Adam und anderen Dorfbewohnern eine gemeinsame Leidenschaft: Fast alle sammeln zeitgenössische Kunst.
Barbara, die Krankenschwester, Fritz, der Bürokaufmann, Pater Roman, Franc, der Milchbauer aber auch manche Schüler – jedes zweite Haus ist über und über mit Gemälden ausgestattet. Selbst der blinde Teuž sammelt. Er lässt sich die Bilder vor dem Kauf beschreiben. "Wenn ich eine Galerie besuche, lasse ich die Geldbörse oft extra im Auto zurück, damit ich nicht wieder kaufe", erzählt Teuž.
Im Film von Lenzo Reinhard haben die Zuseher einen Komplizen. Erzähler Johann/Janez öffnet uns jede Tür und kennt sich aus in den Beziehungen, dem Gestern und Heute. Er kurvt mit seinem "Cabrio", wie er das behindertengerechte Zweirad nennt, durchs Dorf und führt uns auch zur Malerwoche.
Künstler/innen aus allen Ecken der Welt bringen viel Farbe in die Kommune. In dieser Zeit wird auch ausgiebig gefeiert und selbst gemalt, gehämmert, geschweißt. Viele Dorfbewohner/innen sind inzwischen selbst künstlerisch tätig.
(c) ORF / Lenzo-Reinhard
Patrick Pilsl
Das ist auch die Zeit, in der Toni aus dem Gasthaus "Adam" aufblüht. Verkauft er sonst in zwei Tagen bis zu drei Kaffee, ist das Wirtshaus jetzt zum Bersten voll. Seit nun schon mehr als drei Jahrzehnten geht das jeden Sommer so. Die ohnehin schon kunstsinnigen Dorfbewohner sind nicht nur Teil des Geschehens – für eine Woche bilden sie gemeinsam mit den Künstler/innen eine kreative Gemeinschaft.
Für den Rest des Jahres erfreuen sie sich an der neuen Kunst. Die Bilder und vor allem auch die Geschichten zu den Bildern bleiben Gesprächsthema. Auf der Straße, in der Kirche, daheim. Auch Toni erfreut sich an seiner Kunstsammlung und zehrt noch einige Zeit von den hohen Besucherzahlen während der Malerwoche. Doch wird er das Gasthaus halten können?
In Suetschach/Sveče macht niemand Statistiken. Gemessen an der Bevölkerungszahl ist hier in Südkärnten aber wohl die größte Dichte an Kunstsammler/innen in Europa, vielleicht sogar der Welt zu finden. Absurd, lakonisch, voller Liebe zu den Protagonist/innen - dieser Film erinnert an Arbeiten von Aki Kaurusmäki.
Lenzo Reinhard hat neun Jahre lang das Dorf beobachtet. Dem Regisseur und der ORF-Redaktion war es wichtig, dass in der Dokumentation gut vernehmbar Slowenisch und Kärntnerisch gesprochen wird. Eine variationsreiche Lebensrealität.
Ein Dorf stirbt aus. Sämtliche Gewerbe und Geschäfte haben geschlossen oder sind abgewandert, die Schule ist geschlossen – es fehlt der Nachwuchs. Die Jungen ziehen weg, viele Häuser stehen leer.
Leer ist es auch in Tonis Gasthaus "Adam". Er kämpft um seine Existenz. Einmal im Jahr jedoch kommt Leben nach Suetschach/Sveče in Kärnten. Internationale Künstlerinnen und Künstler treffen einander zur "Suetschacher Malerwoche/Slikarski Teden" im Rosental. Daraus entwickelte sich bei Adam und anderen Dorfbewohnern eine gemeinsame Leidenschaft: Fast alle sammeln zeitgenössische Kunst.
Barbara, die Krankenschwester, Fritz, der Bürokaufmann, Pater Roman, Franc, der Milchbauer aber auch manche Schüler – jedes zweite Haus ist über und über mit Gemälden ausgestattet. Selbst der blinde Teuž sammelt. Er lässt sich die Bilder vor dem Kauf beschreiben. "Wenn ich eine Galerie besuche, lasse ich die Geldbörse oft extra im Auto zurück, damit ich nicht wieder kaufe", erzählt Teuž.
Im Film von Lenzo Reinhard haben die Zuseher einen Komplizen. Erzähler Johann/Janez öffnet uns jede Tür und kennt sich aus in den Beziehungen, dem Gestern und Heute. Er kurvt mit seinem "Cabrio", wie er das behindertengerechte Zweirad nennt, durchs Dorf und führt uns auch zur Malerwoche.
Künstler/innen aus allen Ecken der Welt bringen viel Farbe in die Kommune. In dieser Zeit wird auch ausgiebig gefeiert und selbst gemalt, gehämmert, geschweißt. Viele Dorfbewohner/innen sind inzwischen selbst künstlerisch tätig.
(c) ORF / Lenzo-Reinhard
Patrick Pilsl
Das ist auch die Zeit, in der Toni aus dem Gasthaus "Adam" aufblüht. Verkauft er sonst in zwei Tagen bis zu drei Kaffee, ist das Wirtshaus jetzt zum Bersten voll. Seit nun schon mehr als drei Jahrzehnten geht das jeden Sommer so. Die ohnehin schon kunstsinnigen Dorfbewohner sind nicht nur Teil des Geschehens – für eine Woche bilden sie gemeinsam mit den Künstler/innen eine kreative Gemeinschaft.
Für den Rest des Jahres erfreuen sie sich an der neuen Kunst. Die Bilder und vor allem auch die Geschichten zu den Bildern bleiben Gesprächsthema. Auf der Straße, in der Kirche, daheim. Auch Toni erfreut sich an seiner Kunstsammlung und zehrt noch einige Zeit von den hohen Besucherzahlen während der Malerwoche. Doch wird er das Gasthaus halten können?
In Suetschach/Sveče macht niemand Statistiken. Gemessen an der Bevölkerungszahl ist hier in Südkärnten aber wohl die größte Dichte an Kunstsammler/innen in Europa, vielleicht sogar der Welt zu finden. Absurd, lakonisch, voller Liebe zu den Protagonist/innen - dieser Film erinnert an Arbeiten von Aki Kaurusmäki.
Lenzo Reinhard hat neun Jahre lang das Dorf beobachtet. Dem Regisseur und der ORF-Redaktion war es wichtig, dass in der Dokumentation gut vernehmbar Slowenisch und Kärntnerisch gesprochen wird. Eine variationsreiche Lebensrealität.