kultur.montag [2018.05.14]
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks kultur.montag
Katalogzettel
| Titel | kultur.montag [2018.05.14] |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Stadler, Clarissa [Moderation]
[GND
]
ORF 2 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2018.05.14 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Kultur ; Reportage ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt |
| Typ | video |
| Format |
DFMPG [Dateiformat: MPG] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | E52-09159 |
| Gesamtwerk/Reihe | kultur.montag |
Information
Inhalt
Himmlische Körper | Wim Wenders & Papst Franziskus | Filmfestspiele Cannes | Big Data Diktatur | Wiener Festwochen | Studiogäste: Ersan Mondtag & Philippe Narval | Slavoj Žižek | lesArt |
Les.Art:
Diesmal bei Christian Ankowitsch zu Gast: Der österreichische Schriftsteller und Musiker Daniel Wisser und die deutsche Schriftstellerin und Hausautorin des Berliner Gorki-Theaters Sasha Marianna Salzmann.
Die russisch-deutsche Autorin Olga Martynova nennt ihren jüngsten Essayband "Über die Dummheit der Stunde": eine ihrer Thesen darin: nachdem wir alle in der Gegenwart gefangen sind, sehen wir die Zusammenhänge nur verschwommen, erst Distanz zum gesellschaftlichen Geschehen ermöglicht einen klareren Blick. Und zugleich leben wir in einer Zeit, in der sich Künstler, vor allem Schriftsteller, wieder verstärkt dazu aufgefordert fühlen, öffentlich Stellung zu beziehen, sich politisch zu äußern. Das gilt auch für Christian Ankowitschs Gäste in der Mai-Ausgabe der lesArt: Daniel Wisser und Sasha Marianna Salzmann.
Während Daniel Wisser seit vielen Jahren durch seine vielfältige Arbeit - er ist u. a. Teil des legendären "Ersten Wiener Heimorgelorchesters" – eine fixe Größe im österreichischen Kunstbetrieb ist, ist Sasha Marianna Salzmann bis vor kurzem vor allem als Dramatikerin bekannt gewesen: sie ist nach wie vor Hausautorin des Maxim Gorki-Theaters in Berlin.
Mit ihrem Debütroman "Außer sich" landete die 1985 in Wolgograd geborene Autorin im Vorjahr auf der Shortlist des renommierten Deutschen Buchpreises.
Daniel Wisser, geboren 1971 in Klagenfurt, beweist mit seinem jüngsten literarischen Text "Löwen in der Einöde", dass er zu Recht zu den eigenwilligsten Autoren seiner Generation zählt: Melancholie und Lakonie gehen darin eine betörend unsentimentale Liaison ein.
Sowohl in "Löwen in der Einöde" als auch in "Außer sich" spielt die Frage nach Identität eine zentrale Rolle. Beides sind Texte, in denen die Verfasstheit unserer Gegenwart als eine sich radikal im Wandel befindliche Zeit mitreflektiert wird. Eine grundlegende Erkenntnis, die beide Romane inhaltlich wesentlich mitbestimmt: ein gegenwärtig vielfach beschworenes "Zurück" ist nicht möglich.
Gemeinsam ist Daniel Wisser und Sasha Marianna Salzmann die Überzeugung, dass der Schriftsteller, der Künstler nichts erfüllen muss in einer Gesellschaft, beide befürworten sie aber entschieden die politische Einmischung als Option. Und: beide glauben sie daran: der Zweifel ist ein elementarer politischer Mitspieler, es gilt ihn im gesellschaftlichen Diskurs lebendig zu halten. Der Zweifel sei ein probates Mittel zur permanenten Erschütterung der auch politisch häufig missbrauchten Illusion, dass endgültige Sicherheit, ein endgültiges Ankommen möglich sind.
Außerdem in der Mai-Ausgabe der lesArt: eine weitere Ausgabe der beliebten Reihe "Kleinverlage im Portrait": diesmal wird die wunderbare Edition Thanhäuser vorgestellt.
Diesmal bei Christian Ankowitsch zu Gast: Der österreichische Schriftsteller und Musiker Daniel Wisser und die deutsche Schriftstellerin und Hausautorin des Berliner Gorki-Theaters Sasha Marianna Salzmann.
Die russisch-deutsche Autorin Olga Martynova nennt ihren jüngsten Essayband "Über die Dummheit der Stunde": eine ihrer Thesen darin: nachdem wir alle in der Gegenwart gefangen sind, sehen wir die Zusammenhänge nur verschwommen, erst Distanz zum gesellschaftlichen Geschehen ermöglicht einen klareren Blick. Und zugleich leben wir in einer Zeit, in der sich Künstler, vor allem Schriftsteller, wieder verstärkt dazu aufgefordert fühlen, öffentlich Stellung zu beziehen, sich politisch zu äußern. Das gilt auch für Christian Ankowitschs Gäste in der Mai-Ausgabe der lesArt: Daniel Wisser und Sasha Marianna Salzmann.
Während Daniel Wisser seit vielen Jahren durch seine vielfältige Arbeit - er ist u. a. Teil des legendären "Ersten Wiener Heimorgelorchesters" – eine fixe Größe im österreichischen Kunstbetrieb ist, ist Sasha Marianna Salzmann bis vor kurzem vor allem als Dramatikerin bekannt gewesen: sie ist nach wie vor Hausautorin des Maxim Gorki-Theaters in Berlin.
Mit ihrem Debütroman "Außer sich" landete die 1985 in Wolgograd geborene Autorin im Vorjahr auf der Shortlist des renommierten Deutschen Buchpreises.
Daniel Wisser, geboren 1971 in Klagenfurt, beweist mit seinem jüngsten literarischen Text "Löwen in der Einöde", dass er zu Recht zu den eigenwilligsten Autoren seiner Generation zählt: Melancholie und Lakonie gehen darin eine betörend unsentimentale Liaison ein.
Sowohl in "Löwen in der Einöde" als auch in "Außer sich" spielt die Frage nach Identität eine zentrale Rolle. Beides sind Texte, in denen die Verfasstheit unserer Gegenwart als eine sich radikal im Wandel befindliche Zeit mitreflektiert wird. Eine grundlegende Erkenntnis, die beide Romane inhaltlich wesentlich mitbestimmt: ein gegenwärtig vielfach beschworenes "Zurück" ist nicht möglich.
Gemeinsam ist Daniel Wisser und Sasha Marianna Salzmann die Überzeugung, dass der Schriftsteller, der Künstler nichts erfüllen muss in einer Gesellschaft, beide befürworten sie aber entschieden die politische Einmischung als Option. Und: beide glauben sie daran: der Zweifel ist ein elementarer politischer Mitspieler, es gilt ihn im gesellschaftlichen Diskurs lebendig zu halten. Der Zweifel sei ein probates Mittel zur permanenten Erschütterung der auch politisch häufig missbrauchten Illusion, dass endgültige Sicherheit, ein endgültiges Ankommen möglich sind.
Außerdem in der Mai-Ausgabe der lesArt: eine weitere Ausgabe der beliebten Reihe "Kleinverlage im Portrait": diesmal wird die wunderbare Edition Thanhäuser vorgestellt.