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Am Schauplatz [2019.01.24]

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Am Schauplatz

Katalogzettel

Titel Am Schauplatz [2019.01.24]
Titelzusatz Samenspender gesucht
Urheber/innen und Mitwirkende ORF 2 [Sendeanstalt]
Datum 2019.01.24 [Sendedatum]
Schlagworte Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DFMPG [Dateiformat: MPG]
Sprache Deutsch
Signatur E52-12137
Gesamtwerk/Reihe Am Schauplatz

Information

Inhalt

Samenspenden waren früher verpönt, heute machen sie ganz legal Menschen glücklich: unfruchtbare Paare, lesbische Paare oder alleinlebende Frauen, die ohne die Spende von Fremdsamen keine Chance auf ein Kind hätten. Doch was ist mit den Kindern, die ihren biologischen Vater nicht kennen?

Sunny, eine 38-jährige Berlinerin, ist mit 10 Jahren aufgeklärt worden. „Ich habe mich wertvoll gefühlt, weil meine Eltern viel Geld ausgegeben haben, um mich zu bekommen“, lacht sie heute.
Dennoch hat sie sich auf die Suche nach dem biologischen Vater gemacht. „Es fehlt etwas, wenn man nicht weiß, woher man stammt“, erzählt Sunny.

Sunny mit ihrer Mutter Sabine, die damals viel für die Insemination in einem Spital in Berlin bezahlt hat. Wer der Spender ist, war ihr damals nicht wichtig – und Gesetze zur Identität des Spenders hat es damals nicht gegeben.

Heute gibt es gesetzliche Regelungen: in Österreich müssen Samenspender ihre Identität offenlegen. Die Kinder dürfen ab 14 erfahren, wer ihr Vater ist.

Melanie und Milena werden ihr Kind früh aufklären. Immerhin ist es bei zwei Mamas offensichtlich, dass das Kind nicht allein von ihnen stammen kann. „Milena möchte als erste ein Kind bekommen. Wenn alles gut läuft, bekomme ich in ein paar Jahren das Zweite“, sagt Melanie. Die beiden Volleyball-Schiedsrichterinnen haben ihren Wunsch an die Samenbank schon abgegeben: „Wir wollen einen Wikinger-Typ“, verrät Mimi. „Er soll groß, stark und blond sein“.

Milena und Melanie sind zur Beratung in einer Kinderwunschklinik in Wien. Sie sind seit zwei Jahren verpartnert und möchten jetzt eine Familie gründen. Milena macht den Anfang. Wenn alles gut geht, bekommt Melanie in ein paar Jahren das zweite Kind.

Jochen aus Berlin wäre so ein Typ. Er ist allerdings privater Samenspender und bietet seine Dienste per Internet an – anonym.

„Die meisten Frauen wollen die Bechermethode: der Samen kommt in den Becher, von dort in die nadellose Spritze und dann rein in die Scheide. Am besten noch körperwarm, damit es funktioniert.“ Jochen reist für Samenspenden sogar in andere Städte. Dafür bekommt er eine Aufwandsentschädigung. „Geschäft ist das keines“, sagt er, „das soll es auch nicht sein“.

Jochen will anonym bleiben – es ist auch nicht sein echter Name. Wir treffen ihn am Hauptbahnhof in Berlin. Er spendet seit vielen Jahren seinen Samen und weiß auch von einigen Kindern. Jochen hilft den Menschen mit Kinderwunsch gern – so kommt er auch herum und lernt Leute kennen, sagt Jochen, der als Söldner arbeitet.

Die 41-jährige Natascha aus Wien hat sich für eine Insemination in einer Klinik in Wien entschieden, und viel dafür bezahlt – dafür ist der Samen auf Krankheiten getestet und die rechtliche Lage für alle Seiten abgesichert.

Die Befruchtung hat gleich beim ersten Mal geklappt. Ihre Tochter Johanna ist heute knapp zwei Jahre alt. Sie hat Trisomie 18. Natascha hat schon während der Schwangerschaft erfahren, dass ihr Kind behindert sein wird. „Für mich war klar, dass ich sie bekomme. Heute bin ich glückliche Mutter meines Wunschkindes“, strahlt sie.

Die Wienerin Natascha hat ein Kind, aber keinen Partner. Ihr ist die Zeit davongelaufen, deshalb hat sie sich für eine Samenspende entschieden.

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