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kultur.montag [2016.09.05]

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks kultur.montag

Katalogzettel

Titel kultur.montag [2016.09.05]
Spieldauer
Urheber/innen und Mitwirkende Traxl, Martin [Moderation] [GND ]
Panitz, Hans-Jürgen [Regie] [GND ]
Dollinger, Peter [Regie]
ORF 2 [Sendeanstalt]
Datum 2016.09.05 [Sendedatum]
Schlagworte Kultur ; Reportage ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DVD [DVD]
Sprache Deutsch
Signatur 12-12337_01
Gesamtwerk/Reihe kultur.montag

Information

Inhalt

Begegnungszonen | Ella Fitzgerald | Leon de Winter | Baruchs Schweigen | Filmfestspiele Venedig | Österreicher am Lido |
Kultur.Doku: Denn sie kennen kein Erbarmen - Der Italowestern
Antihelden leben ewig: Die Kulturdokumentation am Montag untersucht den Italowestern in seiner Blütezeit der 1960er und -70er Jahre. Oft totgesagt, feiert er heute eine Kino-Renaissance nach der anderen, je schmutziger und blutiger, umso kassenkräftiger. Der Film von Hans-Jürgen Panitz und Peter Dollinger dringt tief in die Entstehungsgeschichte des Genres ein. Anfang der 1960er Jahre steckt die italienische Filmwirtschaft in der Krise. Die beliebten Monumentalfilme werden aus Kostengründen nicht mehr produziert. Einige Regisseure und Autoren - maßgeblich Sergio Leone – entscheiden sich, Western zu machen, ein Genre, das bis dahin fast ausschließlich den Amerikanern vorbehalten war. Aus dem für viele aussichtslosen Unternehmen, in europäischen Studios, Kiesgruben, wüstenähnlichen Landschaften in der Umgebung von Rom und im spanischen Almeria Low-Budget-Western zu produzieren, entwickelt sich ein eigenes Genre, das schnell Kultcharakter bekommt.

Im Italowestern ist alles anders als man es von den herkömmlichen Western gewöhnt ist. Die Helden sind keine edlen Sheriffs oder Cowboys sondern Outlaws, bezahlte Killer oder schlichtweg Banditen. Es geht nicht um die Vermittlung moralischer Werte, die Verteidigung des Gesetzes oder um den Kampf gegen Indianer, sondern um niedere Motive wie Geld oder Rache. Der Held ist schmutzig wie seine Umgebung. Er redet kaum, sondern handelt. Die Schießerei, der Showdown werden zelebriert. Im Dokumentarfilm erklärt ein Schauspieler, warum im Italowestern Tote viel "schöner" fallen als im amerikanischen Vorbild. Durch extreme Großeinstellungen – unvergessen sind die bildfüllenden, stahlblauen Augen von Terence Hill -, Zeitlupen, überraschende und subjektive Kameraperspektiven entsteht eine völlig neue Filmsprache. Von der Kritik als primitiv abgetan, vom Publikum als "Oper der Gewalt" gefeiert, setzt sich der Italowestern im Kino durch. Auch weil eine neuartige Musik entsteht. Ennio Morricones markante Themen mit experimentellen Arrangements, wurden zum Markenzeichen des Italowestern. Morricones Soundtracks stachen besonders durch die Verwendung bis dahin unüblicher Instrumente und Geräusche hervor: E-Gitarre, Blockflöte, Pfiffe oder Schreie, Peitschenschläge oder Glocken.
"Für eine Handvoll Dollar", "Spiel mir das Lied vom Tod" und "Django" bilden die Spitze einer fast ein Jahrzehnt währenden Produktion von Western, die hinter reißerischen Titeln immer wieder überraschende Kleinode der Filmgeschichte bereithalten. Sie inspirierten zeitgenössische Regisseure wie Takeshi Kitano und Quentin Tarantino.

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