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Entführt und ausgestellt - Das vergessene Erbe der Völkerschauen

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Universum History

Katalogzettel

Titel Entführt und ausgestellt - Das vergessene Erbe der Völkerschauen
Urheber/innen und Mitwirkende ORF 2 [Sendeanstalt]
Datum 2020.09.04 [Sendedatum]
Schlagworte Wissenschaft und Forschung ; Dokumentation ; Ethnologie ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DFMPG [Dateiformat: MPG]
Sprache Deutsch
Signatur E52-19211
Gesamtwerk/Reihe Universum History

Information

Inhalt

[Senderinformation] Als wild, furchteinflößend und exotisch hat man Menschen einst in sogenannten Völkerschauen ausgestellt – wie Tiere in einem Zoo. Vom frühen 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhundert wurden etwa 35.000 Menschen unterschiedlicher Herkunft in Europa, den USA und Japan vorgeführt. Manche wurden dafür brutal entführt, andere wurden engagiert für einen versprochenen Lohn, den sie nie erhielten. Heute ist diese Praxis längst in Vergessenheit geraten.

Menschen in Käfigen
Die Dokumentation „Entführt und ausgestellt - das vergessene Erbe der Völkerschauen“ zeigt nun bisher unveröffentlichte Archivbilder und Interviews mit Nachfahren von Betroffenen.

Die Geschichte von Sylvette Kaloïe, einer Französin, die erst im hohen Alter erfährt, dass man ihren Vater 1931 von einer Südseeinsel geholt und im Zoologischen Garten von Paris ausgestellt hat, erzählt die Dokumentation ebenso wie die von Ota Benga aus dem Kongo, der 1904 von einem Sklavenhändler entführt und in den USA wie eine Sensation herumgereicht wurde. Diese Menschen wurden auf eine Stufe mit Tieren gestellt und in Käfigen neben Affen ausgestellt. Das Publikum war oft fasziniert und entzückt. Fast eineinhalb Milliarden Menschen weltweit besuchten Völkerschauen: in zoologischen Gärten, Zirkussen, Theatern und bei Weltausstellungen. Die zur Schau gestellten Menschen mussten erfundene Rituale vorführen oder Kannibalen spielen. Das Publikum konnte hautnah dabei sein und glaubte gerne, dass die Vorführungen authentisch waren. So konnten sich die Zuseher und Zuseherinnen den angeblichen „Wilden“ überlegen fühlen.

Verbreitung eines rassistischen Weltbilds
Völkerschauen haben zur Verbreitung rassistischer Vorstellungen beigetragen, zu Klischees von vermeintlich wilden, unzivilisierten, kurz anderen Menschen. Die europäischen Kolonialmächte nutzen die Shows auch, um ihre imperialistische Politik zu rechtfertigen und um die Idee unterschiedlicher menschlicher „Rassen“ – eine Erfindung des 18. Jahrhunderts – zu verbreiten.

Die meisten Geschichten der Männer, Frauen und Kinder, die aus Kolonien für Völkerschauen, Zoos und Zirkusse rekrutiert wurden, gingen undokumentiert im Laufe des 20. Jahrhunderts verloren. Nur einige wenige haben die europäische Verdrängung überdauert. Die Dokumentation „Entführt und ausgestellt - Das vergessene Erbe der Völkerschauen“ zeigt nun bisher unveröffentlichtes Bildmaterial und porträtiert Nachfahren der Betroffenen, die sich an die fast vergessenen Geschichten erinnern.

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