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kultur.montag [2017.06.12]

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks kultur.montag

Katalogzettel

Titel kultur.montag [2017.06.12]
Spieldauer
Urheber/innen und Mitwirkende Stadler, Clarissa [Moderation] [GND ]
ORF 2 [Sendeanstalt]
Datum 2017.06.12 [Sendedatum]
Schlagworte Kultur ; Reportage ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DVD [DVD]
Sprache Deutsch
Signatur 12-12919_02
Gesamtwerk/Reihe kultur.montag

Information

Inhalt

Denkmalschutz | Studiodiskussion: Wolfgang Zinggl und Andreas Lehne | Queer-Toleranz | "Traiskirchen. Das Musical." | "Die Migrantigen" | documenta in Kassel | Skulptur Projekte Münster
Kultur.Doku: "Kunst ist Chef" - Im Universum des Jonathan Meese
In seiner Welt wimmelt es von dunklen Bösewichtern und schrägen Vögeln, von Filmhelden und Musik-Ikonen, von Vokabeln wie Erz, Staat, Mutter, de Sade, Hitler, Wagner, Revolution und Evolution. Superstar Jonathan Meese ist Deutschlands Kunstberserker Nummer 1, eine Art Rammstein zu allen Anlässen im lässigen Adidas-Outfit gekleidet.
Eruptiv wie ein Vulkan hat Meese "Die Diktatur der Kunst" proklamiert. Denn Kunst steht für den wilden Goldjungen über Politik, jeglicher Ideologie oder Religion. Anlässlich der Uraufführung von "Mondparsifal Alpha 1-8" bei den Wiener Festwochen schafft Claudia Teissig ein filmisches Kunstwerk, das in die Welt des Ausnahmekünstlers eintauchen lässt.
Kunst an die Macht und Meese ihr Diener ist sein Leitsatz, den er konsequent und kompromisslos in seinen überbordenden Bildern, Installationen und Performances verfolgt. Radikal watet er dabei durch den Pop-, wie Geschichtsschlamm, polarisiert und provoziert das Publikum mit Symbolen und Gesten aus der Mythologie wie mit jenen aus dem "Dritten Reich".
Als Künstler radikal, als Mensch ein gutherziger Kuschelbär, wie auch seine Mutter Brigitte weiß. Sie ist immer an der Seite ihres Jüngsten, ist ihm ein wichtiger Partnerin im Leben wie in der Kunst.
Eine zentrale Figur, an der sich Meese abarbeitet ist Richard Wagner, eine Art Wahlverwandter oder gar Übervater. Seit rund 30 Jahren kreist Meese um Wagners Werk, dem er sich in seinen Thesen zu "Kunst und Revolution" verbunden sieht. "Parsifal" ist einer seiner Lieblingshelden, der Befreier der Gralsgesellschaft ist nichts weniger als Meeses Alter ego.
Von unschönen Absagen wegen angeblicher Budgetüberschreitungen wie in Bayreuth, dort hätte er 2016 den Parsifal bereits inszenieren sollen, lässt Jonathan Meese sich nicht unterkriegen. Ein Gesamtkunstwerk im Sinne Richard Wagners setzt er 2017 im Auftrag der Wiener Festwochen und der Berliner Festspielen um.
Mit "Mondparsifal Alpha 1-8" dekonstruiert Meese Wagners letzte Oper und will sie in die Zukunft katapultieren. "Was nicht gebrochen wird, kann nicht gerettet werden", sagt er über sein "Fitzcarraldo-Projekt". Die Uraufführung findet am 4. Juni im Theater an der Wien statt, in Berlin wird Meese seinen Parsifal einer nochmaligen Evolution unterziehen und mit "Mondparsifal Beta 9 - 23" im Herbst landen.
Im Wiener Kunsthistorischen Museum widmet er mit "Parsifals Traum- Chefsache K.U.N.S.T." den Alten Meistern Caravaggio, Velazquez oder Raffael eine Liebeserklärung und macht in der Galerie Krinzinger seinen Wagner-Wahn deutlich.
Für die Dokumentation gewährt Jonathan Meese nicht nur Einblicke in den Entstehungsprozess der Produktion "Mondparsifal", sondern gestattet auch einen der raren TV-Besuche in seinem Hauptquartier, seinem Berliner Atelier, in dem tausende Kunstwerke wie Manifeste und Skulpturen schlummern.

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