kultur.montag [2017.01.16]
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks kultur.montag
Katalogzettel
| Titel | kultur.montag [2017.01.16] |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Traxl, Martin [Moderation]
[GND
]
ORF 2 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2017.01.16 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Kultur ; Reportage ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt |
| Typ | video |
| Format |
DVD [DVD] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 12-12798_02 |
| Gesamtwerk/Reihe | kultur.montag |
Information
Inhalt
Martin Traxl präsentiert einen Themenschwerpunkt zur Krise klassischer Medien: "Lügenpresse", "Fake News", "Mainstream-Medien": Traditionelle Medien sehen sich Kritik und Misstrauen ausgesetzt. In den sozialen Medien indes entstehen Verschwörungstheorien und "Gegen-Wahrheiten". Was sind die demokratiepolitischen Folgen? Und gibt es Auswege aus der Misstrauensfalle?
Digitale Nebenwirkungen: Wenn Computer für uns denken
Computer, Smartphones und Tablets erleichtern unser Leben enorm - allerdings könnte deren Einsatz auch größeren Einfluss auf unsere Gehirnfunktionen haben als viele wahrhaben wollen. Jugendliche nutzen Bildschirmmedien bis zu siebeneinhalb Stunden pro Tag. Geschätzte 70% Prozent der Fahrgäste in einer U-Bahn tippen oder telefonieren lautstark. Kaffeehäuser und Restaurants werden immer öfter nach der Verfügbarkeit eines WLAN gewählt. Selbst im Urlaub sind Beachbars und Appartements mit kostenloser Internetanbindung klar im Vorteil.
Einige Wissenschaftler warnen davor, dass zu intensive Online-Nutzung zu einer Art "Digitaler Demenz" - mit Symptomen wie Gedächtnisproblemen sowie Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwierigkeiten - führen könnte. Sie zweifeln nicht an den negativen Folgen für unsere Gehirne, die sich nach Art ihrer Benutzung entwickeln. So bauen sie etwa im Alter rascher ab, weil wir uns wegen Google, Wiki oder Navi immer weniger merken müssen. In der Dokumentation von Peppo Wagner kommen Internetkritiker und Experten aus Europa, den USA und Asien zu Wort.
Der Hirnforscher Manfred Spitzer sorgte mit seinem Buch über "Digitale Demenz" weltweit für höchst kontroversielle Diskussionen. Er sieht vor allem im Bereich der Hirnentwicklung und bei Bildungsprozessen akute Nachteile als Folge des digitalen Lifestyles: "Wie sollen 8- bis 13-Jährige Empathie und Dekodieren von Mimik, Gestik oder Sprachmelodie auf den affektiven Gehalt hin erlernen, wenn bei virtuellen Kontakten niemand da ist?", so eine seiner Thesen. Nicholas Carr, US-Amerikanischer Buchautor und Wirtschaftsjournalist, erwarb sich mit seinem wegweisenden Artikel "Is Google Making us Stupid?" den Ruf als einer der provokantesten Denker zum gesellschaftlichen Wandel in der Internetära.
Aufgrund Ihrer Forschungstätigkeit im Bereich der sekundären Prävention von Demenzen sieht Stefanie Auer von der Donauuniversität Krems den Begriff der Digitalen Demenz kritisch. Sehr wohl sei mittlerweile bekannt, dass durch inadäquate Lebensführung bereits in frühester Kindheit die Weichen für dementielle Erkrankungen gestellt werden können.
Der Neurobiologe Martin Korte von der Technischen Universität Braunschweig wiederum lehnt eine Pauschalkritik an der digitalen Welt strikt ab: "Wir können im Internet viele Wissenslücken auffüllen. Aber wir können das nur, wenn wir es richtig verwenden."
Überzeugt von den negativen Auswirkungen der digitalen Medien auf unsere Gehirne ist auch Kim Dai-Jin aus Seoul, der Suchtexperte und Autor zahlreicher bildgebender Studien. Der Niederösterreichische Suchtbeauftragte Christian Korbel beleuchtet die medizinische Seite der Suchtaspekte.
Computer, Smartphones und Tablets erleichtern unser Leben enorm - allerdings könnte deren Einsatz auch größeren Einfluss auf unsere Gehirnfunktionen haben als viele wahrhaben wollen. Jugendliche nutzen Bildschirmmedien bis zu siebeneinhalb Stunden pro Tag. Geschätzte 70% Prozent der Fahrgäste in einer U-Bahn tippen oder telefonieren lautstark. Kaffeehäuser und Restaurants werden immer öfter nach der Verfügbarkeit eines WLAN gewählt. Selbst im Urlaub sind Beachbars und Appartements mit kostenloser Internetanbindung klar im Vorteil.
Einige Wissenschaftler warnen davor, dass zu intensive Online-Nutzung zu einer Art "Digitaler Demenz" - mit Symptomen wie Gedächtnisproblemen sowie Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwierigkeiten - führen könnte. Sie zweifeln nicht an den negativen Folgen für unsere Gehirne, die sich nach Art ihrer Benutzung entwickeln. So bauen sie etwa im Alter rascher ab, weil wir uns wegen Google, Wiki oder Navi immer weniger merken müssen. In der Dokumentation von Peppo Wagner kommen Internetkritiker und Experten aus Europa, den USA und Asien zu Wort.
Der Hirnforscher Manfred Spitzer sorgte mit seinem Buch über "Digitale Demenz" weltweit für höchst kontroversielle Diskussionen. Er sieht vor allem im Bereich der Hirnentwicklung und bei Bildungsprozessen akute Nachteile als Folge des digitalen Lifestyles: "Wie sollen 8- bis 13-Jährige Empathie und Dekodieren von Mimik, Gestik oder Sprachmelodie auf den affektiven Gehalt hin erlernen, wenn bei virtuellen Kontakten niemand da ist?", so eine seiner Thesen. Nicholas Carr, US-Amerikanischer Buchautor und Wirtschaftsjournalist, erwarb sich mit seinem wegweisenden Artikel "Is Google Making us Stupid?" den Ruf als einer der provokantesten Denker zum gesellschaftlichen Wandel in der Internetära.
Aufgrund Ihrer Forschungstätigkeit im Bereich der sekundären Prävention von Demenzen sieht Stefanie Auer von der Donauuniversität Krems den Begriff der Digitalen Demenz kritisch. Sehr wohl sei mittlerweile bekannt, dass durch inadäquate Lebensführung bereits in frühester Kindheit die Weichen für dementielle Erkrankungen gestellt werden können.
Der Neurobiologe Martin Korte von der Technischen Universität Braunschweig wiederum lehnt eine Pauschalkritik an der digitalen Welt strikt ab: "Wir können im Internet viele Wissenslücken auffüllen. Aber wir können das nur, wenn wir es richtig verwenden."
Überzeugt von den negativen Auswirkungen der digitalen Medien auf unsere Gehirne ist auch Kim Dai-Jin aus Seoul, der Suchtexperte und Autor zahlreicher bildgebender Studien. Der Niederösterreichische Suchtbeauftragte Christian Korbel beleuchtet die medizinische Seite der Suchtaspekte.