Kleine Ursache, große Wirkung. Über die Grenzen der Berechenbarkeit (3)
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Katalogzettel
| Titel | Kleine Ursache, große Wirkung. Über die Grenzen der Berechenbarkeit (3) |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Zeller, Franz [Gestaltung]
[GND
]
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| Datum |
2001.05.03 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Bildung ; Wissenschaft und Forschung ; Radiosendung-Sendematerial |
| Typ | audio |
| Format |
TKA [Tonband auf Kern (AEG)] |
| Nummern |
80682/3 |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 9-28197 |
| Gesamtwerk/Reihe | Radiokolleg |
Information
Inhalt
Als im Vorjahr die Normadie von einer Überschwemmung heimgesucht wurde, fütterten deutsche Meteorologen ihre Computer mit den Wetterdaten und erhielten prompt die Antwort: keine Gefahr für Deutschland. Zwei Tage später stand das norddeutsche Küstengebiet unter Wasser. Simulationen wie diese sind in der High-Tech-Welt Gang und Gäbe, perfekt sind sie aber trotz allem nicht: das liegt zum einen daran, dass Computerprogrammeaus unzähligen Unterroutinen bestehen und es gar nicht mehr möglich wäre, sie alle auf Fehler zu überprüfen. Zum anderen ist unser Wissen über die Welt begrenzt - es fehlt immer der eine oder andere Parameter, sodass ein absolut verlässliches Ergebnis unmöglich ist. Und wie ein häufig zitiertes Beispiel aus der Chaosforschung zeigt, kann ein Schmetterlingsflügelschlag andernorts einen Tornado auslösen, können kleine Ursachen, die mathematisch vielleicht schon beim Auf- und Abrunden verloren gehen, eine große Wirkung haben. Aber egal ob man die Genom-Hysterie betrachtet Wettervorhersagen, Simulationen riesiger Bauwerke wie etwa einer Staumauer oder die Vorhersage von Meteoritenflugbahnen, der Glaube an die Berechenbarkeit der Welt ist, scheint's, unbegrenzt. Doch schon am nächsten Wahlsonntagerfährt dieses Vertrauen in die naturwissenschaftliche Wahrsagerei die nächste Erschütterung - wenn die Meinungsforscher mit ihren Prognosen trotz subtiler statistischer Methoden wieder meilenweit neben dem tatsächlichen Ergebnis liegen.