zurück

Navigation

Suchen

kultur.montag [2018.08.27]

Mediathek

Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks kultur.montag

Katalogzettel

Titel kultur.montag [2018.08.27]
Urheber/innen und Mitwirkende Stadler, Clarissa [Moderation] [GND ]
ORF 2 [Sendeanstalt]
Datum 2018.08.27 [Sendedatum]
Schlagworte Kultur ; Reportage ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DFMPG [Dateiformat: MPG]
Sprache Deutsch
Signatur E52-09996
Gesamtwerk/Reihe kultur.montag

Information

Inhalt

"Bruder und Schwester Lenobel" | Studiogast Michael Köhlmeier | "Die bauliche Maßnahme" | "Die Hungrigen und die Satten" | Garten und Kunst | Peter Henisch | Recht und Unrecht | Postkarten aus Europa |
Kultur Doku:
Das Universum des Hermann Nitsch

Kaum ein Künstler kann sich rühmen, sein Werk zu Lebzeiten in zwei monographischen Museen geehrt zu sehen, nämlich in Mistelbach im Weinviertel und in Neapel in Italien – gleichzeitig hat kaum ein Künstler so viel Widerstand seitens Gesellschaft und Politik erfahren, wie er: Hermann Nitsch. In der Dokumentation "Das Universum des Hermann Nitsch" begleitet Regisseurin Maria Seifert den Künstler anläßlich seines 80. Geburtstages (29.8.1938) durch die verschiedenen Aspekte des Universums seines Schaffenslebens.

Gegen den Weinviertler Künstler und Mitbegründer des Wiener Aktionismus gab es seit den 1960er Jahren Bomben- und Todesdrohungen, Nitsch wurde drei Mal verhaftet und lebte mehrere Jahre im Exil in Deutschland. 1971 erwarb seine damalige Frau Beate das Schloß Prinzendorf, in dem er bis heute auf konsequente Weise ein einziges Ziel verfolgt, das er sich bereits im Alter von 19 Jahren gesetzt hat: das Orgien-Mysterien-Theater zu perfektionieren. Darin geht es Nitsch um das intensive, sinnliche Erleben verschiedenster Substanzen und Flüssigkeiten – und zwar auf allen Sinnesebenen. Hermann Nitsch nennt es sein Gesamtkunstwerk, das im großen 6-Tagesspiel im Jahr 1998 einen ersten Höhepunkt erreicht hat. Seither entwickelt Nitsch das Orgien-Mysterien-Theater kontinuierlich weiter – und möchte sein Lebenswerk 2020 in seinem Schloß in Prinzendorf mit einem neuerlichen 6-Tagesspiel in seiner vollkommensten Form krönen.

Hermann Nitsch, der ursprünglich Kirchenmaler werden wollte, ist aber weit mehr als nur Aktionist, er ist Komponist (Symphonien und Orgelkonzerte), Schriftsteller, Philosoph, Graphiker und Bühnenbildner.

Im Mittelpunkt der filmischen Auseinandersetzung mit Hermann Nitsch steht das Schloß Prinzendorf, das der Künstler "sein Bayreuth" nennt, sein eigenes Theater, in dem er seine Aktionen und nicht zuletzt das Orgien-Mysterien-Theater als sein Gesamtkunstwerk realisiert. Gespräche über seinen philosophischen "Seins-Begriff", seinen Ansatz, christliche – und vor allem katholische Rituale und Symbole in sein Werk zu integrieren, diese zu wiederholen, wie er sagt – und in keiner Weise blasphemisch nachzuahmen, geben einen tiefen Einblick in sein Denken und Schaffen.

Außerdem begleitet das Filmteam Hermann Nitsch in seine zweite Heimat Italien – nach Asolo, wo er mit Hilfe des Kunstsammlers und Galeristen Francesco Conz in den 1960er Jahren seine ersten Werke verkaufte und wo er bis heute viel Zeit verbringt: hier, an seinem Zweitwohnsitz gestaltet er vor allem Grafiken und komponiert die Musik zu seinen Aktionen. "Italien war immer gut zu mir" - das sagt Nitsch und meint damit auch seine Anhänger in Neapel – den Kunstsammler Peppe Morra, der seit Jahrzehnten ein so großer Nitsch-Fan ist, daß er ihm ein Museum bauen ließ.

Interviews mit Rita Nitsch, Ehefrau des Künstlers, mit Adoptivsohn Leonhard Kopp, mit dem Fotografen Heinz Cibulka, dem Museumsleiter in Mistelbach, Michael Karrer und seiner Biographin Danielle Spera vervollkommen das Bild: das Bild des künstlerischen Lebens des Hermann Nitsch.

Download


Metadaten
Mediathek Logo