kultur.montag [2018.11.05]
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks kultur.montag
Katalogzettel
| Titel | kultur.montag [2018.11.05] |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Stadler, Clarissa [Moderation]
[GND
]
ORF 2 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2018.11.05 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Kultur ; Reportage ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt |
| Typ | video |
| Format |
DFMPG [Dateiformat: MPG] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | E52-11097 |
| Gesamtwerk/Reihe | kultur.montag |
Information
Inhalt
Ein Jahrhundert Leben | Eröffnung Haus der Geschichte - Studiogast: Monika Sommer | Wes Anderson im KHM | Eike Schmidt & das KHM | "Angelo" | Österreichische Buchpreis - Studiogast: der neue Buchpreisträger
lesArt:
Das größte Buchevent Österreichs, die BuchWien, steht bevor und damit ein reiches, vielfältiges Angebot an literarischen Veranstaltungen - frei zugänglich für jeden Interessierten/jede Interessierte. Bei Christian Ankowitsch zu Gast sind diesmal zwei Autoren, die auch im Rahmen der BuchWien zu sehen und zu hören sein werden: der slowakische Schriftsteller Michal Hvorecky und die deutsche Schriftstellerin Judith Schalansky.
Die Einsicht, dass es, zumal zur Zeit, kein Außerhalb des Politischen gibt: sie prägt sowohl Judith Schalanskys als auch Michal Hvoreckys Nachdenken über den Zusammenhang von Politik und Literatur.
Dass der Focus auf das Politische allerdings auch mit einer Verengung des Blicks einhergeht, gilt es aus beider Sicht zu bedenken. Der Umstand, dass gegenwärtig auch durch die europäische Kulturszene ein Politisierungsruck geht, ist demnach nicht nur zu begrüßen, sondern auch in seiner Problematik zu bedenken: wer für die Freiheit der Kunst und damit die Freiheit der Literatur einsteht, muss sich gegen jede Indienstnahme zur Wehr setzen. Außerdem: die Kunst wird nicht selten dann auf den Plan gerufen, wenn alle anderen gesellschaftlichen Institutionen am Versagen sind.
Im Wissen darum plädiert Michal Hvorecky für eine verstärkte Einmischung von Künstlern und Intellektuellen in den politischen Diskurs nicht zuletzt in seiner Heimat, der Slowakei. Fest steht jedenfalls für beide Autoren: wir leben in brisanten Zeiten.
Michal Hvorecky knüpft sich in seinem Roman "Troll" unsere Gegenwart mit all ihren Abgründen vor und münzt sie in einen dystopischen Entwurf: die EU gibt es nicht mehr, Europa ist längst zu einer Festung geworden, Internet-Trolle haben die Macht übernommen, die Idee des Humanismus ist längst über Bord geworfen worden, so etwas wie Solidarität nichts Bedenkenswertes mehr. Alles dreht sich in diesem düster-hoffnungsvollen Buch um die Frage, was aus einer Gesellschaft wird, in der der Wahrheit, den Fakten keine andere Funktion mehr zukommt als Hassobjekt zu sein von Fake-News-Machern. Deren einziges Ziel: Machtakkumulation.
Ein Buch, in dem Welthaltigkeit und Weltflucht aufs Engste miteinander verwoben sind, ist das "Verzeichnis einiger Verluste" von Judith Schalansky. Sie geht darin der Frage nach, wie sehr uns Verluste, Abschiede, das Vergessen und das Erinnern in unserem Menschsein prägen.
Judith Schalanskys Werk ist nicht zuletzt eine umstürzlerische Beschäftigung mit vermeintlich Randständigem, was unter anderem ein Durchrütteln konventioneller Denkhierarchien zur Folge hat: dies zeigt sich auch an diesem Band von Erzählungen, die geeint sind in folgendem Wollen: „Wie alle Bücher ist auch das vorliegende Buch von dem Begehren getrieben, etwas überleben zu lassen, Vergangenes zu vergegenwärtigen, Vergessenes zu beschwören, Verstummtes zu Wort kommen zu lassen und Versäumtes zu betrauern. Nichts kann im Schreiben zurückgeholt, aber alles erfahrbar gemacht werden."
Außerdem in der lesArt eine weitere Ausgabe der Reihe "Kleinverlage im Portrait": diesmal wird der in Wien ansässige Czernin-Verlag vorgestellt.
Das größte Buchevent Österreichs, die BuchWien, steht bevor und damit ein reiches, vielfältiges Angebot an literarischen Veranstaltungen - frei zugänglich für jeden Interessierten/jede Interessierte. Bei Christian Ankowitsch zu Gast sind diesmal zwei Autoren, die auch im Rahmen der BuchWien zu sehen und zu hören sein werden: der slowakische Schriftsteller Michal Hvorecky und die deutsche Schriftstellerin Judith Schalansky.
Die Einsicht, dass es, zumal zur Zeit, kein Außerhalb des Politischen gibt: sie prägt sowohl Judith Schalanskys als auch Michal Hvoreckys Nachdenken über den Zusammenhang von Politik und Literatur.
Dass der Focus auf das Politische allerdings auch mit einer Verengung des Blicks einhergeht, gilt es aus beider Sicht zu bedenken. Der Umstand, dass gegenwärtig auch durch die europäische Kulturszene ein Politisierungsruck geht, ist demnach nicht nur zu begrüßen, sondern auch in seiner Problematik zu bedenken: wer für die Freiheit der Kunst und damit die Freiheit der Literatur einsteht, muss sich gegen jede Indienstnahme zur Wehr setzen. Außerdem: die Kunst wird nicht selten dann auf den Plan gerufen, wenn alle anderen gesellschaftlichen Institutionen am Versagen sind.
Im Wissen darum plädiert Michal Hvorecky für eine verstärkte Einmischung von Künstlern und Intellektuellen in den politischen Diskurs nicht zuletzt in seiner Heimat, der Slowakei. Fest steht jedenfalls für beide Autoren: wir leben in brisanten Zeiten.
Michal Hvorecky knüpft sich in seinem Roman "Troll" unsere Gegenwart mit all ihren Abgründen vor und münzt sie in einen dystopischen Entwurf: die EU gibt es nicht mehr, Europa ist längst zu einer Festung geworden, Internet-Trolle haben die Macht übernommen, die Idee des Humanismus ist längst über Bord geworfen worden, so etwas wie Solidarität nichts Bedenkenswertes mehr. Alles dreht sich in diesem düster-hoffnungsvollen Buch um die Frage, was aus einer Gesellschaft wird, in der der Wahrheit, den Fakten keine andere Funktion mehr zukommt als Hassobjekt zu sein von Fake-News-Machern. Deren einziges Ziel: Machtakkumulation.
Ein Buch, in dem Welthaltigkeit und Weltflucht aufs Engste miteinander verwoben sind, ist das "Verzeichnis einiger Verluste" von Judith Schalansky. Sie geht darin der Frage nach, wie sehr uns Verluste, Abschiede, das Vergessen und das Erinnern in unserem Menschsein prägen.
Judith Schalanskys Werk ist nicht zuletzt eine umstürzlerische Beschäftigung mit vermeintlich Randständigem, was unter anderem ein Durchrütteln konventioneller Denkhierarchien zur Folge hat: dies zeigt sich auch an diesem Band von Erzählungen, die geeint sind in folgendem Wollen: „Wie alle Bücher ist auch das vorliegende Buch von dem Begehren getrieben, etwas überleben zu lassen, Vergangenes zu vergegenwärtigen, Vergessenes zu beschwören, Verstummtes zu Wort kommen zu lassen und Versäumtes zu betrauern. Nichts kann im Schreiben zurückgeholt, aber alles erfahrbar gemacht werden."
Außerdem in der lesArt eine weitere Ausgabe der Reihe "Kleinverlage im Portrait": diesmal wird der in Wien ansässige Czernin-Verlag vorgestellt.