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kultur.montag [2019.06.24]

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks kultur.montag

Katalogzettel

Titel kultur.montag [2019.06.24]
Urheber/innen und Mitwirkende Stadler, Clarissa [Moderation] [GND ]
ORF 2 [Sendeanstalt]
Datum 2019.06.24 [Sendedatum]
Schlagworte Kultur ; Reportage ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DFMPG [Dateiformat: MPG]
Sprache Deutsch
Signatur E52-13681
Gesamtwerk/Reihe kultur.montag

Information

Inhalt

Nachruf Peter Matic | Sein & Schein | Studiogespräch: Michael Butter | György Dalos' Blick auf Ungarn | 30 Jahre Grenzöffnung | Nikita Kadan im MUMOK | Pianist Lukas Sternath
Familien-Bande. Der Theaterverlag Thomas Sessler

In der Wiener Innenstadt lagert ein Schatz an Devotionalien: die signalrote Weste von Roda Roda, die Reiseschreibmaschine von H.C. Artmann und der Motorradhelm des früh verglühten Shootingstars Werner Schwab. Gewichtiger noch sind aber die ungezählten Laufmeter an literarischen Kostbarkeiten von legendären Autor_innen wie Helmut Qualtinger oder Ödön von Horváth - und jene von Zeitgenossen wie Peter Turrini und Daniel Kehlmann.

Der Wiener Thomas Sessler-Verlag ist das Integrationshaus österreichischer Theater- und Filmliteratur. Was aber ist eigentlich das genaue Aufgabengebiet eines Theaterverlags? Eine Frage, der Gustav W. Trampitsch in seiner feuilletonistischen Dokumentation nachgeht.

Seit nunmehr 50 Jahren führt Ulrich Schulenburg die Geschäfte des Thomas Sessler-Verlags, dessen Miteigentümer er längst auch ist. Der Uli, wie ihn seine Freunde nennen, wirkt selbst ein wenig wie eine literarische Figur von Roda Roda, dessen Nachlass er sichern konnte.

Sein Verlagshaus böte den Autorinnen und Autoren so etwas wie Familienanschluss, heißt es. Besser, meint Daniel Kehlmann dazu, Familie könne man sich schließlich nicht aussuchen, seinen Verleger schon.

Das krasse Gegenteil von freundschaftlich sei das erste Zusammentreffen mit Schulenburg gewesen, erzählt Peter Turrini.

Er habe den Herren mit Schnauzer als klirrend arrogant empfunden und am liebsten gleich kehrt gemacht. Nun sind die beiden seit Jahrzehnten freundschaftlich-geschäftlich miteinander verbunden.

Maria Teuchmann ist Co-Geschäftsführerin des Verlags und dessen gute Seele. So komfortabel es sei, über eine gewaltige Backlist – also vielgespielte, aber nicht neu erschienene Werke – zu verfügen, so spannend sei die Arbeit mit zeitgenössischen Kreativen, sagt sie.

Das Entdecken und Fördern, das Entwickeln von Stoffen und die Vermittlung der fertigen Stücke an Theater. "Im US-amerikanischen Raum würde man uns nicht als Verlag bezeichnen, sondern als Agency", erklärt Teuchmann. Ein gutes Beispiel dafür ist "Die Reise der Verlorenen", jenes erschreckend aktuelle Stück von Daniel Kehlmann über jüdische Emigranten, die auf einem Schiff die Flucht antreten und nirgends Aufnahme finden.

In diesem Fall musste das Werk allerdings nicht erst an ein Theater vermittelt werden, es handelt sich um einen Auftrag von Theater-in-der-Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger.

Gustav W. Trampitschs Film blättert auch in der österreichischen Theatergeschichte und zeigt Ausschnitte aus einigen Sternstunden der letzten 50 Jahre.

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