kultur.montag [2018.10.15]
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks kultur.montag
Katalogzettel
| Titel | kultur.montag [2018.10.15] |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Stadler, Clarissa [Moderation]
[GND
]
ORF 2 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2018.10.15 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Kultur ; Reportage ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt |
| Typ | video |
| Format |
DFMPG [Dateiformat: MPG] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | E52-10768 |
| Gesamtwerk/Reihe | kultur.montag |
Information
Inhalt
Kunst & Moral | Frankfurter Buchmesse | Aleida & Jan Assmann | kulturDoku: Wiener Nächte - Musik & Melancholie | Conchita & Die Wiener Symphoniker | Stirbt der österreichische Dialekt? | Postkarten aus Europa
Wiener Nächte - Musik und Melancholie
In den letzten Jahren hat Popmusik aus Österreich ein fulminantes Revival erlebt. Wanda, Voodoo Jürgens und einige andere mehr füllen national wie international große Hallen – mit dem angestaubten Begriff "Austropop" wollen die meisten der jungen Stars nichts zu tun haben.
Der Film von Dietmar Petschl und Siegfried Steinlechner geht an die Wurzeln, trifft die Protagonisten in ihren Wiener Biotopen und zeichnet so ein sehr nahes Bild der Menschen, die ihr Wien und ihr Österreich leben.
Die meisten der Protagonisten kennen und schätzen einander noch aus Zeiten, in denen niemand diesen Hype vorausahnen konnte. Die neuen Stars treffen Freunde aus der Szene, erzählen Anekdoten über Wien, ihr Leben und ihre Musik. "Das Gute an der Musikzene ist ja: Man kann sagen, die meisten sind keine Arschlöcher", meint der Sänger, Songschreiber, Literat und Nachwuchsförderer Ernst Molden im Film.
"Wiener Nächte" kommt mit viel Wiener Schmäh, Lokalkolorit und ganz viel Musik, die direkt, unplugged in den Locations, in denen die Protagonisten leben, stattfindet, daher. Außerdem begleiten wir die Musiker bei einer Fotosession zu einem opulenten Gruppenbild, auf dem der Fotograf Lukas Hüller zugunsten des Wiener Integrationshauses mehr als 50 Musikerinnen und Musiker versammeln konnte.
Wien ist Schmelztiegel und Kulturbiotop der "Szene wider Willen". Mit einer gesunden Portion Dickköpfigkeit und Verweigerungshaltung transformieren Musiker wie Marco Wanda, Birgit Denk, Sibylle Kefer, Willi Resetarits, Ernst Molden, der Nino aus Wien oder Voodoo Jürgens das altehrwürdige Wienerlied zu einer rauen, dreckigen Popsprache – ganz ohne Glamour oder Showeffekte.
Und so unprätentiös wie die Musik ist auch der Umgang der Musiker miteinander: Man kennt sich und musiziert gemeinsam, die Altvorderen stehen immer wieder gerne gemeinsam mit den Jungstars auf der Bühne.
Der Wiener Dialekt ist (wieder) in aller Munde. Allen gemeinsam ist vor allem ihre Liebe zur Musik: um Traditionspflege geht es da keineswegs. Das Wienerlied mit diversen Einflüssen anderer musikalischen Stilrichtungen verwoben erlebt einen nie geahnte Renaissance und damit Höhenflug. Man gibt sich inhaltlich weltoffen und gesellschaftskritisch.
Was macht aber die Essenz des (modernen) Wienerliedes aus? Romantisch, verrucht, angestaubt und hin und wieder derb. In der Summe das, was Wiener selbst gern als "räudig" bezeichnen. Nicht wegzudenken ist das "Raunzate". Man muss allerdings keineswegs gebürtiger Wiener sein, um zur Partie zu gehören. Und was besonders wichtig ist: Die Kategorisierung des "modernen Wienerlied-Interpreten" will keiner so recht auf sich sitzen lassen.
Die Wiener Szene ist quicklebendig. Ihr Erfolg ist kein plötzlich entstandener Hype, er ist von Künstlern und Musikbegeisterten über viele Jahre mühsam aufgebaut worden. Die neue Wiener Szene ist gekommen, um zu bleiben.
In den letzten Jahren hat Popmusik aus Österreich ein fulminantes Revival erlebt. Wanda, Voodoo Jürgens und einige andere mehr füllen national wie international große Hallen – mit dem angestaubten Begriff "Austropop" wollen die meisten der jungen Stars nichts zu tun haben.
Der Film von Dietmar Petschl und Siegfried Steinlechner geht an die Wurzeln, trifft die Protagonisten in ihren Wiener Biotopen und zeichnet so ein sehr nahes Bild der Menschen, die ihr Wien und ihr Österreich leben.
Die meisten der Protagonisten kennen und schätzen einander noch aus Zeiten, in denen niemand diesen Hype vorausahnen konnte. Die neuen Stars treffen Freunde aus der Szene, erzählen Anekdoten über Wien, ihr Leben und ihre Musik. "Das Gute an der Musikzene ist ja: Man kann sagen, die meisten sind keine Arschlöcher", meint der Sänger, Songschreiber, Literat und Nachwuchsförderer Ernst Molden im Film.
"Wiener Nächte" kommt mit viel Wiener Schmäh, Lokalkolorit und ganz viel Musik, die direkt, unplugged in den Locations, in denen die Protagonisten leben, stattfindet, daher. Außerdem begleiten wir die Musiker bei einer Fotosession zu einem opulenten Gruppenbild, auf dem der Fotograf Lukas Hüller zugunsten des Wiener Integrationshauses mehr als 50 Musikerinnen und Musiker versammeln konnte.
Wien ist Schmelztiegel und Kulturbiotop der "Szene wider Willen". Mit einer gesunden Portion Dickköpfigkeit und Verweigerungshaltung transformieren Musiker wie Marco Wanda, Birgit Denk, Sibylle Kefer, Willi Resetarits, Ernst Molden, der Nino aus Wien oder Voodoo Jürgens das altehrwürdige Wienerlied zu einer rauen, dreckigen Popsprache – ganz ohne Glamour oder Showeffekte.
Und so unprätentiös wie die Musik ist auch der Umgang der Musiker miteinander: Man kennt sich und musiziert gemeinsam, die Altvorderen stehen immer wieder gerne gemeinsam mit den Jungstars auf der Bühne.
Der Wiener Dialekt ist (wieder) in aller Munde. Allen gemeinsam ist vor allem ihre Liebe zur Musik: um Traditionspflege geht es da keineswegs. Das Wienerlied mit diversen Einflüssen anderer musikalischen Stilrichtungen verwoben erlebt einen nie geahnte Renaissance und damit Höhenflug. Man gibt sich inhaltlich weltoffen und gesellschaftskritisch.
Was macht aber die Essenz des (modernen) Wienerliedes aus? Romantisch, verrucht, angestaubt und hin und wieder derb. In der Summe das, was Wiener selbst gern als "räudig" bezeichnen. Nicht wegzudenken ist das "Raunzate". Man muss allerdings keineswegs gebürtiger Wiener sein, um zur Partie zu gehören. Und was besonders wichtig ist: Die Kategorisierung des "modernen Wienerlied-Interpreten" will keiner so recht auf sich sitzen lassen.
Die Wiener Szene ist quicklebendig. Ihr Erfolg ist kein plötzlich entstandener Hype, er ist von Künstlern und Musikbegeisterten über viele Jahre mühsam aufgebaut worden. Die neue Wiener Szene ist gekommen, um zu bleiben.