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kultur.montag [2018.09.03]

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks kultur.montag

Katalogzettel

Titel kultur.montag [2018.09.03]
Urheber/innen und Mitwirkende Stadler, Clarissa [Moderation] [GND ]
ORF 2 [Sendeanstalt]
Datum 2018.09.03 [Sendedatum]
Schlagworte Kultur ; Reportage ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DFMPG [Dateiformat: MPG]
Sprache Deutsch
Signatur E52-10040
Gesamtwerk/Reihe kultur.montag

Information

Inhalt

Kraftklub in Chemnitz | "Die Reise der Verlorenen" | Studiogast: Daniel Kehlmann | Filmfestspiele in Venedig | Tintoretto in Venedig | Salzburgs Kultur-Offensive | Postkarten aus Europa
Les.Art:
Die Antworten darauf, wozu es Literatur braucht, sind vielfältig. Genau so vielfältig sind die Antworten darauf, welche Aufgabe Literatur in einem gesellschaftlichen Kontext zu erfüllen hat. Dass sie keine zu erfüllen hat, dass ihre Aufgabe darin besteht, sich von niemandem, keiner Weltanschauung in Dienst nehmen zu lassen: dieser Ansicht sind die diesmaligen Studiogäste von Christian Ankowitsch: die in Odessa geborene, bei Frankfurt am Main lebende Autorin Marjana Gaponenko und der Wahlwiener Wolf Wondratschek.

Vor allem Wolf Wondratschek legt Wert auf folgenden Gedanken: Literatur, zumal Gedichte, sind in erster Linie nicht dazu da, um verstanden zu werden, sie sind vielmehr als ein Rätsel in die Welt gestellt, das nicht gelöst werden will: Gedichte als nicht zu befriedende Störenfriede in einem allzu sehr der Vernunft ergebenen Denk-Kosmos.

Gemeinsam ist den beiden Autoren jedenfalls die Überzeugung, dass die langfristige gesellschaftliche Relevanz von Literatur größer ist als die Wirkung von Tagespolitik es je sein könnte.

Ins Zentrum seines neuen Romans "Selbstbild mit russischem Klavier" stellt Wolf Wondratschek einen ehemals erfolgreichen russischen Pianisten, der im Zwiegespräch mit einem Schriftsteller Rückschau hält auf sein Leben: was darin eindringlich beschworen wird, ist die Freiheit der Kunst, die nicht ausüben kann, wer gefallen will: Applaus sei nur dann eine zulässige Kategorie, wenn ihm die Dringlichkeit der Kunst selbst eingeschrieben ist: das ist eine der Kerneinsichten des neuen Romans von Wolf Wondratschek.

Dass die Kunst, die Literatur, im Zweifelsfall mehr wiegt als das Leben: darum kreist auch der Roman "Der Dorfgescheite" von Marjana Gaponenko: alles dreht sich darin um einen, der sich vor der Trivialität des eigenen Lebens in eine Klosterbibliothek flüchtet.

Marjana Gaponenko setzt mit diesem Roman nicht zuletzt der Bibliothek als Ort, an dem Wissen und damit Leben gespeichert wird, ein Denkmal: die Bibliothek erscheint im Roman als Widerstandsnest gegen die Flüchtigkeit alles Existierenden.

Die Autorin hat sich in Vorbereitung des Romans selbst in ein Kloster in der Nähe von Wien zurückgezogen: auf dieser ihrer Erfahrung gründet der neue Roman.

Überdies in der lesArt: eine weitere Ausgabe der Reihe "Kleinverlage im Portrait": diesmal wird dem Publikum der in Wien ansässige Bahoe-Verlag vorgestellt, der in letzter Zeit mit seinem durchwegs originellen Programm für viel Aufmerksamkeit sorgt.

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