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kultur.montag [2019.04.08]

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks kultur.montag

Katalogzettel

Titel kultur.montag [2019.04.08]
Urheber/innen und Mitwirkende Traxl, Martin [Moderation] [GND ]
ORF 2 [Sendeanstalt]
Datum 2019.04.08 [Sendedatum]
Schlagworte Kultur ; Reportage ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DFMPG [Dateiformat: MPG]
Sprache Deutsch
Signatur E52-12805
Gesamtwerk/Reihe kultur.montag

Information

Inhalt

Maigret kehrt zurück | 100 Jahre Bauhaus | Avantgarde in Dresden | Serbiens Demokratie | Stephan Pauly
Charlie Chaplin - Wie alles begann

Er wuchs im schlimmsten Elendsviertel von London auf. Sein Vater war Alkoholiker, seine Mutter verlor den Verstand. Gemeinhin würde man einem Menschen mit einem derartigen Start ins Leben geringe Chancen auf Erfolg attestieren. Doch im Alter von 26 Jahren war Charlie Chaplin einer der bekanntesten und bestbezahlten Menschen des Planeten.

Er war ein Unverwundbarer, sagt Kate Guyonvarch, Direktorin des "Chaplin Office", in der Dokumentation von Serge Bromberg und Eric Lange. Der Film, zu sehen anlässlich von Chaplins 130. Geburtstag, spürt den Anfangsjahren eines Genies nach.

Es gibt Talente, die so herausragend sind, dass sie sich jeder Form der Beschreibung entziehen. Auf nur wenige trifft das so sehr zu wie auf Charlie Chaplin. Als Fünfjähriger sprang er seiner Mutter – einer mäßig erfolgreichen Vaudeville-Künstlerin – bei, als dieser auf der Bühne die Stimme versagte, und sang an ihrer Stelle ein Lied. Im Alter von zehn Jahren wurde er von einer Varietétruppe engagiert, die nur aus Kindern bestand. So tingelte er durch die Lande und hantelte sich von Job zu Job. Oft landete er auf der Straße.

Später sagte er über seine schwere Kindheit: "Selbst wenn ich im Waisenhaus war oder auf der Suche nach Essen durch die Straßen irrte, um nicht zu verhungern, war ich fest überzeugt, dass ich der beste Schauspieler der Welt war. Ich brauchte dieses übertriebene Selbstvertrauen. Ohne das ist man verloren."

Als Chaplin schließlich in Hollywood ankam, erlebte er die atemberaubende Transformation eines jungen Mediums: Das Kino war damals gerade erst den Kinderschuhen entwachsen und musste sich von den Music Halls und dem Vaudeville emanzipieren, um innerhalb kürzester Zeit in der Moderne anzukommen und zu einem eigenen Kunstgenre zu werden.

1914 ist dann Chaplins eigentliche Geburtsstunde als Künstler. In einer Film-Garderobe sammelte er sich Stöckchen, Melone und übergroße Schuhe zusammen und kreiert den Tramp – den Vagabunden mit den Manieren eines Gentleman. Chaplin wird nicht nur zu einem der populärsten Stars des Kinos, sondern macht binnen kürzester Zeit einen weiteren Karrieresprung: Er wird zum Regisseur seiner eigenen Filme. Wo früher nur schriller Klamauk nach der Holzhammermethode inszeniert wurde, bringt er jetzt Poesie und große menschliche Gefühle ins Spiel.

Die Figur des Tramp wird so populär, dass sie zum frühen Merchandising-Hit wird und immer mehr Imitatoren auf den Plan treten. Das Genie Chaplin aber bleibt einzigartig. Die Dokumentation zeigt zuvor unveröffentlichte Archivaufnahmen und restaurierte Fassungen seiner ersten Filme.

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