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kultur.montag [2019.07.01]

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks kultur.montag

Katalogzettel

Titel kultur.montag [2019.07.01]
Urheber/innen und Mitwirkende Stadler, Clarissa [Moderation] [GND ]
ORF 2 [Sendeanstalt]
Datum 2019.07.01 [Sendedatum]
Schlagworte Kultur ; Reportage ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DFMPG [Dateiformat: MPG]
Sprache Deutsch
Signatur E52-13753
Gesamtwerk/Reihe kultur.montag

Information

Inhalt

Revival der 90er Jahre | Kinderbuchwelt | Chateau Lafoutte | Kulturhauptstadt Plovdiv
lesArt

"Denn das Leben hat nur eine schlechte Sprache", heißt es an einer Stelle in den Frankfurter Poetik-Vorlesungen von Ingeborg Bachmann. In ihrem Werk spielt die Vorstellung, dass eine der Aufgaben der Literatur darin besteht, dieser "schlechten Sprache" zu kontern, eine zentrale Rolle. Die Literatur ist insofern immer auch mit einem utopischen Entwurf verwandt. Die Hoffnung besteht darin, mittels Literatur einen herrschafts- und konventionsfreien Raum, einen Nicht-Ort, eine Utopie eben, zu schaffen, die es dem Menschen ermöglicht, sich in Richtung Menschlichkeit zu entfalten.

Dieser Art utopisches Denken ist auch im Werk des spanisch-deutschen Autors Fernando Aramburu von Relevanz. Ihm ist mit seinem letzten Roman "Patria" ein großer Wurf wie Erfolg gelungen: er wird, neben Birgit Birnbacher, der Bachmannpreisträgerin 2019, bei Christian Ankowitsch in der Juli-Ausgabe der lesArt zu Gast sein.

Fernando Aramburu zeigt in "Patria" anhand zweier baskischer Familien, was Fanatismus mit Menschen anrichten kann. Während inhaltlich von einer zunehmenden Verengung der Perspektiven erzählt wird, arbeitet Fernando Aramburu formal dieser Verengung, dieser "schlechten Sprache", entgegen, indem er sie mittels multiperspektivischen Erzählens aufbricht.

Das Mitte Juni erscheinende Buch "Langsame Jahre" ist, gewissermaßen, die Vorgeschichte zu "Patria": wie alles begonnen hat, erzählt darin ein Kind. Und auch auf diesen Roman trifft zu, was Ingeborg Bachmann so formuliert hat in ihren legendären Frankfurter Vorlesungen: "So ist die Literatur, obwohl und sogar weil sie immer ein Sammelsurium von Vergangenem und Vorgefundenem ist, immer das Erhoffte, das Erwünschte (..) - so ist sie ein nach vorn geöffnetes Reich von unbekannten Grenzen."

Außerdem in der nächsten Ausgabe der lesArt, die im Anschluss an die "Tage der deutschsprachigen Literatur" 2019 in Klagenfurt aufgezeichnet wird und am Tag nach der Kür der Preisträger- und Preisträgerinnen auf Sendung geht: Buchtipps von Katja Gasser.

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