Am Schauplatz [2016.10.20]
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Am Schauplatz
Katalogzettel
| Titel | Am Schauplatz [2016.10.20] |
| Titelzusatz |
Die Zores der Marktstandler |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Horowitz, Nina [Reporter/in]
ORF 2 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2016.10.20 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt |
| Typ | video |
| Format |
DVD [DVD] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 12-12424_03 |
| Gesamtwerk/Reihe | Am Schauplatz |
Information
Inhalt
Das Leben ist hart. Die Marktstandler sind härter. Obwohl der Herr Penz vom Wiener Viktor-Adler-Markt schon die Geduld verlieren kann, wenn er an all die Leut´ denkt, die sein Prachtgemüse nicht kaufen: „Wannst den Jungen den Dosenöffner wegnimmst, verhungern sie.“ Der Marktplatz war schon immer ein Ort, wo politisiert wurde. Auch am Viktor-Adler-Markt geht´s schneller um Politik, als man sein Kilo Paradeiser bezahlen kann. Die Standler verfallen beim Thema momentan allerdings nicht gerade in Lobeshymnen. Auch der Herr Penz hält sich diesbezüglich nicht zurück: „Die Politiker sind doch alle nur Raubritter. Sie füllen sich ihre Sackeln an und das Volk lassen sie ausbluten.“ Zwischen Obst und Gemüse wird viel gestritten. Eine gebürtige Favoritnerin sieht sich mittlerweile als Minderheit am Markt. Viel zu viele „Neu-Österreicher“ stehen für ihren Geschmack hinter den Standln. Ohne die Pakistaner, Inder und Türken, die hier arbeiten, würde es den Markt in Favoriten längst nicht mehr geben, findet wiederum der gebürtige Istanbuler Seref Akay: „Viele Österreicher tun sich die schwere Arbeit doch gar nicht mehr freiwillig an.“ Er verkauft am Markt Hosen um 10 Euro. Dass die Zunft Nachwuchsprobleme hat, sieht die Frau Haslinger aus Klagenfurt auch. Die Marktfahrerin, die mit ihren Dirndlkleidern aus Österreich auf den Märkten die Tradition hochhalten will, sieht die Bürokratie als Grundübel dafür. Sie hasst die Registrierkassen, die jetzt auch am Markt Pflicht sind. So sehr, dass sie sogar eine Demo organisiert hat. Nur leider ist niemand von den "Großkopferten" hingekommen.
Der Würstelverkäufer Pauli Schäfers vom Neusiedlersee hat ganz andere Zores. Er ist leider „der schlechteste Verkäufer der Welt“. Dafür kauft er gern ein. Auch Ramsch, den er überhaupt nicht braucht. Zum Beispiel einen alten Sattel. Der Herr Schäfers reitet aber gar nicht.
Nina Horowitz über die letzten Originale an Österreichs Märkten.
Der Würstelverkäufer Pauli Schäfers vom Neusiedlersee hat ganz andere Zores. Er ist leider „der schlechteste Verkäufer der Welt“. Dafür kauft er gern ein. Auch Ramsch, den er überhaupt nicht braucht. Zum Beispiel einen alten Sattel. Der Herr Schäfers reitet aber gar nicht.
Nina Horowitz über die letzten Originale an Österreichs Märkten.