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kultur.montag [2017.02.20]

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks kultur.montag

Katalogzettel

Titel kultur.montag [2017.02.20]
Spieldauer
Urheber/innen und Mitwirkende Stadler, Clarissa [Moderation] [GND ]
ORF 2 [Sendeanstalt]
Datum 2017.02.20 [Sendedatum]
Schlagworte Kultur ; Reportage ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DVD [DVD]
Sprache Deutsch
Signatur 12-12856_02
Gesamtwerk/Reihe kultur.montag

Information

Inhalt

Donauwalzer | Egon Schiele | Versunkene Kulturschätze | Studiogast: Franz Schuh | Andrej Kurkow
Kultur.Doku: Zypern - Insel zwischen zwei Kulturen
Was passiert mit einer Gesellschaft, in der jeder Fünfte gezwungen wurde sein Haus zu verlassen und sich im Haus eines Anderen einzurichten? Als Zypern 1974 politisch in zwei Teile geteilt wurde, wurden große Teile der Bevölkerung der Insel zwangsumgesiedelt. 200.000 Menschen, fast 20% der damaligen Gesamtbevölkerung der Insel, waren davon betroffen: Griechen mußten den Norden verlassen und Türken den Süden.
Auf beiden Seiten blieben leere Häuser zurück. Teilweise haben ganze Dörfer oder Stadtviertel ihre ursprüngliche Bevölkerung verloren.
Der Film von Hansjürgen Schmölzer erzählt die Geschichte und die Geschichten rund um diesen Entwurzelungsprozess aus der kritisch-hinterfragenden Perspektive zweier junger Zyprioten: Argyro Nicolaou und Silvio Rusmigo. Sie sind Vertreter einer jungen Generation gebildeter, selbstbewußter und politisch interessierter Zyprer, die die festgefahrenen Positionen ihrer Großeltern- und Elterngeneration zum Zypernkonflikt und seinen Folgen hinter sich lassen wollen, ohne aber ihre kulturelle Herkunft aus den Augen zu verlieren.
Einer der betroffenen Orte ist Moutallos, der früher von türkischen Zyprioten bewohnte Stadtteil von Paphos. Gemeinsam mit der dänischen Stadt Aarhus ist Paphos Europäische Kulturhauptstadt 2017. Im Südwesten von Zypern erwarten die Besucher antike Schätze. Das Programm im Kulturjahr wird aber auch getragen von der Hoffnung auf eine Wiedervereinigung der geteilten Insel.

Seit Generationen funktionierende Dorfgemeinschaften wurden zerrissen und viele haben sich notgedrungen in Häusern eingerichtet, die eigentlich jemandem anderen gehören. Die Menschen waren gezwungen, sich in einem Schwebezustand der Ungeklärtheit einzurichten. Mit allen damit verbundenen sozialen, sozial-psychologischen und kulturellen Auswirkungen.
Seither sind mehr als vierzig Jahre vergangen. Und inzwischen sind beinahe zwei Generationen herangewachsen, die Zypern nur als geteilte Insel erlebt haben.

Argyro Nicolaou ist eine junge Filmemacherin, Autorin und Journalistin aus Nicosia. Für ihre Online-Nachrichtenplattform The Cypriot Puzzle arbeitet sie an Reportagen jener Zeit, die zur Teilung der Insel geführt hat und über die ihre Generation in den Schulen kaum etwas gelernt hat. Denn ein tiefergehender Vergangenheitsbewältigungsprozess der letzten Jahrzehnte hat in der Zypriotischen Gesellschaft noch nicht stattgefunden.
Dabei begegnet sie zwei Zeitzeugen, die die Aufarbeitung dieses Konfliktes in den vergangenen Jahren jeweils auf eine ganz besondere Weise mitgeprägt haben:

Titina Loidzidou, deren griechische Familie aus Kyrenia im heutigen Nordteil Zyperns vertrieben wurde, hat Ende der 70er-Jahre die "Women walk home"-Bewegung mitbegründet. Die Frauen haben damals mit ihrem Protest auch international für viel Aufsehen gesorgt. Frau Loidzidou hat erst unlängst, nach mehr als 24 Jahren Verfahrensdauer, beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einen Musterprozess gewonnen, der den von der türkisch-zypriotischen Regierung enteigneten Griechen ein grundsätzliches Schadenersatzrecht zuspricht.
Nyazi Kizilyurek ist ein von beiden Seiten anerkannter Vermittler zwischen beiden Nationalitäten. Der Professor für Politikwissenschaft und Filmemacher genießt unter den jungen Intellektuellen der Insel großes Ansehen. Gemeinsam mit Argyro Nicolaou reist er auch an jene Orte, an denen der blutige Konflikt zwischen den beiden Volksgruppen der Insel begonnen hat.

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