kultur.montag [2019.05.13]
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks kultur.montag
Katalogzettel
| Titel | kultur.montag [2019.05.13] |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Stadler, Clarissa [Moderation]
[GND
]
ORF 2 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2019.05.13 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Kultur ; Reportage ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt |
| Typ | video |
| Format |
DFMPG [Dateiformat: MPG] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | E52-13276 |
| Gesamtwerk/Reihe | kultur.montag |
Information
Inhalt
Nachruf Doris Day | ESC Tel Aviv | Biennale Venedig | "Erde" | Studiogast: Nikolaus Geyrhalter | Wiener Festwochen | AnnenMayKantereit
Tel Aviv Live
Von 14. bis 19. Mai wird der Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv ausgetragen. Die Stadt scheint wie gemacht für diese Veranstaltung, ist sie doch Hot Spot, Partyzone, Gay-Metropole - und Kunsthauptstadt von Israel.
Hier wurde einst der größenwahnsinnige Plan umgesetzt, ein Opernhaus von der Dimension der Opéra National de Paris zu bauen, hier pulsiert Israels Literatur- und Theaterszene und hier verschmelzen Kunst und Politik. Welchen Einfluss hat diese Stadt, die ständig unter Bedrohung steht und in der das Leben wie sonst nirgendwo in der Region gefeiert wird, auf Künstler, Musiker und Schriftsteller? Eine Liebeserklärung von Filmemacher Nellu Cohn an das zeitgenössische Tel Aviv, ergänzt durch zahlreiche historische Aufnahmen.
Kommt man nach Paris, fühlt man sich ein wenig in ein Museum des 19. Jahrhunderts versetzt, in New York wähnt man sich in einem Museum des 20. Jahrhunderts. Und in Tel Aviv? Da weiß man nicht so genau, womit man es zu tun hat, die Stadt ist ständig auf der Suche nach ihrer Identität - das macht sie so schwer fassbar und so lebendig. Das sagt Israels Bestseller- und Drehbuchautor Etgar Keret über Tel Aviv.
Seit ihrer Grundsteinlegung buhlt die Stadt um die Künste. Zuerst baut man ein Opernhaus, dann die entsprechende Stadt rundherum – dies war das Credo des Dirigenten Mordechai Golinkin. 1923 wurde die New Israeli Opera mit Verdis "La Traviata" eröffnet – der Chor zählte knapp zehn Mitglieder und das Orchester konnte gerade ein Dutzend Musiker aufbieten.
Die Erfahrungen, Hoffnungen und Sorgen einer Einwanderergesellschaft verhandelten hier von Anbeginn an das Theater und der Tanz. Zentren des Tanzes waren Tel Aviv und die Kibbuzim, in denen die Anliegen des Zionismus tanztheatralisch ungesetzt wurden.
Selbstverständlich spielt Politik eine immense Rolle im Kulturleben von Tel Aviv. Ausführlich zu Wort kommt die Sängerin Noa, die gemeinsam mit ihrer palästinensischen Kollegin Mira Awad Israel beim Eurovision Song Contest vertreten hat und sich seit Jahrzehnten in der Friedensbewegung engagiert.
Der diesjährige Song Contest ist denn auch Anlass für die Ausstrahlung von Nellu Cohns Dokumentation, die nicht nur den Künstlern von Tel Aviv eine Stimme gibt, sondern auch das unvergleichlich vibrierende Lebensgefühl der Stadt einfängt.
Von 14. bis 19. Mai wird der Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv ausgetragen. Die Stadt scheint wie gemacht für diese Veranstaltung, ist sie doch Hot Spot, Partyzone, Gay-Metropole - und Kunsthauptstadt von Israel.
Hier wurde einst der größenwahnsinnige Plan umgesetzt, ein Opernhaus von der Dimension der Opéra National de Paris zu bauen, hier pulsiert Israels Literatur- und Theaterszene und hier verschmelzen Kunst und Politik. Welchen Einfluss hat diese Stadt, die ständig unter Bedrohung steht und in der das Leben wie sonst nirgendwo in der Region gefeiert wird, auf Künstler, Musiker und Schriftsteller? Eine Liebeserklärung von Filmemacher Nellu Cohn an das zeitgenössische Tel Aviv, ergänzt durch zahlreiche historische Aufnahmen.
Kommt man nach Paris, fühlt man sich ein wenig in ein Museum des 19. Jahrhunderts versetzt, in New York wähnt man sich in einem Museum des 20. Jahrhunderts. Und in Tel Aviv? Da weiß man nicht so genau, womit man es zu tun hat, die Stadt ist ständig auf der Suche nach ihrer Identität - das macht sie so schwer fassbar und so lebendig. Das sagt Israels Bestseller- und Drehbuchautor Etgar Keret über Tel Aviv.
Seit ihrer Grundsteinlegung buhlt die Stadt um die Künste. Zuerst baut man ein Opernhaus, dann die entsprechende Stadt rundherum – dies war das Credo des Dirigenten Mordechai Golinkin. 1923 wurde die New Israeli Opera mit Verdis "La Traviata" eröffnet – der Chor zählte knapp zehn Mitglieder und das Orchester konnte gerade ein Dutzend Musiker aufbieten.
Die Erfahrungen, Hoffnungen und Sorgen einer Einwanderergesellschaft verhandelten hier von Anbeginn an das Theater und der Tanz. Zentren des Tanzes waren Tel Aviv und die Kibbuzim, in denen die Anliegen des Zionismus tanztheatralisch ungesetzt wurden.
Selbstverständlich spielt Politik eine immense Rolle im Kulturleben von Tel Aviv. Ausführlich zu Wort kommt die Sängerin Noa, die gemeinsam mit ihrer palästinensischen Kollegin Mira Awad Israel beim Eurovision Song Contest vertreten hat und sich seit Jahrzehnten in der Friedensbewegung engagiert.
Der diesjährige Song Contest ist denn auch Anlass für die Ausstrahlung von Nellu Cohns Dokumentation, die nicht nur den Künstlern von Tel Aviv eine Stimme gibt, sondern auch das unvergleichlich vibrierende Lebensgefühl der Stadt einfängt.