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kultur.montag [2018.04.09]

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks kultur.montag

Katalogzettel

Titel kultur.montag [2018.04.09]
Urheber/innen und Mitwirkende Traxl, Martin [Moderation] [GND ]
ORF 2 [Sendeanstalt]
Datum 2018.04.09 [Sendedatum]
Schlagworte Kultur ; Reportage ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DFMPG [Dateiformat: MPG]
Sprache Deutsch
Signatur E52-08932
Gesamtwerk/Reihe kultur.montag

Information

Inhalt

Casanova in Venedig | Mannsbild in Gefahr | Schlaf als Mangel | Entwicklung im Westen - Joschka Fischer | Kunst in Bulgarien
Belmondo, der Unwiderstehliche

Am Tag von Jean-Paul Belmondos 85. Geburtstag, am 9. April, steht mit "Belmondo, der Unwiderstehliche" eine Hommage an Bébel auf dem Programm, der in Frankreich längst im Rang eines nationalen Heiligtums steht.

Aus seinen Augen blitzt der Schalk und auch etwas Gefährliches. Die Boxernase, die vollen Lippen machten ihn nicht zum Beau, verliehen ihm aber Sexappeal.

Als Jean-Paul Belmondo 1960 in Jean-Luc Godards "A bout de souffle – Atemlos" auf der Leinwand erschien, hyperventilierten seine weiblichen Fans und hechelten die Kritiker vor Begeisterung.

Später wandelte sich der Star der französischen Nouvelle Vague zum Actionhelden, der alle Stunts selbst erledigte – um danach noch eine zweite späte Theaterkarriere zu starten.

Belmondo, der Haudegen, in schwindelnder Höhe von einem Helikopter baumelnd, wie im Actionkracher "Der Puppenspieler". Oder: Belmondo, der Nervige, der Zerquälte als Aushängeschild der französischen Nouvelle Vague. Wie kaum ein Zweiter schaffte er den Spagat zwischen Anspruch und Zerstreuung, zwischen Elitärem und Populärem.

Und dann war da noch Belmondo, der zornige junge Mann: Als er bei seinem Abschluss am Pariser Konservatorium nicht die erwartete Auszeichnung erhielt, zeigte er der versammelten Jury den durchgestreckten Mittelfinger und verbaute sich so die Aufnahme an die Comédie-Française.

Regisseur Bruno Sevaistre hat tief in den Archiven geschürft und seine Fundstücke zu einem Psychogramm eines der populärsten Schauspieler des 20. Jahrhunderts montiert.

Sein erstes Vorsprechen ging kapital schief: Als 17jähriger wurde er bei dem Schauspieler André Bruno vorstellig, konnte aber auf dessen Geheiß kein einziges Gedicht vortragen – und wurde mit Schimpf und Schande davon gejagt. Mit 30 Jahren war er die heißeste Aktie in Frankreichs Filmindustrie: Godard, Claude Chabrol, Vittorio de Sica oder Philippe de Broca buhlten um ihn, er drehte mit den größten Sexsymbolen seiner Zeit: Sophia Loren, Gina Lollobrigida und Claudia Cardinale.

Seinem Ruf als Schwerenöter machte er auch privat alle Ehre, sieben Jahre währte die Liaison mit Ursula Andress, für die er seine Frau verließ, später war Erotikstar Laura Antonelli seine Partnerin, noch im Alter von 70 Jahren wurde er – ein viertes Mal – Vater.

Ab den 1970er-Jahren bewies Belmondo, dass er auch eine gute Hand für Geschäftliches hat – er produzierte seine Filme selbst, die meist zu spektakulären Kassenschlagern wurden.

In "Belmondo, der Unwiderstehliche" kommen neben Bébel selbst auch Weggefährten wie Alain Delon und Alain Resnais zu Wort.

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