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kultur.montag [2019.01.07]

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks kultur.montag

Katalogzettel

Titel kultur.montag [2019.01.07]
Urheber/innen und Mitwirkende Stadler, Clarissa [Moderation] [GND ]
ORF 2 [Sendeanstalt]
Datum 2019.01.07 [Sendedatum]
Schlagworte Kultur ; Reportage ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DFMPG [Dateiformat: MPG]
Sprache Deutsch
Signatur E52-11940
Gesamtwerk/Reihe kultur.montag

Information

Inhalt

Golden Globes 2019 | Michael Haneke im Gespräch | Toni Servillo in "Loro - Die Verführten" | Narzissmus | Maximilian I.
Kultur.Doku:
"Ich will nur Geschichten erzählen" - Arik Brauer zum 90. Geburtstag

Als Siebenjähriger war er so etwas wie ein künstlerisches Wunderkind, das aus Lehmerde Figürchen formte. Immer noch blitzt der Schalk des einstigen Ottakringer Gassenbuben in den Augen von Arik Brauer. Und wenn er heute Ton bearbeitet und seinen Keramikplastiken scheinbar Leben einhaucht, stellt sich bei ihm so etwas wie ein "lieber Gott-haftes Feeling" ein.

Arik Brauer ist einer der populärsten Künstler des Landes, der gleichwohl Kritikerschelte einstecken musste. Seine Dialekt-Chansons aus den 1970er-Jahren haben längst Kultcharakter.

Immer noch ist er körperlich rege und ein politisch hellwacher Kopf. Für ihr Geburtstagsporträt besuchte Sharon Nuni Arik Brauer in seinen Domizilen in Wien und Israel.

Als "schön" wird die Malerei des Arik Brauer oftmals bezeichnet oder – weniger freundlich gemeint – als "dekorativ". Keines der Attribute wird den Künstler besonders freuen. Tatsachlich fordern seine Gemälde von jenen, die sie betrachten, dass sie sich Zeit nehmen – und Schicht um Schicht die unzähligen Geschichten freilegen, die sie erzählen.

Und siehe – oft sind es auch grausame Geschichten, die von der Geworfenheit des Menschen in eine gefährdete Existenz erzählen. Brauer schöpft da aus seiner eigenen Geschichte. Die letzten Kriegstage überlebt er als U-Boot in einem Schrebergarten versteckt. Sein Vater, ein frommer jüdischer Schuhmacher, war von den Nazis ermordet worden.

Nach dem Krieg studiert er an der Wiener Akademie der Bildenden Künste im so genannten Turm-Atelier der Meisterklasse Albert Paris Gütersloh – diese wird zur Geburtsstätte der Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Arik Brauer, Ernst Fuchs, Anton Lehmden, Wolfgang Hutter und Rudolf Hausner werden in den 1960er-Jahren zu so etwas wie Popstars der österreichischen Kunstszene.

Ihre Werke sind schier omnipräsent, erscheinen als Grafiken in hohen Druckauflagen und zieren als Mosaike oder als Kunst am Bau den öffentlichen Raum. Die Anerkennung durch das Feuilleton bleibt aber weitgehend versagt, zu gefällig oder gar kitschig sei die figurative Kunst der "Phantasten", heißt es.

Schon in den 1950er-Jahren verdient sich Arik Brauer ein Zubrot, tingelt als Tänzer und Sänger durch die Welt – und lernt auf Tournee seine Frau Noemi kennen, mit der bis heute unzertrennlich ist und mit der er die drei Töchter Timna, Thalia und Ruth hat. In den frühen 1970er-Jahren wird er zum Plattenstar, seine Dialekt-Chansons wie "Sie hab'n a Haus baut" oder "Sein Köpferl im Sand" werden mit goldenen Schallplatten und einem "Amadeus" für das Lebenswerk ausgezeichnet.

Arik Brauer ist spätestens seit den Protesten gegen das Donaukraftwerk in Hainburg ein engagierter Umweltaktivist und bis heute ein politisch denkender Mensch.

Festredner Arik Brauer beim Festakt zum Gedenken an die Befreiung vom Nationalsozialismus und an die Beendigung des Zweiten Weltkrieges im Bundeskanzleramt, 2018

Der Film begleitet ihn an seine zwei Wohnorte – Wien und Ein-Hod, ein Dorf im Norden Israels. Er zeigt den Künstler bei der Arbeit, aber auch im Kreis seiner Familie.

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